Petterdit entwickelt nur mikroskopisch kleine, tafelige Kristalle bis etwa 15μm Größe oder nierige, erdige Mineral-Aggregate und krustige Überzüge von violetter Farbe und hellvioletter Strichfarbe.
Erstmals gefunden wurde Petterdit 1999 in der „Red Lead Mine“ bei Dundas (Zeehan District) in Tasmanien und beschrieben durch William D. Birch, Uwe Kolitsch, Thomas Witzke, Lutz Nasdala und Ralph S. Bottrill, die das Mineral zu Ehren von William Frederick Petterd (1849–1910), einem Amateursammler und Publizist zahlreicher bedeutender Listen zur Mineralogie von Tasmanien, nach diesem benannte.
Als eigenständiges Mineral anerkannt wurde Petterdit von der International Mineralogical Association (IMA) noch im selben Jahr unter der vorläufigen Bezeichnung IMA1999-034. Ein Jahr später wurden die Untersuchungsergebnisse und der anerkannte Name Petterdit im Fachmagazin The Canadian Mineralogist veröffentlicht.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Petterdit in die neu definierte Klasse der „Carbonate und Nitrate“ (die Borate bilden hier eine eigene Klasse), dort aber ebenfalls in die Abteilung der „Carbonate mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit großen und mittelgroßen Kationen“ zu finden ist, wo es zusammen mit Dresserit, Dundasit, Kochsándorit und Strontiodresserit die „Dresseritgruppe“ mit der System-Nr. 5.DB.10 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Petterdit wie die veraltete Strunzsche und die Lapis-Systematik in die gemeinsame Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort in die Abteilung der „Carbonate– Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er zusammen mit Dundasit, Dresserit, Kochsándorit und Strontiodresserit in der unbenannten Gruppe 16b.02.01 innerhalb der Unterabteilung „Carbonate– Hydroxyl oder Halogen mit (A)m(B)n(XO3)pZqx(H2O), mit (m+n):p=3:2“ zu finden.
Weltweit konnte Petterdit bisher außer an seiner Typlokalität „Red Lead Mine“ in Tasmanien nur noch im sächsischen Callenberg in Deutschland nachgewiesen werden (Stand: 2022).[8]
William D. Birch, Uwe Kolitsch, Thomas Witzke, Ralph S. Bottrill:Petterdite, the Cr-dominant analogue of dundasite, a new mineral species from Dundas, Tasmania, Australia and Callenberg, Saxony, Germany. In: The Canadian Mineralogist. Band38, Nr.6, 2000, S.1467–1476, doi:10.2113/gscanmin.38.6.1467 (rruff.info[PDF; 1,6MB; abgerufen am 26.November 2017]).
Petterdite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 22.August 2022(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789101112
Petterdite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy[PDF; 70kB; abgerufen am 22.August 2022]).
1234Petterdite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 22.August 2022(englisch).