R&M Wegener


Die R&M Wegener GmbH & Co. KG war ein im Jahr 1817 gegründetes Unternehmen mit Sitz im oberhessischen Lauterbach, das mit 51 Mitarbeitern (Stand August 2020) Hüte und Mützen herstellte. Zwischen 1964 und 2008 wurde die olympische Nationalmannschaft von der Firma mit Kopfbedeckungen ausgestattet.[1] Die Firma ging 2022 in Insolvenz.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gründung in Hamburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nicolaus Hinrich Dubbers gründete 1817 in der Altonaer Altstadt eine Hutfabrik, die 1867 als Handelsgesellschaft eingetragen wurde – zusammen mit den Teilhabern Johann und Eduard Dubbers und Theodor Ferdinand Wegener, den Söhnen und dem Schwiegersohn des Gründers. Dessen Söhnen, Robert und Maximilian (daher R.&M. Wegener), wurde später die technische und auch kaufmännische Leitung des Betriebes übertragen. 1884 wurden Robert und Maximilian Wegener zusammen mit ihrem Vetter Nicolaus Hugo Dubbers, einem Enkel des Firmengründers, als Gesellschafter eingetragen.
Umzug nach Hessen
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Da in Altona das Lohnniveau rapide anstieg, beschloss Robert Wegener, die Firma in das oberhessische Blitzenrod bei Lauterbach zu verlegen, wo das Grundstück einer abgebrannten Spinnerei zum Verkauf stand. Besonders günstig war das Vorhandensein starker Wasserkraft, die jahrzehntelang zum Antrieb einer Turbine zur Stromgewinnung diente und die Stromversorgung für ganz Blitzenrod gewährleistete. Die offizielle Verlegung des Unternehmens fand am 1. März 1884 statt; im Mai 1885 wurde die Fabrik mit 50 Arbeitern in Betrieb genommen. Die Firma errichtete etwa acht Wohnhäuser für Mitarbeiterfamilien.
Im April 1888, nachdem Nicolaus Dubbers aus der Firma ausgeschieden war, wurde die Firma umstrukturiert und nannte sich von nun an Haarhutfabrik R.&M. Wegener. Im Alter von 59 Jahren zog sich Robert Wegener 1904 aus dem Geschäftsleben zurück; die beiden Söhne Kurt Theodor und Edgar rückten nach und übernahmen 1914 die Betriebsleitung.
In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen errichteten die Brüder weitere mietgünstige Häuser für die Arbeiterfamilien, da die Mitarbeiterzahl auf mehr als 250 angestiegen war. Dies, andere Maßnahmen und weitere sozialen Leistungen trugen dazu bei, ein persönliches Verhältnis und gutes Arbeitsklima zu schaffen.
Edgar Wegener fiel im Zweiten Weltkrieg, woraufhin sein Bruder Kurt die alleinige Leitung der Blitzenröder Haarhutfabrik übernahm. Er starb im 80. Lebensjahr am 13. November 1960.
Nachkriegszeit
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Klaus Theodor Wegener und Hans Wegener übernahmen nach 1945 die Leitung der Firma. Während eines Besuchs in Dallas erlernte Klaus Theodor Wegener die Spezialherstellung des Resistol-Hutes und schuf ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis zu der Firma Resistol (heute Stetson). Sein Verdienst war es, dass die Firma R.&M. Wegener im Jahre 1958 die Lizenz für die Herstellung der Resistol-Markenhüte erhielt.
Bis zum 4. September 1966 leiteten die Brüder, nun in vierter Generation, den Familienbetrieb. An diesem Abend fiel Klaus Wegener einem Autounfall zum Opfer.
Ab 1974 leitete sein ältester Sohn Hans Th. Wegener die Firma. Im Juli 2018 übergab er sie seiner Tochter Theresa Wegener. Nur ein kleiner Teil der Kollektion wurde als Eigenmarke, auch im angeschlossenen Laden, verkauft. Hauptsächlich beschränkte sich die Firma darauf, Design und Kollektion für andere Marken unter deren Namen als Auftragsarbeit zu entwickeln. Produzieren ließ sie in Italien, Polen und China.[1]
Während der Coronapandemie 2020 verzeichnete das Unternehmen laut eigener Aussage Umsatzeinbußen von 30 Prozent. Daraufhin initiierte die Unternehmerin eine Crowdfunding-Aktion, die jedoch scheiterte.[1][2] Seit 2022 existiert das Unternehmen am Standort Lauterbach nicht mehr. Ein Insolvenzverfahren wurde eingeleitet.[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anton Dorow: Hutfabrik Wegener: Trotz Olympia und EM kein großes Zusatzgeschäft, in: Pfälzischer Merkur vom 4. Juni 2012 (online ( vom 7. Dezember 2013 im Internet Archive))
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Marius Scherf: Ein alter Hut - neu gedacht, Fuldaer Zeitung vom 24. August 2020, S. 4
- ↑ Interessanter Beitrag auf Osthessen|News: https://osthessen-news.de/n11768244/lauterbacher-firma-hut-wegener-eine-von-30-briefkastenfirmen.html, abgerufen am 21. August 2026.
- ↑ https://www.fuldaerzeitung.de/vogelsberg/adresse-hut-wegener-insolvenzverfahren-briefkastenfirma-lauterbach-93400442.html, abgerufen am 21. August 2026.