Peter Hoff
Peter Hoff (* 1. April 1942 in Magdeburg; † 27. September 2003 in Hamburg) war ein deutscher Fernsehwissenschaftler, Hochschullehrer und Schauspieler.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter Hoff studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin bis 1966.[1] Danach war er als Dramaturg, Schauspieler und später auch als Regisseur am Theater der Bergarbeiter in Senftenberg angestellt. In dieser Zeit war er außerdem als Regieassistent und Autor für den Deutschen Fernsehfunk tätig.
1969 wurde Peter Hoff wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität. 1972 machte er ein Zusatzstudium in Ästhetik an der Lomonossow-Universität Moskau. Ab 1972 unterrichtete er an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg und wurde Lehrgebietsleiter für Theorie, Geschichte und Dramaturgie des Fernsehens. 1984 promovierte er an der Humboldt-Universität mit der Dissertation „Fernsehen als Kunst. Zur Gattungsspezifik sozialistischer Fernsehkunst“. Ab 1985 leitete er die Fachrichtung Regie an der HFF und wurde 1988 dort Chefredakteur und Co-Herausgeber der Schriftenreihe „Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft“.
Ab 1993 war Peter Hoff als freischaffender Autor, Dokumentarist und Medientrainer tätig. Er hatte mehrere Lehraufträge an Universitäten in Leipzig, Berlin und Marburg und wurde 2000 Gründungsdirektor des „Instituts für Medieninformation“ in Marburg, Frankfurt und Berlin.
Peter Hoff starb am 27. September 2003 im Alter von 61 Jahren während der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), in der Nacht vor seinem angekündigten Referat in einem Hamburger Hotelzimmer.[2]
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter Hoff veröffentlichte mehrere Bücher über das Fernsehen, sowie zahlreiche Fachartikel in Zeitschriften, Zeitungen und Sammelbänden. Er war einer der sachkundigsten Spezialisten für die Geschichte des DDR-Fernsehens.
- Autor
- Fernsehen als Kunst, 1984, Neuauflage HFF Potsdam-Babelsberg 1986
- Der rote "Verführer", Frankfurt (Oder), 1994
- Tägliche Verblödung , Frankfurt (Oder), 1995
- Das große Buch zum Polizeiruf 110, Das Neue Berlin, Berlin 1996, 255 Seiten
- Polizeiruf 110, Das Neue Berlin, Berlin 2001, 255 Seiten (wahrscheinlich identische Ausgabe)
- Protokoll eines Laborversuchs. Die erste Programmschrift des DDR-Fernsehens, Leipziger Universitätsverlag, 2002 (Auszüge)
- Tages Arbeit – abends Gäste. Grundzüge der DDR-Fernsehunterhaltung in den fünfziger und frühen sechziger Jahren, Leipziger Universitätsverlag, 2005
- Unterhaltung oder die gefesselte Produktivkraft Vergnügen, Leipziger Universitätsverlag, 2005
- Geschichte des deutschen Fernsehens. Metzler, Stuttgart (1998?), 2016 , mit Knut Hickethier (die Abschnitte über das DDR-Fernsehen!)
- Herausgeber
- Fernsehdramatik am Beginn der achtziger Jahre, Berlin 1982
- Experiment Fernsehen, Berlin 1984
- Medien, Künste, Kommunikation, Berlin 1992
- Kunst. Serien, Berlin 1992
- Aufsätze in Sammelbänden
- Das 11. Plenum und der Deutsche Fernsehfunk, in Günter Agde (Hrsg.), Kahlschlag. Das 11. Plenum des ZK der SED 1965, 2. Auflage, 2000, S. 107ff.
- Artikel in Zeitungen und Zeitschriften
- Rezension in Neues Deutschland vom 29. März 1984, (wahrscheinlich) über die Theaterverfilmung Drei Schwestern
- Die Geschichte einer tragischen Liebe. "Franziska", in Neues Deutschland vom 10. April 1985, über die Fontane-Verfilmung Franziska
- "Ursula" mit Langzeitwirkung, in Neues Deutschland vom 15. April 1990, über den zeitweise verbotenen DDR-schweizerischen Film Ursula
- Artikel in Neues Deutschland vom 25. April 1994, über die Beendigung der DDR-Jugendsendung elf99
- Harry, hol den Wagen, in Neues Deutschland vom 16. Oktober 1998, über die ZDF-Krimiserie Derrick
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter Hoff wirkte in einigen Filmen als Nebendarsteller mit[3]
- 1984: Polizeiruf 110: Das vergessene Labor
- 1985: Die Geschichte vom goldenen Taler
- 1987: Einzug ins Paradies (Fernsehserie, 1 Episode)
- 1992: Banale Tage
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joan Kristin Bleicher: Zur Erinnerung an Peter Hoff. In: Montage AV. 2005/1. S. 176–178 (PDF), Nachruf
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Hoff Institut für Medieninformation, mit biographischen Angaben
- Literatur von und über Peter Hoff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Peter Hoff bei IMDb
- Peter Hoff bei filmportal.de
- WorldCat
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Peter Hoff Institut für Medieninformation, mit detaillierten biographischen Daten
- ↑ Joan Kristin Bleicher, Zur Erinnerung an Peter Hoff, in Montage AV, 2005/1, S. 176–178 (PDF)
- ↑ Literatur von und über Peter Hoff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoff, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Filmwissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 1. April 1942 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |
| STERBEDATUM | 27. September 2003 |
| STERBEORT | Hamburg |