Pilgerstab

Ein Pilgerstab, im christlichen Kontext auch Jakobsstab genannt, ist ein brust- bis mannshoher Wanderstock, der häufig von Pilgern verschiedener Religionen verwendet wird. Der traditionelle Jakobsstab ist mit einer Eisenspitze und einer kugelförmigen geschnitzten oder gedrehten Verdickung am oberen Ende und einer weiteren als Handruhe dienenden Verdickung in Brusthöhe versehen.[1][2]
Neben dem Pilgerhut und der Pilgertasche (und der Pilgermuschel der Jakobspilger) gilt der Stab als äußerlich sichtbares Zeichen der Pilgerschaft. Er wurde dem Pilger im Mittelalter während des Pilgersegens überreicht.[3] Im Pilgerführer des Jakobsbuchs aus dem 12. Jahrhundert wird er als „dritter Fuß“ des Pilgers bezeichnet, der die Dreifaltigkeit symbolisieren und dem Wallfahrer (auch spirituellen) Halt geben soll.[4] Auch von der Verwendung des Stabes als Waffe etwa gegen Straßenräuber und Hunde wird berichtet.[5][6] In der Heraldik ist der Pilgerstab eine gemeine Figur.[7]
Jakobus der Ältere, der Schutzpatron der Pilger, wird häufig mit einem Pilgerstab dargestellt.
- Pilgerstab mit Haken
- Pilgerstab im Wappen: Bever/Schweiz
- Jakobspilger. Darstellung aus dem Jahr 1568
- Pilger bei Salamanca
- Jakobspilger des Bildhauers Martin Mayer in Speyer
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Die Jakobusmuschel als Pilgerzeichen. ( des vom 19. August 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Diözese Rottenburg-Stuttgart, drs.de; abgerufen am 8. Januar 2009.
- ↑ Pilgerstab. In: Johann Georg Krünitz (Hrsg.): Oeconomische Encyclopädie. Band 113. Berlin 1810, S. 55 (kruenitz1.uni-trier.de).
- ↑ Klaus Herbers: Jakobusweg. Geschichte und Kultur einer Pilgerfahrt. München 2006, S. 64.
- ↑ jakobus-info.de abgerufen am 8. Januar 2009.
- ↑ Schwertbund Nurmberg. schwertbund-nurmberg.de; abgerufen am 8. Januar 2009.
- ↑ Costasur.com abgerufen am 8. Januar 2009
- ↑ Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Mannheim / Wien / Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 309.