Region of Interest

Eine Region of Interest (ROI, engl. etwa Betrachtungsbereich, wörtlich Bereich von Interesse) ist ein Begriff aus dem Bereich der Datenanalyse und bezeichnet allgemein einen Datenausschnitt zur weiteren Verarbeitung, zum Beispiel für Messungen oder statistische Auswertungen. Der Bereich kann mehrdimensional sein, so zum Beispiel als zweidimensionales Fenster in der digitalen Bildverarbeitung, in der die Idee einer ROI zudem ihren Ursprung hat.[1] Eine ROI segmentiert die Eingabedaten, sodass gezielt nur relevante Daten verarbeitet werden. Die Intention dahinter kann die Fokussierung auf ausgewählte Inhalte sein, aber auch die Beschleunigung durch die Reduktion auf Wesentliches, Speicherbedarfsbegrenzung oder Skalierungseffekte von nachgelagerten Auswertungen.
In der Datenanalyse eindimensionaler Datenreihen kann eine ROI den Bereich aus einer Messkurve bezeichnen, der statistisch auszuwerten ist (beispielsweise Maximal-Wert, Mittelwert, Breite eines Peaks, Fläche unter der Kurve). Als Messkurven dienen oft Zählraten, die zeitlich, spektral oder entlang eines Wegs aufgenommen wurden.
In der Bildverarbeitung bezeichnet ROI eine meist mindestens zweidimensionale Auswahl, z.b. in Form eines Rechtecks, eines Kreises oder einer Ellipse. Anwendungsfelder sind beispielsweise bildgebenden Verfahren in der Medizin oder die Nuklearmedizin.
ROIs können nicht nur im zweidimensionalen Bildbereich, d. h. in der Ebene erstellt werden, sondern auch räumlich, um dreidimensionale Strukturen auszuwählen, oder in noch höher-dimensionierten Räumen.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Wilhelm Burger, Mark J. Burge: Digitale Bildverarbeitung: Eine algorithmische Einführung mit Java. 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg 2015, ISBN 978-3-642-04603-2.