Peter Arp

Peter Arp (* 10. September 1925 in Malente; † 6. Dezember 2007 in Eutin) war ein deutscher Architekt. Bekannt ist er durch die Gebäude im Kurpark Malente.
Herkunft und Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter Arp wurde als Sohn des Innenarchitekten Hans Carl Wilhelm Leopold Arp (1896–1980) und der Luigia Veladini geboren. Er stammt aus einer kunstsinnigen Familie, sein Großvater war der Landschaftsmaler Carl Arp, sein Großonkel der Maler, Bildhauer und Lyriker Hans Arp.
1952 heiratete er Ilse-Marie Hulda Ratzow. Aus der Ehe stammen Tochter Ulrike (1953–2014), und Sohn Michael Hans Peter Arp (* 1955), der der Malervereinigung Norddeutsche Realisten angehörte und 2013 verstarb.
Leben und Wirken
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Arp besuchte das Johann-Heinrich-Voß-Gymnasium in Eutin und wurde anschließend an der Landesbauschule Lübeck zum Ingenieur für Hochbau ausgebildet.
Von 1952 bis 1954 war bei der Oberpostdirektion Kiel tätig, vorwiegend als Hilfskraft beim Neubau des Postamts in Lensahn. 1954 wechselte er als Bauingenieur zur Wohnungsbaugesellschaft Schleswig-Holstein in Kiel und arbeitete ab Mitte 1954 in der Bauleitung beim Neuaufbau der Insel Helgoland, wobei er von 1956 bis Mitte August 1957 im Architekturbüro Ingeborg und Friedrich Spengelin angestellt war.
Im August 1957 wechselte Arp als Bauingenieur zum Landesbauamt Eutin, bevor er sich im April 1959 als Architekt in Eutin selbständig machte und 1961 gemeinsam mit Günther Eckoldt und Ingo Voss eine Architektengemeinschaft gründete, die nach dem Ausscheiden von Voss als Architektengemeinschaft Arp-Eckoldt firmierte.

Im Juli 1965 wurde Arp mit dem Entwurf der Liegehalle, des Musikpavillons und des Toilettenhäuschens im Kurpark Bad Malente beauftragt. Diese Gebäude wurden zur Eröffnung des Kurparks im Mai 1966 fertiggestellt. Im Jahr darauf wurde die Architektengemeinschaft Arp-Eckoldt mit den Planungen für das Haus des Kurgastes beauftragt, das am 17. März 1969 eröffnet wurde.
Nach einem Reitunfall in den 1970er Jahren zog sich Arp öfter in sein Haus auf der Insel Föhr zurück und beendete 1980 seine Tätigkeit als Architekt. 2002 kehrte er nach Malente zurück. In seinen letzten Lebensjahren schuf er zahlreiche kleine filigrane Schmuckstücke sowie gemalte Miniaturen.
Peter Arb starb am 6. Dezember 2007 im Alter von 82 Jahren in Eutin.
Bauten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wohnhaus Seidel, Malente, 1958
- Haus Buschmann, Klingberg, 1959
- Kneipp-Kurheim „Lug‘ ins Land“, Malente, 1959
- Kneipp-Kurheim „Ansata“, Malente, ca. 1960
- Liegehalle, Musikpavillon und WC-Anlage im Kurpark Malente, 1966
- Haus des Kurgastes, Malente, 1969
- Haus der Kirche, Malente, 1968
- Schwesternwohnheim im Krankenhaus Eutin
- Haus Abromeit, Lübeck

- Haus Jahn, Malente
- Schwimmhalle Eutin
- Filiale Deutsche Bank, Eutin
- Filiale Volksbank, Eutin
- Wohnanlage Godenbergstraße 10, Malente
Architekturgeschichtliche Bedeutung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Helgoland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rahmen seiner Tätigkeit bei der Wohnungsbaugesellschaft Schleswig-Holstein wirkte Arp am Neuaufbau der völlig zerstörten Insel Helgoland mit. Hierbei kam Arp in Kontakt mit dem Architektenehepaar Spengelin und war von 1956 bis August 1957 in deren Büro angestellt. Das Büro Spengelin wurde mit der Ausführung zahlreicher öffentlicher Gebäude auf der Insel beauftragt: dem Rathaus mit angrenzendem Kurhotel und Kursaal, der Jugendherberge am Nordstrand, dem Zoll- und Empfangsgebäude sowie der Musikmuschel auf der Landungsbrücke und der Lesehalle am Ostuferhafen.[1]
Kurheime und Kurpark in Malente
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Erfahrungen mit Entwürfen moderner Kurgebäude konnte Arp ab 1959 beim Design von Kurheimen in Malente anwenden, das 1955 offiziell als Kneipp-Heilbad anerkannt worden war. Mit den Hochbauten im Kurpark Malente hinterließ Arp ein einzigartiges Ensemble nachkriegsmoderner Kurbadarchitektur, das den nüchternen Fortschrittsglauben der deutschen „Wirtschaftswunder“-Jahre mit ästhetisch anspruchsvoller Gestaltung und hoher Sensibilität für den Genius loci der vorgefundenen Topografie und Vegetation sowie für die Bedürfnisse damaliger Kurgäste in Einklang brachte[2].
Die Kneipp-Kurheime „Lug‘ ins Land“ und „Ansata“ zeichneten sich durch filigrane Fassaden- und Balkongestaltung aus. Typische Gestaltungsmerkmale Arps sind die durch Glasbausteine und handgestrichene Klinker aufgelockerte Fassadengliederung, zusammengehalten durch horizontale Bänder aus dekorativen Kieselbetonplatten. Seine Einzelhäuser zeigen deutlich den Einfluss der skandinavischen Moderne, unter anderem mit asymmetrischen Giebeln und tief heruntergezogenen Dächern. Ein weiteres Merkmal ist der fließende Übergang zwischen Außen und Innen.

Um die Anerkennung als Kneipp-Heilbad (1955) zu sichern, musste die Gemeinde Malente einen Kurpark anlegen. Mit dessen landschaftsgärtnerischer Gestaltung wurde 1959 der Hamburger Gartenarchitekt Karl Plomin beauftragt; die tatsächliche Anlage des Kurparks auf dem Brahmberg und in den angrenzenden Schwentinewiesen zog sich jedoch bis in die erste Hälfte der 1960er Jahr hin. Auch die Planung der Hochbauten im Kurpark wurde erst sehr spät, im August 1965, an Arp vergeben. Die Liegehalle, der Musikpavillon und das WC-Häuschen wurden dann innerhalb von neun Monaten rechtzeitig zur Eröffnung der Kurparks am 20. Mai 1966 fertiggestellt[3].
Die ineinander verschiebbaren Kreissegmente des Musikpavillons (von Arp „Die Tonne“ genannt) stellten eine technische Neuerung dar und dienten nicht nur als Wind- und Wetterschutz für die Bühne, sondern auch als Schallreflektoren – wahlweise in Richtung der Liegehalle, der Veranstaltungsfläche oder der von Karl Plomin gestalteten Freilichtarena[4].
Das Luftbild zeigt das kongeniale Zusammenwirken von Landschafts- und Hochbauarchitektur: Die runden Formen der Freilichtarena, von Karl Plomin in eine natürliche Senke hineingebaut, greifen mit den eckigen Formen von Arps Liegehalle und Musikpavillon ineinander, wobei der Zylinder der Schallreflektoren wiederum die runde Freilichtbühne zitiert.
Die Beauftragung für das Haus des Kurgastes und den Kursaal erfolgte im Oktober 1967, erst ein Jahr nach der Eröffnung des Kurparks. Der Bau wurde im März 1969 fertiggestellt und im Jahr 1977 um einen Bühnenanbau erweitert. Als Sitzmöbel für den Kursaal und die öffentlichen Räume im Haus des Kurgastes wählte Arp skandinavische Designs, wie den stapelbaren AJ7-Stuhl von Arne Jacobsen[5] und den Tulpen-Sessel von Eero Saarinen. Angeregt durch seinen Vater, den Innenarchitekten Hans Carl Arp, konstruierte Arp auch zahlreiche Einbaumöbel, vor allem Schrankwände sowie von zwei Seiten verwendbare Raumteiler. Ein noch heute zu besichtigendes Beispiel sind die Garderoben-Elemente in den Besprechungsräumen im Haus des Kurgastes, deren Rückseiten im Treppenhaus als strukturierende Wandelemente sichtbar sind.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- von Engelberg-Dočkal, Eva: Moderne Architektur in Malente: Die Kurparkbauten von Peter Arp, in: DenkMal! Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein 11, 2004, S. 58–64 https://www.kreis-oh.de/media/custom/335_2138_1.PDF
- Freese, Julia; Warda, Johannes & Zeutschel, Ulrich (Hrsg.): Wie der International Style nach Bad Malente kam … und bleibt? Der Architekt Peter Arp und die Kurparkbauten. Schleswig-Holstein Kulturzeitschrift für den Norden, Themenheft X, 2026
- Gisbertz, Olaf: Natur - Architektur - Aura: Der Kurpark Malente von Karl Plomin und Peter Arp, in: INSITU - Zeitschrift für Architekturgeschichte 14(1), 2022, S. 111–120
- Warda, Kristof: Das schwebende Erbe von Malente – Zum 100. Geburtstag des Architekten Peter Arp, in: Wohnungswirtschaft Architektur 12, 2025, https://wohnungswirtschaft-heute.de/das-schwebende-erbe-von-malente-zum-100-geburtstag-des-architekten-peter-arp/
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Jan Lubitz: Architektur auf Helgoland. Rickmers Verlag & Archiv, Oktober 2014, S. 44–50.
- ↑ Olaf Gisbertz: Natur - Architektur - Aura: Der Kurpark Malente von Karl Plomin und Peter Arp. In: INSITU - Zeitschrift für Architekturgeschichte. 14. Jahrgang, Nr. 1. Wernersche Verlagsgesellschaft, 2022, S. 119.
- ↑ Olaf Gisbertz: Natur - Architektur - Aura: Der Kurpark Malente von Karl Plomin und Peter Arp. In: INSITU - Zeitschrift für Architekturgeschichte. Band 14, Nr. 1. Wernersche Verlagsgesellschaft, 2022, S. 114–117.
- ↑ Eva von Engelberg-Dočkal: Moderne Architektur in Malente: Die Kurparkbauten von Peter Arp. In: DenkMal! Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein. Band 11, 2004, S. 61.
- ↑ Olaf Gisbertz: Natur - Architektur - Aura. In: INSITU - Zeitschrift für Architekturgeschichte. Band 14, Nr. 1. Wernersche Verlagsgesellschaft, 2022, S. 117.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Arp, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt |
| GEBURTSDATUM | 10. September 1925 |
| GEBURTSORT | Malente |
| STERBEDATUM | 6. Dezember 2007 |
| STERBEORT | Eutin |