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Peder Kragh

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Peder Kragh (* 20. November 1794 in Gimming; † 25. März 1883 in Øsby)[1][2] war ein dänischer Missionar in Grönland und Pastor.

Jugend und Ausbildung

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Peder Kragh war der Sohn des Hofbesitzers Michael Kragh (um 1755–1832) und seiner Frau Kirstine Pedersdatter (1767–1808) und wurde in Gimming, einem Dorf direkt nordöstlich von Randers, geboren.[1] Er besuchte ab 1804 Hems Borgerskole in Randers und ab 1806 die dortige Lateinschule, die er 1813 mit der Hochschulreife verließ. Anschließend studierte er Theologie an der Universität Kopenhagen, wo er 1813 das examen artium, 1814 das philologisch-philosophische Examen[3] und am 8. Oktober 1817 das theologische Amtsexamen ablegte.[4]

Missionarstätigkeit in Grönland

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Er wollte ursprünglich Missionar in Indien werden, entschied sich dann aber für Grönland, nachdem er die Schriften der Familie Egede gelesen hatte,[5] und besuchte deswegen bereits seit April 1817 das Grönländische Seminarium.[1] Am 11. Februar 1818 wurde er zum Missionar in Aasiaat ernannt[4] und am 13. März ordiniert.[5] Er reiste im Mai 1818 ab und erreichte Grönland im August.[3] Am 20. August 1819 heiratete er in Ilulissat Anne Marie Lidemark (1797–1836), Tochter des dänischen Kolonialverwalters Caspar Gottlieb Lidemark (1758–1797) und seiner grönländischen Frau Eleonora Dorf (1770–1837), deren dänischer Vater Johannes Dorf seit 1740 in Grönland tätig gewesen war. Peder Kragh galt als äußerst tüchtiger Missionar, der in seinem Kolonialdistrikt Egedesminde viel herumreiste. Er stellte den Kontakt zur 1821 neugegründeten Dänischen Missionsgesellschaft her, die 1828 die Kirche in Qaqortoq stiftete. 1825 und 1827 unternahm er Reisen nach Upernavik und veranlasste die Wiederaufnahme der Handels- und Missionsaktivitäten dort, die 1789 abgebrochen worden waren.[1]

Als Pastor in Dänemark

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Im Juli 1828 kehrte Peder Kragh nach verhältnismäßig kurzer Wirkungszeit nach Dänemark zurück, wo er im folgenden Monat ankam,[3] und wurde im am 14. Januar 1829 zum Pastor im Gjerlev Sogn und im Enslev Sogn nur rund 10 km nördlich seines Geburtsorts ernannt.[4] In den folgenden Jahren widmete er sich der Übersetzung religiöser Werke ins Grönländische. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich das Neue Testament auf Grönländisch erschienen. Kragh widmete sich deswegen der Übersetzung des Alten Testaments, das er stückweise publizierte. Noch 1829 erschienen das Zwölfprophetenbuch und das Buch Daniel. 1832 veröffentlichte er das 2. Buch Mose, das 5. Buch Mose, das Buch Hiob, das Buch Esra, das Buch Nehemia, das Buch Ester und das Buch Ruth. 1836 erschienen schließlich das Buch Josua, das Buch der Richter, das 2. Buch Samuel und das 2. Buch der Könige. Damit fehlten lediglich das 3. Buch Mose, das 4. Buch Mose, das 1. Buch der Chronik, das 2. Buch der Chronik, die Bücher Kohelet und Hoheslied sowie das Buch Jeremia und das Buch Ezechiel. Seine fertigen Manuskripte versuchte er ebenfalls drucken zu lassen, aber sein Antrag von 1836 wurde abgelehnt.[6.1] Kragh übersetzte aber auch andere Texte: das Andachtenbuch von Wilhelm Andreas Wexels, den religiösen Roman Røsten i ørkenen von Bernhard Severin Ingemann und eine zweibändige Predigtensammlung, die noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts in Grönland benutzt wurde.[1] Im Februar 1836 starb seine Frau. Daraufhin heiratete er am 7. September 1836 in Gerlev in zweiter Ehe Maren Koch (1810–1879), Tochter des Parzellisten und Schmieds Christian Jørgen Koch (1764–1848) und seiner Frau Ulrika Antonette Kjærgaard (1772–1824).[1] Sie stammte aus der Herrnhuter Brüdergemeine in Christiansfeld, der Peder Kragh zugeneigt war.[6.2]

Am 2. Oktober 1838 wechselte Peder Kragh als Pastor ins Lintrup Sogn und Hjerting Sogn in der Nähe von Vejen.[4] Vermutlich durch seine Ehe und die damit verbundene Nähe zu Christiansfeld kam er 1840 in Kontakt mit dem jungen Samuel Kleinschmidt, der in Grönland geboren war, aber zu diesem Zeitpunkt in Christiansfeld, dem Heimatort seiner Mutter, lebte. Dadurch verstärkte Kragh Kleinschmidts sprachwissenschaftliches Interesse, der Grönländisch zu seinen Muttersprachen zählte.[6.2] Am 12. Oktober 1847 wurde er nach Lolland ins Kettinge Sogn und Bregninge Sogn versetzt.[7]

Der Streit um die grönländische Rechtschreibung und Bibelübersetzung

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Am 30. März 1850 wurde er Pastor im Øsby Sogn westlich von Haderslev.[4] Er beschäftigte sich weiterhin mit der grönländischen Sprache und bat 1857 das Missionskollegium darum, ihm die Ausarbeitung eines neuen grönländischen Wörterbuchs zu finanzieren, da zu diesem Zeitpunkt Otto Fabricius’ Wörterbuch von 1804 das neueste war. Trotz eines Empfehlungsschreibens wurde der Antrag aus finanziellen Gründen abgelehnt. Kragh ließ sich hiervon nicht abbringen und schrieb in seiner Freizeit an dem Wörterbuch. Aber auch Samuel Kleinschmidt, der bereits 1851 seine grönländische Grammatik mit seiner eigenen Rechtschreibung veröffentlicht hatte, arbeitete an einem neuen Wörterbuch. 1861 schickten beide ihre Wörterbuchentwürfe an das Kultusministerium, woraufhin der Grönländischlektor Erik Wandall, der bereits vier Jahre zuvor das Empfehlungsschreiben für Kragh verfasst hatte, sich erneut für Kraghs Wörterbuch aussprach. Kleinschmidts revolutionäre Rechtschreibung, die mit der knapp 150 Jahre alter Rechtschreibtradition in Grönland brach, aber dafür phonematisch (ein zum damaligen Zeitpunkt noch relativ unübliches Konzept) war. Kleinschmidt wurde vor allem von Kragh fälschlicherweise vorgeworfen, seine Rechtschreibung wäre zu sehr vom Deutschen beeinflusst. 1862 wurde beschlossen, dass Kraghs Wörterbuch gedruckt werden sollte und zudem sollte er das Recht erhalten, Kleinschmidts Manuskript für weitere Verbesserungen nutzen zu dürfen. Kleinschmidt war bestürzt über diese Entscheidung und begann deswegen ein grönländisch-deutsches Wörterbuch zu schreiben, dass die Herrnhuter Missionare in Grönland nutzen sollten. Da das Kultusministerium den Druck des Wörterbuchs jedoch nicht finanzieren konnte, wurde das Innenministerium um Hilfe gebeten, wo Sophus Theodor Krarup Smith arbeitete, der kurz zuvor auf Untersuchungsreise in Grönland gewesen war und dabei von Kleinschmidt und Haldor Ferdinand Jørgensen von den Vorzügen von Kleinschmidts Rechtschreibung überzeugt wurde. Das Innenministerium lehnte daraufhin eine Unterstützung Kraghs ab, woraufhin auch das Kulturministerium seine Unterstützung zurückzog.[6.3]

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 fiel sein Sogn an Preußen, wobei er jedoch im Amt blieb.[4] Nachdem Kragh im Streit um die grönländische Rechtschreibung und die Veröffentlichung des Wörterbuchs eine Niederlage gegen Kleinschmidt erlitten hatte, versuchte er erneut, als erster die Bibel in grönländischer Übersetzung als Sammelwerk herauszugeben. Aber auch Kleinschmidt arbeitete am selben Projekt. Dennoch unterstützte Kleinschmidt die Veröffentlichung von Kraghs bisher unveröffentlichten Bibelteilen. Dies gelang jedoch nie und letztlich schickte Kragh seine Übersetzungen an Kleinschmidt, damit dieser diese für seine eigene Übersetzung nutzen konnte.[6.4] Anlässlich seines 50. Amtsjubiläums erhielt er 1868 das Ritterkreuz des Roten Adlerordens und 1878 den Kronen-Orden III. Klasse.[4] Am 1. März 1881 wurde er im Alter von 86 Jahren pensioniert und starb zwei Jahre später 88-jährig an seiner letzten Wirkungsstätte.[7]

Werke (Auswahl)

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Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Finn Gad, Hother Ostermann: Peder Kragh. Dansk Biografisk Leksikon.
  2. Mads Lidegaard: Peter Kragh. Danmarks Nationalleksikon.
  3. 1 2 3 Kragh (Peder). In: Thomas Hansen Erslew (Hrsg.): Almindeligt Forfatter-Lexicon for Kongeriget Danmark med tilhørende Bilande, fra 1814 til 1840 [...] Band 2. Forlagsforeningens Forlag, Kopenhagen 1847, S. 54–56 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. 1 2 3 4 5 6 7 Johan Carl Joensen: De Danske i Grønland. Bidrag til den grønlandske Handels Historie med personalhistoriske Efterretninger om Embedsmænd og Funktionærer i Grønland 1721–1900. S. 225 (Online).
  5. 1 2 Leif Vanggaard: Peder Kragh. Biografisk Leksikon for Grønland.
  6. Henrik Wilhjelm: »af tilbøjelighed er jeg grønlandsk«. Om Samuel Kleinschmidts liv og værk. (= Det Grønlandske Selskabs Skrifter. Band XXXIV). Det Grønlandske Selskab, Kopenhagen 2001, ISBN 87-87925-26-5.
    1. S. 312f.
    2. 1 2 S. 81.
    3. S. 288–292.
    4. S. 317–320.
  7. 1 2 Kragh, Peder. In: Eduard Alberti (Hrsg.): Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1866–1882. 1 (A–L). Karl Biernatzki, Kiel 1885, S. 404 f. (Online).