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Patrick Oberegger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Patrick Oberegger
Oberegger 2023 in Oberhof
Verband Italien Italien
Geburtstag 31. Juli 1978
Karriere
Debüt im Weltcup März 2002
Status zurückgetreten
Karriereende 2006
Medaillenspiegel
JWM-Medaillen 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
 Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Bronze 1998 Valcartier Mannschaft
 

Patrick Oberegger (* 31. Juli 1978) ist ein italienischer Biathlontrainer. Seit 2026 ist er Cheftrainer der norwegischen Nationalmannschaft der Männer. Zuvor betreute er ab 2018 die norwegischen Frauen und davor die italienische Nationalmannschaft.

Oberegger stammt aus dem Südtiroler Biathlonzentrum Antholz und kam früh mit der Sportart in Kontakt. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 1998 gewann er im Mannschaftswettbewerb eine Bronzemedaille. Über die Sportgruppe des italienischen Heeres stieg er zwischenzeitlich in die Nationalmannschaft auf und bestritt im Winter 2001/02 einige Rennen im Weltcup, die er fernab der vorderen Ränge beendete. In den folgenden Jahren startete er im Europacup, wo sein bestes Einzelergebnis ein neunter Rang war. Er verpasste die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin und beendete seine aktive Laufbahn mit Ende zwanzig.[1]

Nach seinem Karriereende sammelte Oberegger erste Erfahrungen als Trainer in der Militärsportgruppe, übernahm dann verschiedene Aufgaben im Betreuerstab des italienischen Verbandes und absolvierte eine Trainerausbildung.[1] Ab Ende der 2000er-Jahre war er für den italienischen Weltcupkader zuständig,[2] den er über längere Zeit gemeinsam mit Andreas Zingerle und Patrick Favre betreute. Seine Schützlinge um Lukas Hofer und Dorothea Wierer gewannen 2014 olympisches Bronze mit der Mixed-Staffel – zuvor war der italienische Biathlonverband seit 1988 ohne Olympiamedaille geblieben. Wierer gehörte ab dem Winter 2015/16 regelmäßig zu den ersten fünf Athletinnen des Gesamtweltcups, bei Olympia 2018 in Pyeongchang gewannen die Mixed-Staffel und Dominik Windisch im Sprint zwei weitere olympische Bronzemedaillen. In den Weltcup-Nationenwertungen 2017/18 platzierten sich die italienischen Frauen auf Position drei hinter Deutschland und Frankreich, die italienischen Männer belegten den fünften Rang. Als Erfolgsfaktoren nannte Oberegger 2017 unter anderem eine „positive mannschaftsinterne Rivalität“, die gute Atmosphäre im Team sowie intensives Sommertraining.[3]

Zur Saison 2018/19 wechselte Oberegger als Cheftrainer zum als „talentiert[…], aber manchmal unbeständig[…]“ eingeschätzten norwegischen Biathlon-Frauenteam,[4] wo er Stian Eckhoff ablöste. Sein Co-Trainer wurde Sverre Huber Kaas. Binnen kurzer Zeit stellten sich Erfolge ein: 2019/20 gewannen die Norwegerinnen sämtliche Staffelrennen und mit Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Røiseland sowie Ingrid Landmark Tandrevold zählten drei Athletinnen zu den besten sieben des Gesamtweltcups. Im darauffolgenden Winter 2020/21 entschied Eckhoff (vor Røiseland) das Weltcup-Gesamtklassement für sich. Sie betonte die Verdienste Obereggers, der ihr Selbstvertrauen gestärkt und zur Steigerung ihrer Trefferquoten beigetragen habe.[5] In der Saison 2021/22 gewann dann Røiseland den Gesamtweltcup und wurde zweifache Olympiasiegerin in Peking. Die norwegischen Frauen gewannen unter Oberegger in allen vier Saisons des Olympischen Zyklus’ die Nationenwertung im Weltcup.

Nach den Rücktritten von Rücktritten von Eckhoff und Røiseland war ab 2022 in der norwegischen Mannschaft zunächst vor allem Tandrevold erfolgreich; in der Saison 2023/24 belegte sie Platz drei im Gesamtweltcup, nachdem sie bis zur letzten Station noch in Führung gelegen hatte. Ab 2024 stieg dann Maren Kirkeeide in die Weltspitze auf und wurde 2026 Olympiasiegerin im Sprint. Mannschaftlich konnte Norwegen jedoch nicht an die Erfolge bis 2022 anknüpfen.

Im Frühjahr 2026 wechselte Oberegger innerhalb des norwegischen Verbands als Cheftrainer von der Frauen- zur Männermannschaft, wo er gemeinsam mit Co-Trainer Anders Øverby auf Egil Kristiansen und Siegfried Mazet folgte. Die Frauenmannschaft übernahm Sverre Olsbu Røiseland.

Commons: Patrick Oberegger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Antholzer Erfolgsgarant in Norwegen auf puschtra.it. Gemäß der IBU-Datenbank trat Oberegger im März 2006 zu seinen letzten Europacuprennen an.
  2. Viktoria Franke: Neugestaltung des italienischen Trainerteams auf biathlon-online.de. 11. Juni 2009.
  3. Trainer im Fokus: Patrick Oberegger – Italien auf biathlonworld.com. 6. September 2017.
  4. Letzte Runde auf dem Trainerkarussell: Norwegen, Italien, und Russland auf biathlonworld.com. 30. Mai 2018.
  5. Eckhoff adelt Oberegger: „Hat mich aus dem Graben geholt“ auf sportnews.bz. 21. Februar 2021; Saskia Aleythe: Lockere Zunge, heißes Händchen. In: Süddeutsche Zeitung. 16. März 2021.