Ratajki liegt im Bereich der Endmoränen des Baltischen Höhenrückens 70 Meter über NN. bei Höhenunterschieden in der Gemarkung zwischen 43 und 106 Metern. Kleine Bäche markieren die Grenzen zu den Nachbardörfern Kościernica (Kösternitz) mit Mirotki (Eichhof), Szczeglino (Steglin), Sieciemin (Zitzmin), Przytok (Zwölfhufen), Kusice (Kuhtz), Sierakowo Sławieńskie (Zirchow) und Powidz (Friedensdorf).
Ratteick (früher auch Ratteck, Rattegk) ist ein altes, seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesenes Rahmelsches Lehen. Am 21. Februar 1748 verkaufte Ewald Richard von Rahmel eine Hälfte des Dorfes an den Major Jürgen Lorenz von Kleist, die andere Hälfte war damals schon an die Familie von Below gegangen. Claus von Below trat sie aber schon 1699 erblich an Tessen Christian von Kleist ab.
1752 kam das gesamte Lehen in eine Hand unter Hans Joachim von Kleist in Nemitz (heute npolnisch: Niemica), und 1857 kaufte Eugen Andreas Ludendorff (1834–1893) das Gut von der Familie von Kleist. 1890/95 schließlich wurde der größte Teil des Gutes aufgesiedelt. Ein Restgut in der Größe von 212Hektar blieb bestehen und war 1939 im Besitz von Heinrich Thormeyer, der es an Hans Heinrich Zeidler verpachtet hatte.
In Ratteick mit seinen Ortsteilen Bartelsmühle (polnisch: Jazy) und Glashütte (Borowiec) lebten 1818 lediglich 52 Einwohner. Die Zahl stieg 1885 auf 403, betrug 1939 aber nur noch 295. Die Gemeindefläche umfasste in diesem Jahr 1100 Hektar.
Die drei Gemeinden des Amtsbezirks waren auch zum Standesamt in Ratteick zusammengeschlossen. Die erhaltenen Standesamtsunterlagen aus der Zeit vor 1945 befinden sich im Standesamt Sianów (Zanow) (Unterlagen aus dem 20. Jahrhundert) bzw. im Staatsarchiv Koszalin (19. Jahrhundert).
In Ratteick waren die Einwohner vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Die Kirchengemeinde, zu der 1940 insgesamt 286 Gemeindeglieder gehörten, war selbständig, gehörte als Filialgemeinde – wie auch die Kirchengemeinde Zowen (Sowno) – zum KirchspielKösternitz (Kościernica) im KirchenkreisKöslin (Koszalin) der KirchenprovinzPommern der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Wilhelm Schubring.
In Ratteick stand eine Kirche, die von einem Friedhof umgeben war. Rittergutsbesitzer Eugen Andreas Ludendorff hatte das Gotteshaus 1860 aus eigenen Mitteln errichten lassen. Es war ein Gebäude, das massiv aus Findlingen und Ziegelsteinen erstellt wurde. Der Glockenstuhl war vor der Kirche in Fachwerk aufgestellt worden.
In Ratteick gab es vor 1945 eine einklassige Volksschule, deren Gebäude etwa 1890 errichtet worden war. 40 bis 50 Kinder besuchten die Schule, deren letzter deutscher Lehrer Richard Klix von 1917 bis 1945 hier unterrichtete.