Marianne Reiners-Maaz ist in Viersen aufgewachsen und hat nach einem Studium der Erziehungswissenschaften und Kunst an der Pädagogischen Hochschule Rheinland Abteilung Neuss bis 1976 an weiterführenden Schulen unterrichtet. Von 1976 bis 1984 gab sie Malkurse an der Volkshochschule Viersen und hielt von 1982 bis 1984 kunstpädagogische Fortbildungsseminare für Erzieherinnen im Auftrag der Caritas Freiburg. Seit 1977 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und präsentiert die Ergebnisse ihres Schaffens regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen. Sie ist seit 1983 Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler[1], seit 1985 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst (DG München) und von 1993 an Mitglied der Gemeinschaft Krefelder Künstlerinnen und Künstler[2].
Werke von Marianne Reiners-Maaz befinden sich u.a. in der Graphischen Sammlung der Stadt Viersen, im Museum Schloss Moyland, im Museum Goch (Sammlung Neumann), im Museum RELiGIO Telgte (Sammlung Röhnisch), im Kunstarchiv Peter Kerschgens Rees-Haldern, in der Jakob Eschweiler-Stiftung Köln, in der Akademie Franz Hitze Haus Münster, im Städtischen Kramer-Museum Kempen.
Marianne Reiners-Maaz lebt und arbeitet in Viersen.
Aquarell aus der Serie Encephalon - Bilder aus dem Kopf 1994- 100 x 70 cmInstallation Kunstraum Kempen mit 144 Gesichtern 2000
Kennzeichnend für das Werk von Marianne Reiners-Maaz ist die Beschäftigung mit unterschiedlichen Techniken und Ausdrucksformen des Aquarells. Inhaltlich konzentriert sie sich vor allem auf das Thema Gesicht, dem sie sich in umfangreichen Serien und Bildgruppen widmet.
Nach den seit 1988 aus Farbfeldern entwickelten Serien abstrakter Bilder (z.B. Flügel 1993/94 und Encephalon – Bilder aus dem Kopf 1994–96), entstand 1997 für eine Installation im Kunstraum des Kempener Kramer-Museums eine raumbezogene Arbeit mit 144 Gesichtern (Das unbewegliche Bewegtsein des Blickes, realisiert im Jahr 2000). Es folgte als work in progress über Jahre hinweg die Serie face to face mit einzelnen Gesichtern nach Zeitungsfotos, jeweils mit einer Farbschicht überzogen und in wechselnder Ansicht, oft im verlorenen Profil. In weiteren Serien gruppierte sie in unterschiedlichen Konstellationen Gesichter, die teilweise, wie in der Serie Projektionen (2010–12), mit Zahlen oder Buchstaben übermalt sind. Außer mit anonymen Gesichtern hat sie sich auch mit Portraits bekannter Persönlichkeiten auseinandergesetzt, so z.B. 1998 mit Joseph Beuys, 2003 mit Willy Brandt und 2010, in einer Wandinstallation zu den Jüdischen Kulturtagen, mit Bildnissen von 40 jüdischen Künstlern, Musikern, Schriftstellern, Philosophen und Wissenschaftlern (schwarze Acrylfarbe, lasierend auf einzelne Leinwände aufgetragen).
Zum Werk von Marianne Reiners-Maaz schreibt Gabriele Uelsberg im Katalog GESICHTER (Maternushaus Köln 2005): „Die Auseinandersetzung mit dem Gesicht gewinnt in ihrem Werk ab den späten neunziger Jahren einen weiteren Schwerpunkt, und es entstehen seither in unterschiedlichen Gewichtungen konzeptuelle Serien, die sich mit dem Antlitz des Menschen befassen. Marianne Reiners-Maaz wählt zur Realisierung ihrer Gesichtsportraits in der Regel unbekannte Personen, deren Konterfeis sie aus Zeitschriften herausnimmt. Sie minimiert das Antlitz um die Haare, sprich die Frisur, und um den körperlichen Bezug und richtet ihr Augenmerk allein auf das 'Gesichtsfeld', das sie in lasierenden Aquarellmalereien direkt auf den Aquarellkarton setzt. … So flüchtig auch die Darstellung der Gesichter bei näherer Betrachtung ist – nur ein Hauch von Pigment bildet Formen und Volumina – so konkret und getreu erscheint das Abbild hier und bewegt sich in einem Zwischenbereich zwischen Erkennen und Erinnern.“
1991 Festschrift: 10 Jahre Galerie im Park Viersen
1998 Katalog: Kunst in der Region Niederrhein – Arbeiten auf Papier, Moerser Museumsschriften Nr. 3
2005 Katalog: GESICHTER, Maternushaus Köln
Aquarell aus der Serie Projektionen 2012 - 56 × 76 cm2006 Katalog: 25 Jahre Niederrheinischer Kunstverein
Aquarell-Objekt aus der Serie Buchstücke 2021 - 30 × 30 cm2009 Kurt-Peter Gertz: Sechs Fastenzeit-Installationen", St. Martinus in KaarstISBN 978-3-9812747-3-8
2010 Katalog: Portable Portland – 16 Künstler/innen tragen eine Insel fort, Galerie Splettstößer
2014 Kurt-Peter Gertz: STATIONEN – 14 Zeichen, Ein Kreuzweg von Marianne Reiners-Maaz, ISBN 978-3-9812747-9-0
2015 Katalog: GKK XL – 40 Jahre Gemeinschaft Krefelder Künstler
2018 Katalog: Unterwegs in eine neue Heimat? Menschen auf der Suche, Städtisches Kramer-Museum Kempen
2022 Kurt Peter Gertz: Gott in der modernen Kunst, B. Kühlen Verlag Mönchengladbach, S. 188–191 und Cover-Bild, ISBN 978-3-87448-545-6
Dagmar Groß: Die Viersener Künstlerin Marianne Reiners-Maaz: Die Dunkelheit malen, um Licht darzustellen. In: Die Kammer – Kunst am Niederrhein Nr. 3/1996
Jutta Pitzen: Marianne Reiners-Maaz, Malerin. In: Die Graphische Sammlung der Stadt Viersen, Band 1, 1996
Sigrid Blomen-Radermacher: Künstlerporträt: Marianne Reiners-Maaz – „Menschenmuster“ einer sensiblen Beobachterin. In: Niederrheinische Blätter, Februar 1999
Stefan Reker: Wege aus der Bilderflut. In: Rheinische Post –Im Blickpunkt (Sonderseite zur Ausstellung von Marianne Reiners-Maaz in der Parlamentsredaktion der RP in Berlin), 29. August 2007
Jürgen Karsten: Atelierbesuch bei Marianne Reiners-Maaz in Süchteln. In: Heimatbuch des Kreises Viersen, 2008
Brigitte Splettstößer: Newsletter 05 – Neue Zeichnungen von Marianne Reiners-Maaz, über: www.galerie-splettstoesser.de (Mai 2024)