Zum Inhalt springen

Planoptik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Planoptik AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0HGQS8
Gründung 1962
Sitz Elsoff, Deutschland Deutschland
Leitung Michael Schilling (Vorstand)
Mitarbeiterzahl 98 (2025)[1]
Umsatz 11,274 Mio. Euro (2025)[1]
Branche Mikrosystemtechnik, Halbleitertechnik, Glastechnologie
Website planoptik.com

Die Planoptik AG ist ein deutsches Technologieunternehmen mit Sitz in Elsoff im Westerwaldkreis. Das Unternehmen entwickelt und produziert mikrostrukturierte Wafer, Bauteile und Komponenten aus Glas, Glas-Silizium-Kombinationen und Quarz für die Mikrosystemtechnik, Halbleitertechnik und Mikrofluidik. Die Produkte werden unter anderem in Sensoren, mikroelektronischen Anwendungen, Lab-on-a-Chip-Systemen, Mikrodosiersystemen und Komponenten für medizinische, pharmazeutische, automotive sowie luft- und raumfahrttechnische Anwendungen eingesetzt. Die Aktien der Gesellschaft werden im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.[1]

Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1962 zurück. Nach Angaben des Branchenverbands SEMI entwickelte sich Plan Optik von einem Verarbeiter technischer Gläser zunehmend zu einem Anbieter von Produkten für mikroelektromechanische Systeme (MEMS), insbesondere von Borosilikatglas-Wafern für das Wafer-Level Packaging von Mikroelektromechanischen Systemen.[2]

Ende 2005 ging Plan Optik an die Börse. Die Aktien wurden damals in den Entry Standard der Frankfurter Börse aufgenommen. Dabei wurden 3,2 Mio. Euro erlöst. Das Unternehmen wurde zu diesem Zeitpunkt bereits als Hersteller von Wafern aus Glas für Anwendungen der Mikrosystemtechnik beschrieben.[3]

Im Jahr 2024 wurde die Plan Optik AG in Planoptik AG umfirmiert. Nach Unternehmensangaben blieben Handelsregister- und Steuernummern unverändert; zugleich wurde ein neues Logo und ein einheitlicher Markenauftritt eingeführt.[4] Im selben Jahr kündigte das Unternehmen an, vom Basic Board des Freiverkehrs in den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse wechseln zu wollen.[5] Seit dem 9. September 2025 werden die Aktien der Gesellschaft im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.[1]

Im Geschäftsjahr 2025 vereinfachte Planoptik seine Konzernstruktur. Die deutschen Tochtergesellschaften MMT GmbH mit Sitz in Siegen und Little Things Factory GmbH mit Sitz in Elsoff wurden auf die Planoptik AG verschmolzen. Damit bündelte das Unternehmen seine Aktivitäten in den Bereichen MEMS und Mikrofluidik stärker in der Muttergesellschaft. Das Geschäftsfeld AIRTUNE, das Produkte zur Geruchsbeseitigung entwickelte und vermarktete, wurde zunächst in die AIRTUNE GmbH ausgegliedert und im Dezember 2025 verkauft, da es nur noch eine untergeordnete Rolle im Konzern spielte.[1]

Unternehmensprofil

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planoptik entwickelt, produziert und vermarktet Wafer und mikrostrukturierte Komponenten aus Glas, Glas-Silizium-Kombinationen und Quarz. Die Wafer haben Durchmesser von bis zu 300 Millimetern und werden bei der Herstellung gedünnt, poliert, mikrostrukturiert und je nach Anwendung mit Beschichtungen, Mikrolöchern, Mikrokanälen oder Durchkontaktierungen versehen. Die daraus entstehenden Bauteile werden von Kunden in Serienprodukte integriert; häufig erfolgt die Entwicklung kundenspezifischer Komponenten im Rahmen von Entwicklungskooperationen.[1]

Zu den Produkten zählen:[1][6]

  • Packaging-Wafer
  • Substrat-Wafer
  • Quarz-Wafer
  • Mikrolinsen
  • Fluidik-Komponenten
  • Spiegel mit metallischer Beschichtung
  • Träger-Wafer
  • Galliumarsenid und andere Spezialmaterialien

Zu den Zielmärkten gehören Unterhaltungselektronik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Chemie, Pharmazie und Medizintechnik.[7] Nach Unternehmensangaben nutzen Hersteller aus mehr als 40 Ländern Wafer und mikrostrukturierte Komponenten von Planoptik in ihren Produkten.[1]

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Planoptik-Konzern Umsatzerlöse von 11,274 Millionen Euro. Das EBITDA lag bei 1,602 Millionen Euro, das EBIT bei 129.000 Euro und das Konzernergebnis bei minus 59.000 Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag zum Jahresende bei 98. Laut Konzernangaben erwartet man für die nächsten Jahre eine deutliche Umsatzsteigerung.[1]

Produktionsstandorte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wichtigste Standort der Planoptik AG befindet sich in Elsoff im Westerwald. Dort hat die Muttergesellschaft ihren Sitz und dort werden zentrale Produktions- und Entwicklungsaktivitäten des Konzerns gebündelt. Nach der Verschmelzung der MMT GmbH und der Little Things Factory GmbH auf die Planoptik AG wurden die deutschen Aktivitäten stärker am Standort Elsoff zusammengeführt.[1]

Daneben betreibt der Konzern einen Standort im ungarischen Szekszárd über die hundertprozentige Tochtergesellschaft POH Termelő és Kereskedelmi Kft. Diese fertigt im Auftrag der Muttergesellschaft Vor- und Zwischenprodukte und beliefert die Planoptik AG.[1] Die Produktion in Ungarn besteht seit 2020. Im Jahr 2024 mietete Plan Optik dort eine neue Produktionshalle an und erweiterte die Produktionsfläche von rund 400 auf etwa 2.000 Quadratmeter; zusätzlich entstanden Büro- und Verwaltungsflächen von rund 400 Quadratmetern.[7]

Mit dem Ausbau des ungarischen Standorts sollten nach Unternehmensangaben weitere Volumenprodukte aus der deutschen Fertigung nach Ungarn verlagert werden. Dadurch sollten die Herstellungskosten gesenkt und an den deutschen Standorten Kapazitäten für Wachstumsbereiche der Mikrosystemtechnik freigemacht werden.[7]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Geschäftsbericht 2025. (PDF) In: Planoptik AG. April 2026, abgerufen am 29. Mai 2026.
  2. Planoptik AG. In: SEMI Member Directory. Abgerufen am 29. Mai 2026 (englisch).
  3. Erfolgreicher Börsengang von Plan-Optik rundet Emissionsjahr ab. In: Die Welt. 30. Dezember 2005, abgerufen am 29. Mai 2026.
  4. Aus Plan Optik wird PLANOPTIK. In: Planoptik AG. 12. Juli 2024, abgerufen am 29. Mai 2026.
  5. Planoptik AG strebt Wechsel in den Regulierten Markt an. In: EQS News. 22. Juli 2024, abgerufen am 29. Mai 2026.
  6. Planoptik AG: Aktionäre Vorstände Geschäftsführer und Unternehmensprofil | A0HGQS | DE000A0HGQS8 | MarketScreener Deutschland. Abgerufen am 29. Mai 2026 (deutsch).
  7. 1 2 3 Plan Optik AG: Produktionserweiterung und Ausbau des Standorts Ungarn. In: EQS News. 19. Februar 2024, abgerufen am 29. Mai 2026.