Paul Adamus
Paul Adamus (* 29. Oktober 1889 in Piassetzna, Kreis Tarnowitz; † 27. Februar 1956 in Heringsdorf[1]) war ein römisch-katholischer Priester, der während der Zeit des Nationalsozialismus von 1941 bis 1945 im KZ Dachau inhaftiert war.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach Abitur 1910 am Königlichen Gymnasium in Beuthen[2] und dem Theologiestudium wurde Paul Adamus am 18. Juni 1914 in Breslau zum Priester geweiht.[3] 1918 kam er in den Berliner Norden in die Hertz-Jesu-Kirche und wurde dort Kaplan.[4] Später wurde er Kaplan an der Stettiner Propstei und wurde 1924 Pfarrer in Bergen auf Rügen. 1928 wurde er dann Pfarrer in Swinemünde. Während des Krieges sah er es als seine selbstverständliche seelsorgerische Pflicht an, auch die polnischen Zwangsarbeiter, die in seiner Pfarrei waren, seelsorgerisch zu betreuen. Darum wurde er am 19. März 1941 verhaftet und schließlich am 13. Juni 1941 in das KZ Dachau[5] gebracht. Dort wurde er als sogenannter Schutzhäftling mit der Häftlingsnummer 26254 geführt[6] und im Block 26, dem Pfarrerblock, interniert. Am 4. April 1945 wurde er kurz vor Kriegsende aus der Haft entlassen.[7] Er ging zurück in seine Pfarrei nach Swinemüdne,[4] doch durch die Grenzziehung nach dem Krieg fand er seine Pfarrei gespalten vor, da Swinemünde polnisch geworden war. Die Polen boten ihm an, für Polen zu optieren, doch er blieb seinem Deutschtum treu, wurde am 24. Juni 1946 ausgewiesen und in das Lager Stettin-Frauendorf gebracht. Bei dem Abtransport von dort gelang es ihm zu fliehen, und er kam so in den restlichen deutschen Teil seiner Pfarrei nach Heringsdorf zurück. Er blieb bis zu seinem Tod an einer Lungenentzündung im Alter von 66 Jahren am 27. Februar 1956 als Pfarrer in Heringsdorf.[1][8][9][10][11][12]
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Paul Adamus wurde im Jahr 1946 wegen seiner opferbereiten Treue zur katholischen Kirche zum Päpstlichen Geheimkämmerer ernannt.[13][14]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Archiv. In: KZ-Gedenkstätte Dachau. Abgerufen am 25. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Julian Ziaja: Schulnachrichten. (PDF) Übersicht über die Abiturienten Ostern 1910. In: Jahresbericht. Königliches Gymnasium zu Beuthen O.-S., 1911, abgerufen am 26. Mai 2026.
- ↑ Sonder-Seelsorge. In: pbc.gda.pl (Hrsg.): Amtlicher Führer durch das Bistum Berlin 1935. 1935, S. 322 (gda.pl [PDF; 3,4 MB; abgerufen am 26. Mai 2026]): „Swinemünde: Standortpfarrer i. N. Paul Adamus, * 29. 10. 1889 Piassetzna (Kr. Tarnowitz). W : 18. 6. 1914 Breslau. Swinemünde, Neue Str. 11, Swinemünde 2307. PK.: Stettin 141 23.“
- 1 2 Robert Romuald Kufel: Adamus Paul (1889–1956) proboszcz. (PDF) In: Słownik biograficzny księży pracujących w Kościele gorzowskim 1945–1956 Tom I (A-G). 2016, S. 32, abgerufen am 26. Mai 2026 (polnisch).
- ↑ Suche in Dokumenten der Arolsen Archives. Abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Thomas K. Kuhn: „Wenn man schon diese Pfaffengesichter und Verbrecherbande sieht …” Katholische Priester in Pommern als Opfer des Nationalsozialismus. (PDF) In: Greifswalder Universitätsreden Neue Folge Nr. 152. Oktober 2020, S. 29, abgerufen am 26. Mai 2026.
- ↑ Namen aller Geistlichen. 5. August 2021, abgerufen am 26. Mai 2026.
- ↑ Kreisarchiv Nordfriesland, Findbuch des Bestandes, Patenschaftsarchiv Kreis Usedom-Wollin, erstellt 2006. (PDF) In: nordfriesland.de. Nordfriesland / Kreisarchiv, S. 12, abgerufen am 25. Mai 2026: „M - 38 1956–1966, Pfarrer der Katholischen Kirche Swinemünde, enthält u. a.: Grabrede und Nachruf Paul Adamus; Bericht über die Pfarrer von Fränze Kupitz; Zeitungsausschnitt Erzpriester Kurt Reute“
- ↑ Chronik, Konvent der Marienschwestern, Abschrift aus der handschriftlichen Chronik der Marienschwestern 1947-1999. In: st-otto-zinnowitz.de. Abgerufen am 25. Mai 2026: „1956: Im Februar ereilte uns unerwartet die Nachricht vom Tode des hocherw. H. Prälaten Adamus aus Heringsdorf. Lange Jahre hindurch war er außergewöhnlicher Beichtvater der Schwestern gewesen. Eine Lungenentzündung hatte seinem ohnehin durch vier Lebensjahre im KZ Dachau geschwächten Körper ein rasches Ende gesetzt.“
- ↑ iswinoujscie.pl: Wigilia nad Świną 1945 r. Abgerufen am 30. Mai 2026 (polnisch).
- ↑ Wojciech Basałygo: Ave Stella Maris- Gwiazda Morza. 17. April 2016, abgerufen am 30. Mai 2026 (polnisch).
- ↑ https://bazhum.muzhp.pl/media/texts/studia-wocawskie/2006-tom-9/studia_wloclawskie-r2006-t9-s308-326.pdf
- ↑ iswinoujscie.pl: Kościół p.w. NMP „Gwiazdy Morza”cz.2. Abgerufen am 28. Mai 2026 (polnisch).
- ↑ Grażyna Wojtczyk: Słuchacze Morskiego Uniwersytetu Trzeciego Wieku na wyjeździe. (PDF) In: Magazyn Informacyjny Politechniki Morskiej w Szczecinie. 2024, abgerufen am 26. Mai 2026 (polnisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Adamus, Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher römisch-katholischer Priester |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1889 |
| GEBURTSORT | Piassetzna, Kreis Tarnowitz |
| STERBEDATUM | 27. Februar 1956 |
| STERBEORT | Heringsdorf |