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Otingis

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Otingis wurde in den Getica, der im 6. Jahrhundert geschriebenen und erhalten gebliebenen Gotengeschichte des spätantiken römisch-gotischen Gelehrten und Geschichtsschreiber Jordanes,[1] bei einigen Handschriften und älteren Ausgaben als ein skandinavischer Stamm aufgezählt. Es handelt sich bei Otingis allerdings um eine Verschreibung aus Evagre-otingis.[2]

Die Korrektur dieser Schreibweise rückt den gotischen Stamm der Greotingi[3] an diese Stelle. Zunächst bemerkte der germanistische Mediävist Karl Viktor Müllenhoff[4] diesen Schreibfehler und korrigierte zu Evagreotingis.[5] Dabei blieb jedoch das Präfix Eva- ungeklärt. Erst der Germanist und Sprachwissenschaftler Theodor von Grienberger[6] legte dann etiam Greo-tingis fest. Damit entfielen die Otingi (Otingis) in der althistorischen Forschung als selbständiger skandinavischer Stamm von Scandza.[2]

In den neueren Ausgaben zu Jordanes erscheinen die Otingi bzw. der Name Otingis nicht mehr.[2]

  1. ↑ Jordanes, Getica. In: Theodor Mommsen (Hrsg.): Auctores antiquissimi 5,1: Iordanis Romana et Getica. Berlin 1882, S. 59 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
  2. 1 2 3 Vgl. Alfred Franke: Otingis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XVIII,2, Stuttgart 1942, Sp. 1876 f..
  3. ↑ Vgl. Max Ihm: Greuthungi. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band VII,2, Stuttgart 1912, Sp. 1872 f.
  4. ↑ Karl Viktor Müllenhoffs Berichtigung unter dem Stichwort Otingis vgl. Index Locorum. In: Theodor Mommsen (Hrsg.): Auctores antiquissimi 5,1: Iordanis Romana et Getica. Berlin 1882, S. 163 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat).
  5. ↑ Vgl. Karl Viktor Müllenhoff: Deutsche Altertumskunde. Band 2. Weidmann, Berlin 1887, S. 63–64 (Digitalisat); Rudolf Much: Otingis. In: Johannes Hoops (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 3: K–Ro. Straßburg 1915–1916, S. 321 (Digitalisat).
  6. ↑ Vgl. Theodor von Grienberger: Die nordischen Völker bei Jordanes. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 46. 1902, S. S. 128–168, hier S. 135–136.