Quednau
Stadtteil von Kaliningrad
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| Deutscher Name | Russischer Name | Bemerkungen |
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| Landgemeinden: | ||
| Cummerau | Newskoje | 1927 in die Stadt Königsberg eingegliedert |
| Quednau | Sewernaja Gora | |
| Stiegehnen | Sokolowka | |
| Ziegelau | ||
| Gutsbezirke: | ||
| Absintkeim | ||
| Ballieth | Perwomaiski | |
| Beydritten | Perwomaiski | |
| Ernsthof | ||
| Fräuleinhof | Kutusowo | 1029 in die Landgemeinde Quednau eingegliedert |
| Maraunenhof | Bolschije Prudy | 1927 in die Stadt Königsberg eingegliedert |
| Quednau | Sewernaja Gora | 1885 i die Landgemeinde Quednau eingegliedert |
| Samitten | Dubossekowo | |
| Schäferwalde | ||
| Sudau | Maikowo | |
| Zögershof |
Am 29. März 1906 wurde die Landgemeinde Devau (russisch: Rischskoje) aus dem Amtsbezirk Kalthof (russisch ebenfalls: Rischskoje) in den Amtsbezirk Quednau umgegliedert, kam allerdings 1927 bereits zur Stadt Königsberg. Aufgrund struktureller Veränderungen gehörten 1931 nur noch die drei Gemeinden Quednau, Stiegehnen (Sokolowka) und Ziegelau (nicht mehr existent) zum Amtsbezirk Quednau. Am 1. April 1939 wurden auch Quednau und Stiegehnen nach Königsberg eingemeindet und Ziegelau wurde dem Amtsbezirk Neuhausen (russisch: Gurjewsk) zugeordnet. Der Amtsbezirk Quednau wurde daraufhin aufgelöst.
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quednauer Kirche
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Berühmt war die Quednauer Kirche,[5] die aus dem 16. Jahrhundert stammte und ein verputzter Feldsteinbau war. Im 19. Jahrhundert mehrfach restauriert überstand sie den Zweiten Weltkrieg fast unzerstört. In den Folgejahren allerdings verfiel sie und wurde zu Beginn der 1970er Jahre vollständig abgetragen. Dort, wo die Kirche stand, befindet sich heute ein Wiesengelände. Aus der Kirche erhalten ist eine der Glocken, die heute in der Martinikirche im niedersächsischen Stöckheim läutet.
Zur Geschichte der Quednauer Kirche und Gemeinde siehe den speziellen Artikel Quednauer Kirche
Fort Quednau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bedeutend war das in den Jahren 1872 bis 1884 angelegte Fort, eines der größten zwölf der Fortifikationsbauten Königsbergs im Norden der Stadt, das in den Jahren zwischen den Weltkriegen wechselnde Verwendung fand. Es trug den Namen „Fort 3 Friedrich Wilhelm I.“.
Zur Entstehung und Bedeutung des Forts Quednau siehe den speziellen Artikel Fort Quednau
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nalube, ein Pruße, war Anführer der Quednauer gegen den Orden
„Doch Nalube, der Quednauer, erneuerte bald wieder die Belagerung, und preussische, in die Mündung des Pregels gestellte Schiffe, hinderten jede Zufuhr, bis ein Bürger aus Lübeck sich mit einigen, die altpreussische Sprache redenden Männern in einem Bote zu ihnen begab. Sie wurden in der Dunkelheit der Nacht für Freunde gehalten; der Lübecker aber durchbohrte nun insgeheim die preussischen Fahrzeuge, wovon einige sanken. Die Preussen erbauten hierauf eine Brücke über den Pregel und deckten jedes Ende der Brücke durch eine Verschanzung; aber Verzweiflung erhöhte den Muth der durch Hunger aufs äusserste gebrachten Besatzung Königsbergs. Sie landete auf der Brücke, und schlug die weit überlegenen Feinde. Eine neue Einschließung Königsbergs unterblieb, weil der preussische Feldherr Herkus Monte, beim Anfange dieser Unternehmung verwundet wurde. Aber die damals auf dem heutigen Steindamm liegende Stadt Königsberg wurde von Nalube überfallen und verbrannt. Um dies zu rächen, that die Besatzung des Schlosses einen Ausfall; Nalube wurde geschlagen, aller gemachten Beute wieder beraubt, und die Stadt vom Orden 1264 auf dem Platze der heutigen Altstadt wieder erbaut.“[6]
- Erhardus Sperber (1529–1608), preußischer lutherischer Theologe und Schriftsteller, war von 1554 bis 1558 als Pfarrer an der Quednauer Kirche tätig
- Siegfried Großmann (1930–2025), deutscher Physiker, in Quednau geboren
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]in der Reihenfolge des Erscheinens
- Ludwig von Baczko: Versuch einer Geschichte und Beschreibung von Königsberg. Königsberg 1804.
- Karl Emil Gebauer: Kunde des Samlandes oder Geschichte und topographisch-statistisches Bild der ostpreussischen Landschaft Samland. Königsberg 1844, S. 99–100 (books.google.de) und S. 112–113 (books.google.de).
- Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 16–17 (Google Books).
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 1: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Samlandes. Königsberg 1898, S. 114–116 (Google Books).
- Richard Armstedt: Geschichte der königl. Haupt- und Residenzstadt Königsberg in Preußen. Reprint der Originalausgabe, Stuttgart 1899.
- Quednau, Dorf, Landkreis Königsberg, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Quednau (meyersgaz.org).
- Georg Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen. Berlin, Leipzig 1922.
- Fritz Gause: Die Geschichte der Stadt Königsberg in Preussen. 3 Bände. Böhlau, Köln 1996, ISBN 3-412-08896-X.
- Grasilda Blažiene: Die baltischen Ortsnamen im Samland (= Hydronymia Europaea. Sonderband II). Steiner Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07830-4.
- Baldur Köster: Königsberg. Architektur aus deutscher Zeit. Husum Druck, Husum 2000, ISBN 3-88042-923-5.
- Robert Albinus: Königsberg-Lexikon. Stadt und Umgebung. Flechsig, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
- V. Kulakov: Pamjatniky istorii i kultury. Kaliningrad. Geschichts- und Kunstdenkmäler. Kaliningrad. Moskau 2005, ISBN 5-902425-01-8 (russisch: Pamjatniky istorii i kultury. Kaliningrad.).
- Jürgen Manthey: Königsberg – Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20619-1.
- Gunnar Strunz: Königsberg entdecken. Zwischen Memel und frischem Haff. Trescher, Berlin 2006, ISBN 3-89794-071-X.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Amtsbezirk Quednau (Territorial.de)
- Kaliningrad bankgorodov.ru
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Quednau
- 1 2 Rolf Jehke: Amtsbezirk Quednau.
- ↑ M. W. Ehrenreich: Landkreis Königsberg. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom am 21. Januar 2008; abgerufen am 20. Dezember 2025 (Stand 1. Dezember 1910).
- ↑ Michael Rademacher: Landkreis Samland. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Vororte von Königsberg bei ostpreussen.net.
- ↑ Ludwig von Baczko: Versuch einer Geschichte und Beschreibung von Königsberg. Königsberg 1804. S. 25–26.


