Reitschnecke


Eine Reitschnecke, in der Schweiz und alemannisch Schnegge,[2] auch Reitspindel,[3] ist eine spezielle Form der Reittreppe in Form einer Wendeltreppe ohne Treppenstufen. Üblicherweise befinden sich Reitschnecken in Festungen, Barbakanen oder Rondellen. Sie dienten dem Hochziehen von schweren Geschützen auf die Wehrplatte oder direkt zum Reiten. Wenn Treppenstufen in geringer Höhe und/oder großem Abstand vorkommen, wird sie auch als Rampe bzw. Treppenrampe oder Wendelrampe bezeichnet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits Leon Battista Alberti und Filarete beschreiben um 1560 stufenlose oder weitstufige Rampen und Treppen die mit Lasttieren, hauptsächlich mit Pferden bestiegen und auch mit Wagen befahren werden konnten. Filarete verweist auf Schiefe Ebenen bei den Alten diese seien im Katheten-Verhältniss 1:6 konstruiert worden. Die Gotischen Wendelsteine lehnte er ab. Filarete empfiehlt bei Militärbauten Scale a Chioccola also Treppen in Schneckenform. Antonio da Sangallo il Giovane erdachte für den Wassertransport durch Lasttiere in der Pozzo della Rocca in Orvieto eine Doppelschnecke im Einbahnverkehr wie sie schon in ähnlicher Weise Leonardo da Vinci gezeichnet hatte.
Reitschnecken für den Lastentransport gab es bereits in der Engelsburg und in den Pfeilern des Petersdoms, ferner auch im Castello des Pallazo Duscale zu Mantua und in der Hagia Sophia in Istanbul. Eine gerade Ausführung besteht im Schloss Wolfegg.[4]

Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Albert Knoepfli: Kunstgeschichte des Bodenseeraumes. Band 2. Thorbecke, Lindau 2. Band (S. 368 ff) 1961/1969
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Albert Knoepfli: Kunstgeschichte des Bodenseeraumes. Band 2. S. 372, Thorbecke, Lindau 1961/1969
- ↑ Reinhard Frauenfelder: Der Kanton Schaffhausen. (Ohne Stadt Schaffhausen und Bezirk Stein) (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Bd. 43 = Die Kunstdenkmäler des Kantons Schaffhausen. Bd. 3). Birkhäuser, Basel 1960, S. 108.
- ↑ Stephanie Silligmann: Das polychrom gefasste Sandsteinportal im Flaschenturm des Schlosses Hartenfels zu Torgau in Sachsen: Eine exemplarische Untersuchung zur polychromen Bauplastik der Renaissance und zu ihrer Erhaltungsproblematik. Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen Fachbereich Konservierung und Restaurierung Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Steinobjekten. Master-Thesis, 2007 PDF ( vom 15. Februar 2016 im Internet Archive) S. 14 f. doi:10.5165/hawk-hhg/69
- ↑ Albert Knoepfli: Kunstgeschichte des Bodenseeraumes. Band 2 S. 368–372, Thorbecke, Lindau 1961/1969 S