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Queen’s Chapel

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Queen’s Chapel (2013)

Die Queen’s Chapel ist eine Kapelle in der City of Westminster, die zwischen 1623 und 1626 von dem Architekten Inigo Jones als Teil des Palast-Komplexes von St James’s Palace errichtet wurde. Seit 1987 ist sie als Grade-I-Bauwerk eingestuft.

Die Kapelle wurde 1623 von König James I. für die katholische Maria Anna von Spanien in Auftrag gegeben, die sein Sohn Charles beabsichtigte zu heiraten. Der Grundstein wurde noch im selben Jahr gelegt, jedoch scheiterte die Hochzeit mit der spanischen Infantin. Kurz nach seiner Thronfolge im Jahr 1625 heiratete Charles stattdessen Henrietta Maria von Frankreich, die ebenfalls katholisch war und die Kapelle nutzte.[1] Die Fertigstellung der Queen’s Chapel erfolgte 1626. 1662 wurde sie renoviert, um als Hofkapelle für Katharina von Braganza zu dienen, die Ehefrau von König Karl II.

Ab 1689 nutzten protestantische Hofangehörige vom Kontinent die Kapelle. Mit dem Thronantritt von König Georg I., der eine große Zahl von lutherischen Höflingen mitgebracht hatte, war die Kapelle auch als German Chapel bekannt. Der Komponist Augustus Frederic Christopher Kollmann wirkte hier ab 1784 als Chapel Keeper, später auch als Organist.[2] Seit 1939 wird sie wieder von der königlichen Familie exklusiv als Chapel Royal genutzt.

Das Venezianische Fenster an der Ostfassade der Queen’s Chapel

Der rechteckige Innenraum der Queen’s Chapel zeichnet sich durch ein kassettiertes Trommelgewölbe aus.[1] Der Architekturhistoriker Giles Worsley sieht ein Vorbild für dieses in dem antiken römischen Tempel des Sol und der Luna, den Palladio in seinen vier Büchern der Architektur beschreibt.[3]

Von außen präsentiert sich die Queen’s Chapel als rechteckiger Bau mit einem Giebeldach, das von einem hervorstechenden Kranzgesims getragen wird.

Bei dem dreiteiligen Venezianischen Fenster an der Ostseite der Kapelle handelt es sich um das erste Fenster dieser Art, das Jones in ein Bauwerk integrierte. Im folgenden Jahrhundert wurde das Venezianische Fenster eines der beliebtesten Motive der klassischen Architektur in England. Die Positionierung des Venezianischen Fensters über dem Altar wurde in der Nachfolge von Jones unter anderem in den Kapellen von Castle Ashby und Pembroke College sowie in weiteren Projekten des Architekten Christopher Wren adaptiert.[4]

Commons: Queen's Chapel, St James' Palace – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag in der National Heritage List for England
  • Eintrag auf der Website royalcentral.co.uk/

Einzelnachweise

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  1. 1 2 John Summerson: Inigo Jones. Yale University Press, New Haven/London 2000, S. 5455.
  2. Timo Evers: »…to rescue the science of music from the mysterious darkness in which it was wrapped.« August Friedrich Christoph Kollmann und seine Schriften. Biographie, Theorie und Expertise im Kontext musikalischer Wissensvermittlung um 1800 (= Göttinger Studien zur Musikwissenschaft. 8). Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2018, ISBN 978-3-487-15607-1, S. 202–205.
  3. Giles Worsley: Inigo Jones and the European Classicist Tradition. Yale University Press, New Haven/London 2006, S. 79.
  4. Giles Worsley: Inigo Jones and the European Classicist Tradition. Yale University Press, New Haven/London 2006, S. 187.

Koordinaten: 51° 30′ 18″ N,  8′ 13″ W