Stark:[6] X = hellgelbgrün Y = jadegrün (dunkelgrün?) Z = dunkelblaugrün
Qingheiit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Na2MnMgAl(PO4)3[1][5] und ist damit chemisch gesehen ein Natrium-Mangan-Magnesium-Aluminium-Phosphat. In natürlichen Qingheiiten kann allerdings ein Teil des Mangans durch Magnesium und/oder Eisen sowie auch ein Teil des Aluminiums durch Eisen ersetzt (substituiert) sein, sodass die Formel in verschiedenen Quellen in der Form Na2(Mn2+,Mg,Fe2+)2(Al,Fe3+)(PO4)3 angegeben wird.[3]
Qingheiit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt tafelige bis kurzprismatische Kristalle, findet sich aber meist in Form durchscheinender, unregelmäßiger Körner bis etwa vier Millimeter Größe.[3] Das Mineral ist von jadegrüner bis gelblichgrüner Farbe, hat eine gelblichgrüne Strichfarbe und zeigt auf den Oberflächen einen glasähnlichen Glanz.
Erstmals entdeckt wurde Qingheiit in einem unbenannten, muskovitreichenPegmatit nahe Qinggil (chinesisch 青河县, PinyinQīnghé Xiàn) im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang der Volksrepublik China. Die Erstbeschreibung erfolgte 1983 durch Ma Zhesheng, Shi Nicheng und Peng Zhizhong, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht bekannt.[3]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Qingheiit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es zusammen mit Bobfergusonit, Ferrorosemaryit, Ferrowyllieit, Rosemaryit und Wyllieit die „Wyllieitgruppe“ mit der Systemnummer 8.AC.15 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Qingheiit die System- und Mineralnummer 38.02.04.04. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc.“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., (A+B2+)5(XO4)3“ in der „Alluaudit-Wyllieitgruppe (Wyllieit-Untergruppe)“, in der auch Ferrowyllieit, Wyllieit, Rosemaryit, Bobfergusonit, Bradaczekit und Ferrorosemaryit eingeordnet sind.
Des Weiteren fanden M. Łodziński und M. Sitarz 2009 Qingheiit zusammen mit Willieit, Ferrowyllieit, Rosemaryit und Simferit im sogenannten „Góry Sowie Block“ bei Michałkowa (Michelsdorf), einem Nachbarort von Jugowice im Powiat Wałbrzyski in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien, wo unter anderem auch Maneckiit erstmals entdeckt wurde. Die Funde von Łodziński und Sitarz wurden allerdings noch nicht durch eine chemische Analyse per Röntgendiffraktion bestätigt.[9]
Yu Tinggao, Ma Zhesheng, Wang Wenying, Wu Mo:Qingheiite - A new mineral of phosphate. In: Acta Mineralogica Sinica. Band3, Nr.3, 1983, S.161–168.
Pete J. Dunn, George Y. Chao, Joel D. Grice, james A. Ferraiolo, Michael Fleischer, Adolf Pabst, Janet A. Zilczer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band69, Nr.5–6, 1984, S.565–569 (minsocam.org[PDF; 642kB; abgerufen am 15.Juli 2018]).
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Qingheiite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 64kB; abgerufen am 12.Juli 2018]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.431.
↑Pete J. Dunn, George Y. Chao, Joel D. Grice, james A. Ferraiolo, Michael Fleischer, Adolf Pabst, Janet A. Zilczer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band69, Nr.5–6, 1984, S.565–569 (minsocam.org[PDF; 642kB; abgerufen am 15.Juli 2018]).
↑Adam Pieczka, Frank C. Hawthorne, Bożena Gołębiowska, Adam Włodek, Anna Grochowina:Maneckiite, ideally NaCa2Fe2+2(Fe3+Mg)Mn2(PO4)6(H2O)2, a new phosphate mineral of the wicksite supergroup from the Michałkowa pegmatite, Góry Sowie Block, southwestern Poland. In: Mineralogical Magazine. Band81, Nr.3, 2017, S.723–736, doi:10.1180/minmag.2016.080.127 (abgerufen über De Gruyter Online).
↑Miguel Angel Galliski, Julio C. Oyarzábal, Maria Florencia Márquez-Zavalía, Ron Chapman:The association Qingheiite – Beusite – Lithiophilite in the Santa Ana pegmatite, San Luis, Argentina. In: The Canadian Mineralogist. Band47, Nr.5, Oktober 2009, S.1213–1223, doi:10.3749/canmin.47.5.1213.