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Pyrenäen-Gamander

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Pyrenäen-Gamander

Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Gamander (Teucrium)
Art: Pyrenäen-Gamander
Wissenschaftlicher Name
Teucrium pyrenaicum
L.

Der Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum)[1] ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gamander (Teucrium) in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).[2] Der niedrige Halbstrauch ist in Nordspanien und Südwestfrankreich verbreitet und wird selten als Zierpflanze verwendet.

Gekerbte, auffällig geaderte Laubblätter
Weiße Blüten mit purpurner Oberlippe
Illustration in The Botanic Garden, London 1825
Fruchtstand mit schwarzen Klausenfrüchten

Vegetative Merkmale

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Der Pyrenäen-Gamander ist ein an der Basis verholzter Halbstrauch, der dichte Matten aus haarigen, niederliegenden bis aufsteigenden, 15 bis 30 Zentimeter langen Stängeln bildet. Die gestielten Laubblätter sind am Grund keilförmig, 9 bis 13 (selten bis 25) Millimeter lang, rundlich, auffällig geadert, am Rande gekerbt und ober- und unterseits spärlich langhaarig.[2][1]

Generative Merkmale

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Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die bis 2 Zentimeter langen Blüten erscheinen in einem endständigen Köpfchen und sind von laubblattähnlichen Hochblättern umgeben. Der rötliche oder grüne, 9 bis 12 Millimeter lange, kahle oder langhaarige Blütenkelch besitzt 3 bis 4 Millimeter lange Kelchzähne. Die Blütenkrone hat eine weiße bis cremefarbene, dreilappige Unterlippe mit großem Mittel- und schmalen Seitenlappen sowie eine kleine, nach oben stehende, violette oder grünliche Oberlippe.[1][3]

Chromosomensatz

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Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es tritt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 26 auf.[4][5]

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pyrenäen-Gamanders erstreckt sich von Nordspanien (nördliches Katalonien, Aragonien und Navarra) über die Pyrenäen bis Südwestfrankreich.[1] Er besiedelt dort trockene Kalkhänge und Bergwiesen bis in Höhenlagen von 2000 Metern.[2][3]

Taxonomie und Systematik

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Die Erstveröffentlichung von Teucrium pyrenaicum erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 566.[6][7] Das Artepitheton pyrenaicum bedeutet „aus den Pyrenäen“. Ein Synonym für Teucrium pyrenaicum ist Polium pyrenaicum (L.) Mill. Es sind zwei Unterarten bekannt:[7]

  • Teucrium pyrenaicum subsp. pyrenaicum: Diese Unterart kommt vom nordöstlichen Spanien bis ins südwestliche Frankreich vor. Sie wird 10 bis 15 Zentimeter groß, besitzt relativ große Laubblätter, kurze Blattstiele und Blüten mit violetter Oberlippe.[8]
  • Teucrium pyrenaicum subsp. guarensis P.Monts.: Diese Unterart kommt von den südlichen Pyrenäen bis ins nordöstliche Spanien vor. Sie wird nur 5 bis 10 Zentimeter groß und besitzt kleinere Laubblätter, längere Blattstiele und Blüten mit grünlicher Oberlippe.[8]

Phylogenetische Analysen zeigen, dass der Pyrenäen-Gamander eng mit dem Polei-Gamander, dem Berg-Gamander und dem Kopfigen Gamander (Teucrium capitatum) verwandt ist.[9]

Der Pyrenäen-Gamander wird selten als trockenheitsverträgliche Zierpflanze für sonnige Steingärten und Trockenmauern genutzt. Er eignet sich auch gut für eine bodendeckende Bepflanzung von Gräbern und für die extensive Dachbegrünung.[2][3] Der Pyrenäen-Gamander gilt als winterhart bis etwa −23 °C (Zone 6).[10]

Da der Pyrenäen-Gamander toxische, leberschädigende Neo-Clerodan-Diterpenoide enthält, ist wie bei anderen Gamanderarten von einer medizinischen Verwendung abzuraten.[11][12]

  • Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. Band 2: I bis Z. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.
Commons: Pyrenäen-Gamander (Teucrium pyrenaicum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
  2. 1 2 3 4 Leo Jelitto, Wilhelm Schacht, Hans Simon: Die Freiland-Schmuckstauden, Handbuch und Lexikon der Gartenstauden. 5., völlig neu bearbeitete Auflage. 2: I bis Z. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2002, ISBN 3-8001-3265-6, S. 889.
  3. 1 2 3 Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 491.
  4. Massoud Ranjbar, Chonour Mahmoudi, Hamid Nazari: An overview of chromosomal criteria and biogeography in the genus Teucrium (Lamiaceae). In: Caryologia. Band 71, Nr. 1, Februar 2018, S. 63–79, doi:10.1080/00087114.2017.1420587.
  5. Taner Özcan, Tuncay Dirmenci, Esra Martin, Fahim Altınordu: Cytotaxonomical study in five taxa of the genus Teucrium L.(Lamiaceae). In: Caryologia. Band 68, Nr. 1, Januar 2015, S. 1–8, doi:10.1080/00087114.2014.996037.
  6. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 566, Digitalisat.
  7. 1 2 Datenblatt Teucrium pyrenaicum L. bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  8. 1 2 Thomas Meyer, Michael Hassler: Unterarten von Teucrium pyrenaicum mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
  9. Yasaman Salmaki, Stefan Kattari, Günther Heubl, Christian Bräuchler: Phylogeny of non‐monophyletic Teucrium (Lamiaceae: Ajugoideae): Implications for character evolution and taxonomy. In: Taxon. Band 65, Nr. 4, August 2016, S. 805–822, doi:10.12705/654.8.
  10. Datenblatt Teucrium pyrenaicum bei Missouri Botanical Garden.
  11. Pilar Fernández, Benjamín Rodríguez, Juan-Antonio Villegast, Aurea Perales, Giuseppe Savona, Franco Piozzi, Maurizio Bruno: Neo-clerodane diterpenoids from Teucrium pyrenaicum and T. subspinosum. In: Phytochemistry. Band 25, Nr. 6, Mai 1986, S. 1405–1409, doi:10.1016/S0031-9422(00)81298-4.
  12. Felix Stickel, Daniel Shouval: Hepatotoxicity of herbal and dietary supplements: an update. In: Archives of toxicology. Band 89, Nr. 6, Februar 2015, S. 851–865, doi:10.1007/s00204-015-1471-3.