Das P-Boot oder auch 15er-Jollenkreuzer ist ein als Jollenkreuzer für flache Gewässer konzipiertes Boot. Die Konstruktionsklasse ist auf eine Länge über alles (L.ü.a.) von höchstens 6.500mm und eine maximale Breite von 2.500mm festgelegt. Das Boot ist weit verbreitet; der DSV registrierte in seinem Yachtregister über 1960 vermessene Boote. Nach wie vor erfreut sich das Boot großer Beliebtheit sowohl bei Touren- als auch bei Regattaseglern.
Der Name „15er-Jollenkreuzer“ ergibt sich nicht aus der kompletten Segelfläche am Wind, die deutlich darüber liegen kann, sondern wird durch den sogenannten Schattenriss des Mastes bestimmt. Das heißt, dass die Großsegelfläche und der Teil des Vorsegels, der im sichtbaren Segeldreieck liegt, vermessen wird. Aus diesem Grund fließt auch die Überlappung der Genua (bis zu 16m²) nicht in die Berechnung ein. Als Folge ergibt sich eine Amwindsegelfläche von zirka 26m².
Für den Fahrtensegler bietet sich das P-Boot als sportliches Wanderboot für Binnengewässer oder küstennahe Bereiche an, mit dem aufgrund der Konstruktion als Jollenkreuzer ohne festen Kiel und damit Tiefgang, auch mal direkt am Ufer angelegt werden kann. Aus diesem Grund gibt es auch eine hohe Anzahl von schon älteren Fahrten-P-Booten, die immer wieder aktiv Reisen unternehmen.
In der Regattaszene der Binnensegler ist das P-Boot als hochtechnisiertes „Renngerät“ bekannt. Der 2-köpfigen Besatzung wird viel abverlangt, denn der 15er trägt einiges an Segeln. Zur modernen Standardausstattung zählen drei Vorsegel von 16 bis 8m² Segelfläche, die bei wechselnden Winden auch während einer Regatta getauscht werden. Das zirka 9m² Großsegel wird an einem filigran verstagten Mast mit allen Trimmmöglichkeiten eines „flexiblen Riggs“ gefahren. Einen besonderen Reiz übt der 50m² große Spinnaker auf die Regattasegler aus. Dieses fast schon überdimensionierte Segel haben einige dann auch noch in unterschiedlichen Ausführungen an Bord, um unterschiedlichen Windbedingungen gerecht zu werden.
In der DDR wurden P-Boote als Backdecker gebaut, die den Vermessungsvorschriften der Klassenvereinigung entsprechen und infolge der Bauart vergleichsweise geräumige Kajüten haben. Eine weitere Besonderheit sind die Jollenkreuzer vom Typs Greif 650 ursprünglich der gleichen Werft, ein GFK-Serienbau, das mit einem eigenen Segelzeichen (G+Nummer) gekennzeichnet wird.