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Sech (Landtechnik)

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(Weitergeleitet von Pflugmesser)
Komponenten eines Pfluges:
1 Grindel, 2 Zugvorrichtung, 3 Einstellung der Arbeitstiefe, 4 Sech, 5 Meißel, 6 Schar, 7 Streichblech mit Streichschiene

Das Sech (auch Kolter, Pflugsech, Pflugmesser, Messersech, Vorschneider oder Vorschäler genannt) ist ein sogenanntes Vorarbeitswerkzeug beim Pflug, das den Boden vor der Pflugschar senkrecht einschneidet und meistens die Form eines langen, leicht gekrümmten Messers hat.

Das Wort ist im Deutschen seit dem 9. Jahrhundert belegt. Ältere Schreibweisen sind althochdeutsch seh (oder sehh[1]), mittelhochdeutsch sech und seche, mittelniederdeutsch sech.[2]

Laut dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer wurde zuvor ein gleichbedeutendes romanisches Wort *seca entlehnt, das nicht belegt ist und eine Wortbildung zu lateinisch secare „schneiden“ wäre.[2] Duden gibt vorsichtiger an, die Herkunft des althochdeutschen Wortes seh sei ungeklärt; es gehe „vielleicht“ über das Romanische auf lateinisch secare zurück.[1]

Falls Sech von lateinisch secare „schneiden“ abstammt, wäre das Wort verwandt mit Sektion und Sektor sowie entfernter verwandt unter anderem mit Säge[2] und Sense.

Geschichte und Funktion

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Seche wurden schon im Altertum verwendet und waren nach Plinius d. Ä. in Raetien gebräuchlich.[3] Seit dem Mittelalter gehörte in Mitteleuropa meistens ebenfalls ein Sech zum Pflug. Das senkrechte Abschneiden des zu pflügenden Bodens durch ein scharfes Sech bewirkt im Gegensatz zur Trennung durch die stumpfe Streichblechvorderkante eine Verringerung der erforderlichen Zugkraft beim Pflügen, auch wird das Arbeitsergebnis durch die sauber abgetrennte Furchenwand besser. Durch die sauberer geräumte Furche wird zudem die Spurhaltung des Gespannpfluges oder des den Pflug ziehenden Traktors erleichtert.

Die Arbeitstiefe des Sechs ist zum sauberen Abtrennen des abzupflügenden Erdbalkens mindestens „wurzeltief“ einzustellen, bei bindigen Böden wird das Sech daher fast bis zur Furchentiefe positioniert, bei weniger bindigen Böden kann die Sechspitze auch höher gestellt sein. Zur Schonung der Streichblechvorderkante soll das Sech einige Millimeter zum Ungepflügten versetzt laufen als diese.

Beetpflug mit Scheibensechen

Neben dem messerförmigen Sech gibt es auch runde, rotierende Seche, sogenannte Scheibenseche. Diese benötigen weniger Zugkraft als Messerseche. Mehrscharige Pflüge haben heute (aus Kostengründen) oftmals nur am letzten Pflugkörper ein Sech. Beim Grünlandumbruch ist allerdings ein Sech vor jedem Körper sinnvoll.

Mittelalterliche Ikonographie

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Das Pflugsech findet sich häufig auf bäuerlichen Steinkreuzen und Kreuzsteinen aus dem Mittelalter, aber auch auf Grabplatten, Handwerkerwappen und Ortswappen.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Sech bei duden.de.
  2. 1 2 3 Sech bei dwds.de.
  3. ↑ Sech in: Propyläen Technikgeschichte, Band 1, S. 208 ff. und S. 380 ff. sowie Band 3, S. 98 ff.
  • Bodo Frahm: BGJ Agrarwirtschaft. Ulmer, Stuttgart 1980; 4. Auflage 1991, ISBN 3-8001-1049-0, S. 451
  • Paul Schweigmann: Die Landmaschinen und ihre Instandhaltung. Pfanneberg, Gießen 1955. Reprint: Bulldog Press, Limburg a. d. Lahn 1993, ISBN 3-9803332-1-3, S. 21 ff.
  • F. K. Azzola, H. Bormuth: Der Pflug als Zeichen bäuerlichen Standes auf Steinkreuzen und anderen Kleindenkmalen. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften, Band 2, Breuberg-Neustadt, 1977, S. 208 f.