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Radio Grischa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Radio Grischa
«Ds Radio vu do»
Hörfunksender (privatrechtlich)
Programmtyp Adult Contemporary
Empfang Kabel, analog terrestrisch, Internet, DAB+
Empfangsgebiet Kanton Graubünden Graubünden, Kanton Glarus Glarus, Kanton St. Gallen St. Gallen (Sarganserland und Werdenberg)
Sendestart 9. Dez. 1988
Sprache Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch
Sitz Chur GR
Eigentümer Somedia
Geschäfts­führung Silvio Lebrument
Programm­direktion Stefan Nägeli
Reichweite 68'720 Hörer (2. Halbjahr 2025, Mo–Fr, D-CH, 15+)
Liste von Hörfunksendern
Website

Radio Grischa ist ein konzessioniertes Bündner Lokalradio für das Versorgungsgebiet Südostschweiz mit Sitz in Chur. Der Sender gehört zur Schweizer Mediengruppe Somedia und ging 1988 als erstes Bündner Privatradio auf Sendung.

Redaktionssitz und Studios befinden sich im Medienhaus im Westen der Bündner Hauptstadt an der Sommeraustrasse 32.[1]

Die Hauptsendesprache ist Bündnerdeutsch. Entsprechend der Dreisprachigkeit Graubündens werden auch Beiträge in rätoromanischer und italienischer Sprache ausgestrahlt.

Markenzeichen des Senders ist das langjährige Steinbock-Maskottchen «Rocko»,[2] eine Anlehnung an das Wappentier des Kantons Graubünden (rm. Grischa).

Radio-Grischa-Werbebanner, hier am Medienhaus der Somedia angebracht

Gründung und Sendestart (1986–1989)

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Ursprünglich ging Radio Grischa 1987 für 30 Tage als temporäre Radiostation auf Sendung. Anlass war das 125. Jubiläum der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG, heute UBS), das mit dem 25-jährigen Bestehen der Bank in Graubünden zusammenfiel.[3] Die SBG sponserte den einmonatigen Versuch. Zur Realisierung wurde im September 1986 ein gleichnamiger Verein gegründet.[4]

Das erste Studio befand sich in den Räumlichkeiten der damaligen SBG an der Gäuggelistrasse in Chur. Programmleiter war der Berner Journalist und Radiopionier Matthias Lauterburg.[5][6] Heute bekannte Namen wie Felix Benesch, Tristan Brenn, Claudia Cadruvi, Jürg Rageth und Gieri Spescha gehörten zum Gründerteam.[3][7]

Das Programm des ersten Bündner Privatradios stiess auf reges Interesse. Angetrieben durch den unerwartet grossen Zuspruch der Hörer,[8] beschlossen die Verantwortlichen im August 1988, eine Konzessionsbewerbung für einen dauerhaften Betrieb beim Bund einzureichen.[6] Die Radio Grischa AG wurde einen Tag zuvor gegründet.

Grischa erhielt daraufhin die Konzession. Der offizielle Sendestart mit Vollprogramm war im Dezember 1988 im späteren Verbreitungsgebiet Nordbünden.[9] Das Studio befand sich fortan in der Churer Neumühle an der Gürtelstrasse.[4] Zur Radio-Crew gesellten sich u. a. auch Andri Franziskus, Gianluca Galgani, Yvonne Dünser und Roman «Howey» Senn.[8]

Ende Juni 1989 erreichte das Radio laut einer Umfrage bereits etwa ein Drittel der damaligen Bündner Bevölkerung.[4]

Studio Neumühle

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Für viel Aufmerksamkeit sorgte das neue Radiostudio in der Neumühle, darunter speziell die Sendeanlage mit Touchscreen. Die Bedienung der Studiotechnik erfolgte nämlich ausschliesslich über den Bildschirm; ein herkömmliches Mischpult kam nicht zum Einsatz. Tonträger und Mikrofone wurden direkt über den Touchscreen eingespielt.[8][9]

Radio Grischa war das erste computergesteuerte Radio Mitteleuropas. Medienfachleute aus ganz Europa und den Vereinigten Arabischen Emiraten besuchten das Studio des Senders.[8][9]

1995 zog Grischa von der Gürtelstrasse in neue Studioräumlichkeiten an der Masanserstrasse.[4]

Interne Unruhen und finanzielle Herausforderungen (1995–1997)

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In den 90er Jahren war es noch üblich, dass Geschäfts- und Programmleitung bei Schweizer Privatradios in Personalunion geführt wurden. Dies traf auch auf Radio Grischa zu. 1995 forderte der damalige Leiter Gieri Spescha im Rahmen der Programmreform unter anderem eine Rollentrennung. Der Verwaltungsrat der Radio Grischa AG lehnte dies jedoch ab. Mangels Einigung wurde Spescha schliesslich entlassen.[10]

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders solidarisierten sich mit ihrem Vorgesetzten und protestierten gegen die Entlassung. In einer Protestaktion nutzten sie, entgegen journalistischer Grundsätze, das Radio selbst als Plattform für ihre Kritik am Vorgehen des Verwaltungsrats. Mitunter wurden auch Kündigungsdrohungen geäussert.[10]

Anschliessend kam es bis 1997 zu diversen personellen Umbrüchen. Die Radio Grischa AG setzte einen neuen Verwaltungsratspräsidenten ein. Ausserdem wurde die Werbeabteilung des Senders neu besetzt. Patrick Vogt übernahm 1996 die Programmleitung von Grischa.[11]

Neben der hohen Personalfluktuation machten schon länger finanzielle Probleme dem Radio zu schaffen. Ohne Gebührenanteile und die Verbreitungsleistungen der Tele Rätia AG, welche einen kostenfreien Betrieb von UKW-Sendern ermöglichte, wäre der Erhalt des Programms kaum haltbar gewesen. Dazu kamen ein wenig ertragreicher Bündner Werbemarkt und die zunehmende Konkurrenz durch neue Medienangebote, was die Refinanzierung via Lokalmarkt zunehmend erschwerte.[11]

Mehrheitsübernahme durch die Gasser AG

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Die Gasser AG (später Gasser Holding) war ursprünglich als Minderheitsaktionärin am Radiosender beteiligt. Ende der 90er-Jahre trennten sich mehrere Hauptaktionäre aus wirtschaftlichen Gründen von ihren Anteilen. In der Folge übernahm die Gasser Holding AG 1998 die Aktienmehrheit der Trägergesellschaft.[3][12][13]

Verleger Hanspeter Lebrument, der damalige Geschäftsführer der Gasser-Gruppe, wurde im selben Jahr Verwaltungsratspräsident der Radio Grischa AG.[14] Lebrument ging anschliessend eine Werbeallianz mit dem Innerschweizer Radio Central ein. Der gemeinsame Auftritt unter dem Namen Südostschweiz hatte zum Ziel, die Attraktivität der Sender für nationale Werbekampagnen zu erhöhen.[14][15] Die Zusammenarbeit mit Central wurde später wieder eingestellt.

Weltrekord im Dauerwunschkonzert 1998

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Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums brach Radio Grischa den Weltrekord im Dauerwunschkonzert. Zwischen November und Dezember 1998 wurden 5700 Musikwünsche in einem eigens dafür errichteten Studio über den Äther geschickt. Der Rekord wurde im Guinness-Buch der Rekorde 2000 festgehalten.[4]

Eingliederung in die Südostschweiz Medien AG

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Die Gasser Holding ging 2000 vollständig in der 1997 gegründeten Südostschweiz Medien AG (heute Somedia) von Hanspeter Lebrument auf.[16][17] Damit wurde die Radio Grischa AG zu einer Tochtergesellschaft der Südostschweiz Medien und firmierte künftig als Südostschweiz Radio/TV AG. Der Gesellschaftszweck umfasste, neben der Haltung einer Radiokonzession, neu auch den Betrieb des 1999 gestarteten TV-Senders Tele Südostschweiz.[18] Im selben Jahr folgte ein weiterer Umzug des Radiosenders an die Comercialstrasse.[19][20] Der Fernsehbetrieb wurde 2009 in die ehemalige Radio Grischa Werbe resp. Südostschweiz GrischaCom AG überführt (neu Südostschweiz TV AG).[21]

Zusammenarbeit mit Radio Piz/Engiadina

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Der 1990 gegründete Südbünder Sender Radio Piz (ehem. Piz Corvatsch) ging aus finanziellen Gründen im Jahr 2000 eine Kooperation mit Radio Grischa ein. Mit Ausnahme der vierstündigen Morgensendung, welche Radio Piz selbst produzierte, wurde fortan das Mantelprogramm von Grischa ausgestrahlt.[22] 2002 wurde die Trägergesellschaft von Radio Piz, die Radio Piz AG, mit der Südostschweiz Radio/TV AG fusioniert.[23]

2004 wurde Piz einem Relaunch unterzogen. Das neue Radio Engiadina sendete nun wieder ein volles Tagesprogramm mit Fokus aufs Engadin. Die enge Zusammenarbeit mit Grischa blieb bestehen.[22] Engiadina wurde später wieder auf ein Programmfenster reduziert.[24]

Erneute Verschärfung der wirtschaftlichen Lage (ab 2004)

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Verkauf der Tele Rätia AG
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Der Kabelnetzbetreiber Swisscom Broadcast übernahm 2004 84,4 % des Aktienkapitals der 1980 gegründeten Tele Rätia AG vom Kanton Graubünden.[25] Nebst der Versorgung mit Fernsehprogrammen war die Tele Rätia auch für den Betrieb von 21 UKW-Umsetzern zuständig.[26] In diesem Zusammenhang erbrachte die Tele Rätia Verbreitungsleistungen für die Sender Grischa und Engiadina. Dies hatte ab 2008 eine merkliche Steigerung der Verbreitungskosten zur Folge.[27]

Im Jahr 2000 liess das Bundesgericht in einem Urteil bezüglich eines Rechtsstreits über die Gebührenerhebung der Tele Rätia AG unter anderem verlauten, dass der Kanton ohne Empfangsmöglichkeit (terrestrische Antenne) keine Gebühr für lokale Sendeanlagen verlangen dürfe. Ein blosser Besitz eines Empfangsgeräts genügte demgemäss nicht.[28] Das Urteil verunmöglichte damit die vorgängige Gebührenpraxis, welche auch den Radiosendern zugutekam.

Rückgang der ausgewiesenen Hörerzahlen
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Der SRG-Forschungsdienst (Vorgänger der heutigen Mediapulse AG) nahm für das Jahr 2004 Änderungen am Berechnungsschlüssel für die Radiocontrol-Zahlen vor. Ursache dafür war eine Erhöhung der Anzahl Messuhren.[29]

Folglich wurde vom Messsystem Radiocontrol für das Jahr 2004 eine Reichweite von etwa 75'000 Hörern ausgewiesen, was einer Halbierung der 2003 erfassten rund 150'000 Hörer für die Sender Grischa und Engiadina entsprach. Da die Sekundenpreise für Radiowerbung von den Hörerzahlen abhängig sind, sanken dementsprechend die Einnahmen und der Umsatz der beiden Radiosender ab 2006. Für das Jahr 2005 durften sich Radio Grischa und Engiadina im Rahmen einer Übergangslösung ausnahmsweise auf die Hörerzahlen von 2003 stützen. Die ausgewiesene Reichweite blieb ab 2004 stabil.[27]

Spezialsendung zum Nationalfeiertag 2009

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2009 sendete das Radio anlässlich des Nationalfeiertages aus dem Swisscoy-Camp im Kosovo. Die Spezialsendung wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Soldatensender[30] Radio Casablanca realisiert.[31]

Weltrekord im Dauertelefonieren 2011

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2011 brach Radio Grischa mit den Churerinnen Sarah Capaul und Myriam Thomann den Weltrekord im Dauertelefonieren und erhielt infolgedessen einen zweiten Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Das Telefonat dauerte 43 Stunden, 8 Minuten und 55 Sekunden.[32]

Erschliessung des Kantons Glarus

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2013 begann Grischa mit der Erschliessung des Kantons Glarus.[33] Die bisherigen Versorgungsgebiete Graubünden Nord (Kanton Graubünden ohne Bezirke Bernina, Inn und Maloja; A13 Landquart–Sargans, A3 Sargans–Walenstadt) und Graubünden Süd (Bezirke Bernina, Inn und Maloja) waren zuvor, ergänzt durch den Kanton Glarus (ohne Gemeinde Bilten), durch den Bundesrat 2007 im Rahmen der RTVV-Totalrevision als Region Südostschweiz definiert worden.[34][35]

Mit ein Grund für die Schaffung des Versorgungsgebiets Region Südostschweiz war die eingeschränkte wirtschaftliche Perspektive der bisherigen Sender Grischa und Engiadina. Der RTVV-Entwurf sah ursprünglich eine Beibehaltung der beiden Versorgungsgebiete Nord- und Südbünden vor.[17] Schliesslich kam das BAKOM den Forderungen nach einem grösseren Sendegebiet im Südosten der Schweiz nach und änderte die Einteilung nach dem Vernehmlassungsverfahren.[34]

Fusion mit Radio Engiadina

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Radio Engiadina wurde im Januar 2014 mit Grischa fusioniert. Der Südbündner Sender wurde infolge der Markenvereinheitlichung in Radio Grischa umbenannt.[36] Das in Samedan produzierte Fensterprogramm (neu Grischa Süd) blieb zunächst bestehen.[37][24]

Rechtsstreit mit der Radio Südost AG

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Im April 2014 wurde die Konzession für das neue erweiterte Sendegebiet Graubünden, Sarganserland und Glarus definitiv an Radio Grischa vergeben. Das Bundesverwaltungsgericht hatte die letzte Klage der Radio Südost AG von Roger Schawinski gegen die Konzessionserteilung an Grischa als gegenstandslos abgeschrieben.[38]

Damit wurde der Konzessionsentscheid des BAKOM aus dem Jahre 2008, der zu einem sechsjährigen Rechtsstreit zwischen der Südostschweiz Radio/TV AG und der Radio Südost AG geführt hatte, definitiv bestätigt.[39][38] Schawinski reichte daraufhin Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Im August 2015 erklärte das Gericht die Beschwerde für unzulässig.[40] Das Projekt «Radio Südost» wurde infolgedessen eingestellt.

Die Initianten des unterlegenen Senders Radio Südost, Roger Schawinski, Stefan Bühler, Daniel Siegel und Matthias Eppenberger argumentierten vergeblich, dass mit dem Entscheid des UVEK die Meinungs- und Angebotsvielfalt nicht gewährleistet sei.[39]

Das UVEK kam nach einer vorhergehenden Überprüfung zum Schluss, dass die Südostschweiz Mediengruppe in gewissen Bereichen durchaus eine marktbeherrschende Stellung aufwies, jedoch habe es «keine stichhaltigen Anhaltspunkte für einen publizistischen, systematischen und zukunftsgerichteten Missbrauch» gegeben.[39]

Umstrukturierung und Umbenennung in Radio Südostschweiz

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Die Umbenennung des Senders wurde erstmals im Mai 2014 angekündigt. Zukünftig wollte man unter der Marke «Radio Südostschweiz» auftreten, analog der Dachmarke der Medienfamilie. Der Namenswechsel wurde damit begründet, dass das Sendegebiet neu den Kanton Glarus beinhaltete.[41] «La Grischa» ist eine volkstümliche, romanische Bezeichnung für den Kanton Graubünden.

Im November 2014 führte der Bundesrat erneut eine RTVV-Revision durch. Neu waren Konzessionäre nicht mehr dazu verpflichtet, Programmfenster oder Zweigstudios zur Erfüllung der regionalen Leistungsaufträge aufrechtzuerhalten. Regionale Informationsleistungen durften nun im Rahmen des Hauptprogramms verbreitet werden.[42] Dies bedeutete das faktische Aus von Grischa Süd (ehemals Engiadina). Der Entscheid zur Einstellung fiel noch im selben Monat.[43]

Ende 2014/Anfang 2015 zog Grischa (Nord) von der Comercialstrasse 22 in das damals neu eingeweihte Medienhaus.[44] Am 19. Januar 2015 stellte Grischa Süd den Sendebetrieb ein; das Samedner Studio wurde folglich geschlossen. Südbünden wird seither von Chur aus versorgt.[37]

Die Umbenennung in Radio Südostschweiz wurde im Februar 2015 vollzogen.[19][45]

Rechtsstreite um Konzession und Marke mit der Radio Alpin Grischa AG

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Konzessions-Rechtsstreit
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2023 reichte die Radio Alpin AG, vertreten durch die Initianten Roger Schawinski und Stefan Bühler, im Rahmen der Neukonzessionierung durch das BAKOM neben Radio Südostschweiz ebenfalls eine Bewerbung für eine Radiokonzession mit Leistungsauftrag und Gebührenanteil im Sendegebiet Südostschweiz-Glarus ein.[46] Seit der RTVV-Teilrevision vom 1. Januar 2023 umfasst das neu definierte Versorgungsgebiet Südostschweiz-Glarus neben den Kantonen Graubünden und Glarus die St. Galler Wahlkreise Sarganserland und neu den Kreis Werdenberg.[47]

Mit ihrem neuen Projekt «Radio Alpin» bewarben sich die Konkurrenten Schawinski und Bühler nun bereits ein zweites Mal um die Bündner Konzession.

Radio Südostschweiz verlor im Januar 2024 gemäss BAKOM-Entscheid die Veranstalterkonzession für die Periode 2025 bis 2034 an Radio Alpin.[48] Die Südostschweiz Radio AG (ehem. Südostschweiz Radio/TV AG) reichte daraufhin Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein.[49]

Das Gericht hiess die Beschwerde der Südostschweiz Radio AG im Januar 2025 teilweise gut. Die Radiokonzession ging zurück an Somedia.[50][51] Laut Urteil hatte die Radio Alpin AG (mittlerweile Radio Alpin Grischa AG) das «Mindestverhältnis der ausgebildeten zu den auszubildenden Programmschaffenden» und somit die Konzessionsvoraussetzungen nicht erfüllt.[52] Anschliessend reichten Schawinski und Bühler einen Revisionsantrag ein.[53]

Im Dezember 2025 verkündete das Bundesverwaltungsgericht, dass das Revisionsgesuch der Radio Alpin Grischa AG aufgrund eines fehlenden gesetzlichen Revisionsgrundes abgewiesen worden sei.[54] Damit verbleibt die Konzession bis 2034 definitiv bei der Südostschweiz Radio AG.[55]

Die Radio Alpin Grischa AG gab nach verlorenem Rechtsstreit um die Konzession die endgültige Einstellung ihres Projekts bzw. Senders bekannt.[56]

Markenrechtsstreit
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Die Initianten von Radio Alpin, Roger Schawinski und Stefan Bühler, hatten ihr Projekt im April 2024 in Radio Grischa umbenannt. Dazu beantragten sie eine Löschung der Wortmarke «Radio Grischa» beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE). Die Wortmarke war zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz der Somedia, welche sich gegen die Löschung wehrte.[57]

Im Dezember 2024 wurde die im Jahre 2015 erfolgte Umbenennung in Radio Südostschweiz inmitten der Rechtsstreitigkeiten mit der Radio Alpin Grischa AG um Konzession und Wortmarke[58][59] wieder rückgängig gemacht. Unter der Marke «Radio Südostschweiz» wird seither ein Webchannel betrieben, der ein reines Musikprogramm sendet.[60]

Das IGE löschte im März 2025, zugunsten der Radio Alpin Grischa AG, die Wortmarke «Radio Grischa» wegen Nichtgebrauchs aus dem eidgenössischen Markenregister.[61] Radio Grischa, resp. Somedia, verzichtete in Bezug auf die Markenlöschung auf einen Gang vors Bundesgericht.[62] Das Grischa-Logo mit Steinbock ist als Wort-Bild-Marke weiterhin geschützt.[63]

Nach schweizerischem Recht erlischt der Markenschutz, wenn eine eingetragene Marke während mindestens fünf Jahren nicht kommerziell genutzt wird. Die Somedia hatte die Wortmarke «Radio Grischa» zwischen 2015 und 2024, als Folge der inzwischen rückgängig gemachten Umbenennung des Senders, nicht kommerziell gebraucht. Damit ist das Schutzrecht erloschen.[64]

Nach Abschluss des Rechtsstreits um die Sendekonzession hat die Somedia erneut ihre Absicht bekräftigt, trotz Verlust der Wortmarke am Sendernamen «Radio Grischa» festzuhalten. Weitere Umbenennungen sind nicht geplant.[65]

Radio-Grischa-Sendeauto (2011)

Radio Grischa wird (Stand 2026) auf den folgenden UKW-Frequenzen[66] ausgestrahlt:

Ortschaft/Region Frequenz
Ruschein 89,60
Sils i. D. 94,50
Feldis 95,10
Brämabüel 97,20
Brambrüesch 99,20
Gotschnagrat 99,70
Balveins 100,20
Walenstadtberg 102,00
Crap S. Gion 105,00
Valzeina 107,00

Ausserdem wird der Sender im Internet und über DAB+ im Kanal 7A (Nordschweiz) und Kanal 8C (Tessin) der SMC sowie im Kanal 12D (Graubünden) der SRG verbreitet.[67] Darüber hinaus ist Grischa auf der Radiobranchen-Plattform «Swiss Radioplayer» vertreten.[68]

Das Versorgungsgebiet von Radio Grischa gemäss BAKOM (Südostschweiz-Glarus, Stand 2023)

Nebst Wetter- und Verkehrsmeldungen produziert Radio Grischa Regionalnachrichten, die das Versorgungsgebiet Südostschweiz-Glarus abdecken und auf dem Sender ausgestrahlt werden. Dazu gehören beispielsweise die Sendung «Info Kompakt» sowie das «Sport Magazin».[69] Nationale und internationale Nachrichten werden von der CH Media bezogen. Weiter werden Informations-, Talk- und Unterhaltungssendungen intern produziert.

Die Abdeckung der rätoromanischen Sprache wird durch eine separate Radiosendung gewährleistet. Werktags kurz nach 9 und 15 Uhr wird die romanischsprachige Informationssendung «Las Minutas Rumantschas» gesendet.[70]

Der Musikmix setzt sich hauptsächlich aus aktueller Popmusik sowie Dance-, Pop-, Rock- und R&B-Liedern der letzten Jahrzehnte zusammen.[71][72]

Ein weiterer Schwerpunkt sind Schweizer resp. regionale Produktionen und Mundart-Musik, die im nationalen Quervergleich einen hohen Anteil der gespielten Titel ausmachen.[71] Unter anderem wird täglich ein halbstündiges Fenster für Schweizer Musik reserviert. Freitags werden in der Sendung «Grischa Soundcheck» die regionalen Musik-Neuerscheinungen thematisiert.[73]

Dienstagabends werden jeweils im Rahmen der Sendung «Min Fiirobig» zwei Stunden der Schlager- und Ländlermusik gewidmet.[74]

Stefan Nägeli ist derzeit als Programmleiter tätig. Markus Seifert ist seit 1999 bei Radio Grischa angestellt,[75] gegenwärtig als Leiter Qualitätssicherung und Ausbildung.[76] Freddy Eggenberger leitet Produktion und Technik.[77] Marketing-Projektleiter ist David Raggl.[78]

Seit 2008 ist René Lenherr als Musikchef für das musikalische Programm des Senders verantwortlich.[71] Livio Biondini ist Teamleiter der Redaktion.[76]

Katharina Balzer-Brändli ist seit ihrem Praktikum 2003 Moderatorin bei Grischa.[79] Das Moderationsteam wird aktuell von Nicole Färber geleitet.[76]

Folgende Tabelle bietet einen Überblick über die Programmleiter von Radio Grischa:

Name Zeitraum
Matthias Lauterburg 1987, 1988–1990[5]
Gieri Spescha 1990–1995[80]
Patrick Vogt 1996–1999[81][82]
Marcel Melcher 2000–2005[83]
Michael Forster 2005–2008[83][84]
Martina Fehr 2008–2012[84][85]
Thomas Schifferle 2012–2013[86][87]
Melanie Salis 2013–2016[88][89]
Jürgen Törkott 2016–2022[89][90]
Stefan Nägeli 2022–2026[90][91]

Einzelnachweise

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  1. Kontakt | Radio Grischa. Abgerufen am 16. Mai 2026.
  2. Radio Grischa Böckli | Radio Grischa. Archiviert vom Original am 16. Mai 2025; abgerufen am 10. März 2026.
  3. 1 2 3 Jubiläum steht an: 30 Jahre «Ds Radio vu do». Archiviert vom Original am 17. September 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  4. 1 2 3 4 5 Wenn aus 30 Tagen 30 Jahre werden. Archiviert vom Original am 13. November 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  5. 1 2 Herzlichen Glückwunsch: Radio Südostschweiz feiert den 35. Geburtstag. Archiviert vom Original am 19. Dezember 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  6. 1 2 Radio Grischa: Sender feiert seinen 20. Geburtstag. In: persoenlich.com. Abgerufen am 9. Dezember 2024.
  7. Radio Grischa: Roman Howey Senn kehrt zurück - Medien. Abgerufen am 28. Januar 2026.
  8. 1 2 3 4 Radio Grischa feiert 20. Geburtstag. In: kleinreport.ch. Abgerufen am 9. Dezember 2024.
  9. 1 2 3 Radio Grischa - DRS Aktuell - Play SRF. Abgerufen am 13. März 2026.
  10. 1 2 Lokalradio Grischa - Telesguard - Play RTR. Abgerufen am 17. März 2026.
  11. 1 2 GV Radio Grischa - Telesguard - Play RTR. Abgerufen am 17. März 2026.
  12. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 4. Januar 2025; abgerufen am 16. Mai 2026.
  13. Regionalfernsehen für die Region Graubünden. In: Bundesverwaltung admin.ch. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  14. 1 2 Année politique Suisse 1998 - Medien. Abgerufen am 16. März 2026.
  15. Lokalradio-Zusammenarbeit - Schweiz aktuell - Play SRF. Abgerufen am 16. März 2026.
  16. Zentraler Firmenindex der Schweizerischen Eidgenossenschaft (ZEFIX). Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  17. 1 2 BAKOM: Eingabe des Bündner Gewerbeverbandes; Vernehmlassung Richtlinie der UKW-Radio/TV-Versorgungsgebiete. 11. Januar 2007, abgerufen am 6. Dezember 2025.
  18. Meldungen Südostschweiz Radio AG - Chur. Abgerufen am 16. März 2026.
  19. 1 2 Aus Radio Grischa wird Radio Südostschweiz. Archiviert vom Original am 15. Dezember 2024; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  20. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 18. Oktober 2000; abgerufen am 7. September 2025.
  21. SHAB Nr. 184 vom 23. 09. 2008, S. 9, Publ. 4661996. In: SHAB. 28. Januar 2009, abgerufen am 16. März 2026.
  22. 1 2 Aus Radio Piz wird Radio Engiadina. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  23. Handelsregister: Radio Piz AG, St. Moritz. Handelsregister des Kantons Graubünden, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  24. 1 2 Südostschweiz: Radio Grischa für ganz Graubünden. In: Wayback Machine. 9. Oktober 2013, abgerufen am 16. Mai 2026.
  25. Swisscom Broadcast übernimmt Tele Rätia. Abgerufen am 15. März 2026.
  26. Anfrage Quinter betreffend Tele Rätia. Abgerufen am 15. März 2026.
  27. 1 2 Silvio Lebrument: Stellungnahme zur Verordnung RTVV. In: BAKOM. 14. August 2006, abgerufen am 15. März 2026.
  28. Urteil 2P.169/1999/leb. In: search.bger.ch. Bundesgericht, 17. April 2000, abgerufen am 17. Mai 2026.
  29. Radiocontrol: Für 2004 weiterhin keine Zahlen verfügbar. Abgerufen am 17. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  30. S. W. I. swissinfo.ch: "Radio Casablanca" für Swisscoy. In: SWI swissinfo.ch. 12. Juli 2000, abgerufen am 24. Oktober 2025.
  31. Radio Grischa sendet am 1. August aus dem Kosovo. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  32. Radio Grischa bricht Weltrekord im Dauertelefonieren. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  33. Konzessionsstreit: Radio Grischa kann nun Glarus erschliessen. Abgerufen am 14. März 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  34. 1 2 Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) Änderung vom 4. Juli 2007. 4. Juli 2007, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  35. BAKOM: Richtlinien für die UKW-Sendernetzplanung. In: bakom.admin.ch. 2007, abgerufen am 10. März 2026.
  36. Radio Engiadina wird zu Radio Grischa. Archiviert vom Original am 15. Dezember 2024; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  37. 1 2 Die Stimme Südbündens. Archiviert vom Original am 19. Dezember 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  38. 1 2 Radio Grischa: Der Streit hat ein Ende. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  39. 1 2 3 Grischa erhält Konzession – Schawinski ist schockiert. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2025; abgerufen am 16. Mai 2026 (Schweizer Hochdeutsch).
  40. Katharina Bracher: Roger Schawinski gelangt an Strassburg. 14. Juni 2014, abgerufen am 16. Mai 2026.
  41. Somedia: Aus Radio Grischa wird Radio Südostschweiz. Abgerufen am 25. Juli 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  42. Erläuternder Bericht: Teilrevision der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV). In: BAKOM. 5. November 2014, abgerufen am 14. März 2026.
  43. IMK-Diplomarbeit 2015: Die Stimme Südbündens - Höhenflug und Niedergang eines alpinen Radiosenders. Abgerufen am 14. März 2026.
  44. Radio Grischa sendet aus dem neuen Medienhaus | Südostschweiz. Archiviert vom Original am 28. Juli 2015; abgerufen am 16. Mai 2026.
  45. Der Kampf um «Radio Grischa» ist noch nicht vorbei. Abgerufen am 14. März 2026.
  46. «Radio Alpin»: Roger Schawinski greift mit Radiosender in der Südostschweiz an. Abgerufen am 5. Dezember 2025.
  47. LexFind. Abgerufen am 10. März 2026.
  48. S. W. I. swissinfo.ch: Radio Südostschweiz verliert Konzession an Roger Schawinski. In: SWI swissinfo.ch. 11. Januar 2024, abgerufen am 5. Dezember 2025.
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  50. Radio für die Südostschweiz – Wieso ist diese Radiokonzession für Roger Schawinski so wichtig? In: srf.ch. 31. Januar 2025, abgerufen am 31. Januar 2025.
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Koordinaten: 46° 50′ 52,9″ N,  30′ 6,2″ O; CH1903: 757338 / 190612