Der Hafen Anchorage (heute offiziell englischDon Young Port of Alaska) ist ein Seehafen in Anchorage, Alaska, Vereinigte Staaten. Er wird überwiegend als Güterhafen, daneben auch von Kreuzfahrtschiffen genutzt. Der ganzjährig befahrbare Tiefwasserhafen nahm 1961 unter dem Namen Port of Anchorage den Betrieb auf.[1] Der Hafen wurde 2017 in Port of Alaska und im Januar 2024 in Don Young Port of Alaska umbenannt.[3]
Der Hafen wurde 1961 unter dem Namen Port of Anchorage eröffnet.[1] 2017 änderte die Stadtvertretung (Anchorage Assembly) den Namen in Port of Alaska, unter anderem um die Bedeutung der Anlage für den gesamten Bundesstaat zu betonen. Im Januar 2024 beschloss die Stadtvertretung, den Hafen zu Ehren des 2022 verstorbenen langjährigen Kongressabgeordneten Don Young in Don Young Port of Alaska umzubenennen.[3][4]
Eigentümer ist die Stadtverwaltung Anchorage (Municipality of Anchorage)[5]. Die Stadt tritt mit dem Hafen als Öffentliches Unternehmen auf.[6] Die Aufsicht hat die Anchorage Port Commission.
Der Hafen verfügt über drei allgemeine Frachtterminals mit insgesamt rund 2100 Fuß (etwa 640 Meter) Kailänge, die für den Umschlag von Containern, Roll-on/Roll-off-Verkehr, Stückgut und losem Zement ausgelegt sind. Hinzu kommen zwei Erdölterminals mit jeweils etwa 600 Fuß (rund 180 Meter) Liegeplatzlänge sowie eine Anlegestelle für Schubleichter.[2][1]
An den Frachtterminals sind drei schienengebundene, elektrisch betriebene Containerkrane installiert (zwei mit 30 und einer mit 40 Tonnen Tragfähigkeit). Die Erdölterminals sind über neun Produktleitungen mit einer Förderleistung von je 2000 Barrel pro Stunde an die landseitige Infrastruktur angebunden.[2] Auf dem rund 125 Acre (etwa 51 Hektar) großen, an den Hafen angrenzenden Frachtgelände befinden sich unter anderem Tanklager mit einer Kapazität von etwa 3,1 Millionen Barrel Flüssigtreibstoff sowie eine Zementlagerung von rund 60.000 Tonnen.[1]
Der Hafen ist als intermodaler Umschlagplatz an die wichtigsten Verkehrsträger Alaskas angebunden. Unmittelbar an das Hafengelände grenzt der Hauptgüterbahnhof der Alaska Railroad an, daneben bestehen Gleisanschlüsse auf dem Hafengelände selbst.[1] Über das Straßennetz ist der Hafen mit dem alaskischen Highway-System verbunden, an das nach Angaben des Hafens rund 75 Prozent der Einwohner Alaskas angeschlossen sind.[1]
In Sichtweite der Kaianlagen liegen der Ted Stevens Anchorage International Airport sowie die Start- und Landebahnen der Militärbasis Joint Base Elmendorf-Richardson (JBER). Ein hafeneigenes Ventilfeld und Pipelines verbinden hafennahe und hafenferne Tanklager, Verladeanlagen für Lastkraftwagen und Eisenbahn, die JBER, den Flughafen sowie die Erdölanlagen und die Raffinerieinfrastruktur in Nikiski.[1] Direkt benachbart befinden sich zudem die Leichterterminals der Reedereien Alaska Marine Line und NorthStar.[1]
Der Hafen ist die wichtigste Anlage für eingehende Frachtgüter in Alaska.[1] Über ihn werden Waren umgeschlagen, die von rund 90 Prozent der Bevölkerung Alaskas verbraucht werden; etwa die Hälfte der über den Hafen eingeführten Fracht wird an Ziele außerhalb Anchorages weiterverteilt.[1] 2025 wurden über den Hafen rund 5,5 Millionen Tonnen Treibstoff und Fracht umgeschlagen.[1] Nach Hafenangaben entfallen auf den Hafen etwa 75 Prozent der nicht-petroleumbezogenen Seefracht nach Alaska (ohne den Südosten des Bundesstaates), und er stützt eine wirtschaftliche Aktivität von mehr als 18 Milliarden US-Dollar.[1]
Besondere Bedeutung hat der Hafen für die Treibstoff- und Baustoffversorgung. Rund 90 Prozent des in das südliche Zentralalaska eingeführten Flüssigtreibstoffs werden über den Hafen abgewickelt, darunter ein großer Teil des an der JBER und am Flughafen Anchorage verbrauchten Flugtreibstoffs. Etwa 80 Prozent des in Alaska verwendeten Zements werden über den Hafen umgeschlagen.[1] Den Linien-Containerverkehr von und nach Tacoma bedienen die Reedereien Matson und TOTE Maritime.[7] Daneben wird der Hafen in geringem Umfang von Kreuzfahrtschiffen angelaufen.[1]
Seit 2006 ist der Hafen einer der 16 wichtigsten strategischen Seehäfen von militärischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten (Department of Defense Nationally Strategic Seaport),[8] unter anderem wegen der Ölversorgung der unmittelbar benachbarten Joint Base Elmendorf-Richardson.[1] Über den Hafen wird der größte Teil der ein- und ausgehenden Fracht des Verteidigungsministeriums in Alaska abgewickelt, mit Ausnahme von Munition und Sprengstoffen.[1]
Ab 2003 verfolgte die Stadt Anchorage mit dem Port of Anchorage Intermodal Expansion Project (PIEP) eine umfangreiche Erweiterung des Hafens, deren Durchführung sie der U.S. Maritime Administration (MARAD) übertrug.[9] Die Arbeiten wurden 2010 eingestellt, nachdem an den eingebauten Spundwänden eines patentierten Bausystems erhebliche Schäden festgestellt worden waren; der erweiterte Abschnitt blieb unbrauchbar.[9] Es folgten mehrjährige Rechtsstreitigkeiten; 2022 sprach ein Bundesgericht der Stadt einen Schadensersatz von rund 367 Millionen US-Dollar gegenüber der MARAD zu.[10]
2014 wurde das Port of Alaska Modernization Program (PAMP) aufgelegt, das den weitgehend altersbedingt korrodierten Bestand der Anlagen ersetzen soll.[11] In einer ersten Phase entstand zwischen 2020 und 2022 ein neues Erdöl- und Zementterminal.[12] Im März 2026 begannen die Arbeiten zum Ersatz des Frachtterminals 1, dem nach Angaben der Stadt größten Bauvorhaben seit der Bildung der Municipality of Anchorage im Jahr 1975.[13] Die Kosten des mehrphasigen, über das kommende Jahrzehnt angelegten Programms wurden 2026 auf rund 2,75 Milliarden US-Dollar geschätzt.[14]