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Pfannnock

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Pfannnock
(Pfannock)
Blick über die Erlacher-Bock-Scharte auf li. Großen und re. Kleinen Pfannock, an der Scharte die farblich auffälligen Abraumhalden der Bergbaue.
Blick über die Erlacher-Bock-Scharte auf li. Großen und re. Kleinen Pfannock, an der Scharte die farblich auffälligen Abraumhalden der Bergbaue.
Höhe 2254 m ü. A.
Lage Kärnten, Österreich
Gebirge Nockberge, Gurktaler Alpen
Dominanz 2,18 km Plattnock
Schartenhöhe 194 m Erlacher-Bock-Scharte
Koordinaten 46° 53′ 17″ N, 13° 45′ 14″ OKoordinaten: 46° 53′ 17″ N, 13° 45′ 14″ O
Pfannnock (Kärnten)
Pfannnock (Kärnten)
Gestein überwiegend Orthogneis und Sandstein

Der Pfannnock (auch: Pfannock)[1] ist ein 2254 m ü. A. hoher Berg in den Nockbergen, einem Teil der Gurktaler Alpen in Kärnten. Er liegt vollständig in der Kernzone („Naturzone“) des Biosphärenparks Nockberge. Der geologisch komplexe Berg ist namensgebend für die Pfannock-Einheit, eine Besonderheit im Deckensystem der Nockberge bzw. der Alpen insgesamt. An der Westseite des Pfannnocks wurde bis 1885 Eisenerz abgebaut, in einer Karmulde an seiner Ostseite liegt der Pfannsee.

Berg und Umgebung

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Der Pfannnock erhebt sich zwischen dem Predigerstuhl im Westen und dem Mallnock im Osten. Die abgrenzenden Bergsättel sind im Westen die Erlacher-Bock-Scharte (2060 m)[2] und im Osten der Oswalder-Bock-Sattel (1958 m). Während der Erlacher Bock von Süden betrachtet ein eher enges und zur Scharte kontinuierlich ansteigendes Tal ist, handelt es sich beim Oswalder Bock um eine sanft gewellte Hochfläche. Nach Norden fällt das Gelände auf beiden Seiten des Berges steiler ab. Der Südwest-Nordost verlaufende Gipfelgrat des Pfannnocks setzt sich über einen wenig ausgeprägten Sattel (ca. 2145 m) zum Lahnernock (ca. 2192 m) fort, danach fällt das Bergmassiv (westlich begleitet vom Graben des Hofalmbachs) zum Talschluss des Leobengrabens mit der Nockalmstraße ab. Südwestlich des Pfannnock-Gipfels befindet sich der 2180 m hohe Kleine Pfannnock,[3] von diesem aus zieht sich ein schroffer Rücken nach Süden bis zum Arkerkopf (1970 m), einem markanten Felsgipfel über dem Talschluss des Langalmtals. Die genannten Rücken bilden die Gemeindegrenze zwischen Radenthein im Westen und Bad Kleinkirchheim im Osten.

In einer Karmulde an der Ostseite des Berges liegt auf 2060 m der 0,1 ha kleine Pfannsee (auch Pfan(n)nocksee), in seinem Uferbereich gibt es dichte Wollgrasbestände. Der See speist sich aus einem Quelltümpel nordwestlich hangaufwärts,[4] mitunter werden die beiden Gewässer gemeinsam als Pfannseen bezeichnet. Hier entspringt der Rossbach, der das Langalmtal entwässert und bei Kaning in den Kaningbach mündet.

Am Erlacher Bock sind Spuren kleiner Eisenbergbaue zu sehen, insbesondere deren farblich auffällige Abraumhalden. Bei der einige hundert Meter südlich gelegenen Erlacher Bockhütte sind noch die Fundamente des zugehörigen Knappenhauses im Gelände erkennbar. Es handelt sich dabei um die einzige (einigermaßen, s. u. Geologie) bedeutende Erzlagerstätte der Nockberge abseits des Gebiets InnerkremsSchönfeld.[5] Das Erz wurde durch das Langalmtal nach Radenthein befördert. Dort war 1781 ein Eisenhammer mit einem Sinterschmelzofen zur Verwertung der anfallenden Schlacke gegründet worden, 1794 folgte die Errichtung eines Floßofens. Aufgrund der hochalpinen Lage des Vorkommens (im Winter musste der Transport mit großen Schlitten erfolgen) und des weiten Weges nach Radenthein war der Ofen dort jedoch wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig. Durch den zusätzlichen Aufwand kostete ein Zentner Erz vom Erlacher Bock etwa sieben Mal so viel wie dieselbe Menge Erz in der Lölling (Hüttenberger Erzberg). Außerdem war die geförderte Menge nicht ausreichend, um einen dauerhaften und somit effizienten Betrieb des Ofens in Radenthein zu ermöglichen, er wurde 1863 stillgelegt.[6] Der Bergbau selbst lief noch bis 1885 weiter, das Vorkommen wurde durch einen kleinen Tagebau und zwei Stollen erschlossen, die 1885 auf ca. 110 m bzw. 120 m Länge angewachsen waren.[7]

Der Pfannnock befindet sich in einer geologisch komplexen Zone der Nockberge. Er wird der zum Oberostalpin gehörenden Gurktaler Decke aus schwach metamorphen Gesteinen des Paläozoikums und der Variszischen Gebirgsbildung zugerechnet, die sogenannte Pfannock-Einheit nimmt jedoch eine Sonderstellung am Westrand dieser Deckenzone ein. Dabei handelt es sich um ein Band aus jüngerem Dolomit und Kalkstein aus der Trias (also Mesozoikum) sowie Sandstein und Konglomeraten aus dem Oberkarbon bis Unteren Trias. Dieses Band erstreckt sich von der Brunnachhöhe im Süden über den namensgebenden Pfannnock und – nun zunehmend schmäler werdend – das Ende des Leobengrabens und die Eisentalhöhe hinaus fast bis an den Schönfeldsattel.[8] Die Gesteine der Pfannock-Einheit dürften aus südlicher Richtung von der Gurktaler Decke „überfahren“ und dabei überkippt, ja sogar „eingerollt“ worden sein.[9] Zusätzlich liegt im Südteil (Brunnachhöhe bis Pfannnock) infolge dieser stark gestörten Lagerungsverhältnisse eine Scholle aus älterem Orthogneis (Pfannock-Orthogneis, ein kataklastischer Granitgneis) auf dem jüngeren Sandstein und Konglomerat auf, sie bildet auch den Gipfelbereich des Pfannnocks.[8] Der Sandstein und Tonschiefer an der Westseite des Pfannnocks (am Erlacher Bock) weisen stellenweise einen sehr hohen Eisengehalt auf, der die beschriebenen Bergbaue ermöglichte. Die zwischen zwei und selten bis zu fünf Meter mächtigen Erzlager sind linsenförmig entwickelt, also unbeständig.[5]

Ein dichtes Netz von Wanderwegen führt über und um den Pfannock. Der kürzeste Weg auf seinen Gipfel beginnt nordöstlich an der Nockalmstraße bei der Kehre Grundalm („Naturbegegnungspark Silva Magica[10]) und führt über die Wolitzenalm (Einkehrmöglichkeit[11]) in etwa zwei Stunden zum Gipfel.[12] Das Langalmtal ist von Süden her über eine Mautstraße bis zum Erlacherhaus öffentlich befahrbar, von dort aus führen Wege sowohl via Erlacher Bock (unterwegs Erlacher Bockhütte[13]) von Westen als auch via Oswalder Bock (unterwegs St. Oswalder Bockhütte[14]) auf den Pfannnock. Der Weg zwischen den beiden Böcken (über den Sattel zwischen Pfannnock und Kleinem Pfannnock) ist Teil des Alpe Adria Trails (Etappe 15: Langalmtal – Falkerthaus/Lärchenhütte).[15] Eine Variante mit weniger Höhenmetern führt von der Bergstation der Brunnachbahn (St. Oswald) unter dem Gipfel des Mallnocks vorbei und über den Oswalder Bocksattel auf den Pfannnock.[16]

Commons: Pfannock – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Die Schreibung mit drei „n“ wird in den aktuellen amtlichen Karten (ÖK50, KAGIS) verwendet, in älteren Texten und bei feststehenden Fachbegriffen herrscht die Schreibung mit zwei „n“ vor. Der Artikel folgt diesem Schema.
  2. Alle nicht individuell referenzierten Angaben entstammen der amtlichen Karte in KAGIS, siehe Weblinks.
  3. Name nicht in den amtlichen Karten ÖK50/KAGIS, jedoch in OpenStreetMap und Wanderführern (Kimmer, Lang, Baumhackl: Nockberge, S. 70) belegt.
  4. Hans Sampl: Die Gewässer der Region. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 44.
  5. 1 2 Friedrich Hans Ucik: Lagerstätten und Bergbaue. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 74.
  6. Friedrich Hans Ucik: Die Eisenverhüttung. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 85 f.
  7. Angaben gemäß Informationstafel der Biosphärenparkverwaltung bei der Erlacher Bockhütte.
  8. 1 2 Friedrich Hans Ucik: Geologie. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 52 f. (Karte) sowie S. 61 f.
  9. Christof Kuhn: Besonderheiten im Bau der Alpen. In: geol-info.at. Abgerufen am 23. April 2026.
  10. Erlebniswelten Nockalmstraße. In: nockalmstrasse.at. Abgerufen am 17. April 2026.
  11. Wolitzenhütte. In: huetten.wanderdoerfer.at. Abgerufen am 17. April 2026.
  12. Pfannock (2254 m) und Pfannsee von der Grundalm. In: hoehenrausch.de. Abgerufen am 17. April 2026.
  13. Erlacher Bockhütte. In: huetten.wanderdoerfer.at. Abgerufen am 17. April 2026.
  14. St. Oswalder Bockhütte. In: huetten.wanderdoerfer.at/. Abgerufen am 17. April 2026.
  15. Etappe 15 Alpe-Adria-Trail: Langalmtal - Falkerthaus/Lärchenhütte. In: touren.kaernten.at. Abgerufen am 15. April 2026.
  16. Pfannnock von der Brunnach. In: touren.kaernten.at. Abgerufen am 17. April 2026.