Gegründet wurde das Unternehmen als Optima-Maschinenfabrik am 15. September 1922 durch den Kaufmann Otto Bühler und den Mechanikermeister Gottlob Beutelspacher als Offene Handelsgesellschaft.[6] Beutelspacher schied Anfang 1936 aus der Gesellschaft aus, woraufhin Bühler sie als Einzelfirma weiterführte.[7] 1937 wurde ein Erweiterungsbau für das Fabrikgebäude an der alten Reifensteige genehmigt.[8]Abfüllwaagen für Lebensmittel und andere Produkte etwa der Branchen Pharma, Chemie und Kosmetik waren der Anfang vor dem Zweiten Weltkrieg.[9] In den 1930er Jahren erfolgten erste Exporte nach West- und Osteuropa. In den letzten Kriegsmonaten wurden 1945 große Teile des Unternehmens zerstört. Der Sohn des Unternehmensgründers, Max Bühler, begann nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau. 1950 folgte eine Erweiterung des Programms durch Verpackungsmaschinen.
1970 entwickelte das Unternehmen seine erste Verpackungsmaschine für Hygieneprodukte. Hans Bühler, Sohn von Max Bühler und einer der heutigen Geschäftsführer, stieg 1980 in das Unternehmen ein. 1984 wurde das US-amerikanische Tochterunternehmen Optima Machinery Corporation in Green Bay, Wisconsin gegründet. 1992 erfolgte die Übernahme der INOVA Pac-Systeme GmbH, 1995 die Gründung von Optima Japan Co. Ltd. und 1997 von Optima Brasilien.
1998 übernahm Optima die Firma Julius Kugler Co. & GmbH mit Füll- und Verschließmaschinen für die pharmazeutische und kosmetische Industrie, 1999 Amotek in Italien. 2000 wurde die packaging group GmbH gegründet, im Jahr darauf eine Tochtergesellschaft in Mexiko und die Medicon GmbH & Co. KG. 2002 kam eine Niederlassung in Großbritannien hinzu.
2005 erhielt Hans Bühler die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. 2007 erfolgte die Gründung der Optima Group Pharma (Schwäbisch Hall, Deutschland) als Zusammenschluss der Marken Inova, Klee und Kugler (Geschäftsbereich Pharma). 2008 wurde die Niederlassung Optima Packaging Machines in Shanghai, China gegründet. 2011 übernahm Optima das Unternehmen Metall + Plastic in Radolfzell, das Isolatoren und Dekontaminationssysteme für pharmazeutische Produkte fertigt. Metall+Plastic GmbH wurde 2023 umfirmiert in OPTIMA pharma containment GmbH.[10]
2012 wurde die Marke Doyen Medipharm gekauft und mit Medicon in der OPTIMA life science GmbH vereint. Des Weiteren wurden die Firmen S.F.Vision, Kugler, Stern und ein Bereich der Optima filling and packaging machines GmbH in der OPTIMA consumer GmbH zusammengefasst. Hierfür entstand ein neues Verwaltungsgebäude mit 4.000 m² Fläche, das 2013 bezogen wurde. Es erfolgte eine Umbenennung der OPTIMA filling and packaging machines GmbH in die OPTIMA nonwovens GmbH.[11]
Optima war mit Stand 2010 Weltmarktführer bei Maschinen für die Verpackung von Windeln und Damenhygieneprodukten in Folienbeuteln, bei Portionspackungen wie Pads oder Kapseln für Kaffee und Tee und bei Funktionsverschlüssen für Lebensmittel mit jeweils einem Weltmarktanteil zwischen 60% und 80%.[12]
Die OPTIMA packaging group ist auf Abfüll- und Verpackungsmaschinen sowie zugehörige Automatisierungs- und Servicelösungen spezialisiert. Die Aktivitäten des Unternehmens sind in mehrere Geschäftsbereiche gegliedert, die unterschiedliche Anwendungsfelder adressieren.[13][14][15]
Der Geschäftsbereich Pharma umfasst die Entwicklung und Herstellung von Verpackungs- und Abfüllsystemen für die pharmazeutische Industrie. Dazu zählen Anlagen für sterile Prozesse sowie integrierte Systemlösungen, etwa im Bereich der Gefriertrocknung und ergänzende digitale Anwendungen.[13]
Im Bereich Consumer bietet das Unternehmen Maschinen und Verpackungslösungen für Konsumgüter an. Dazu zählen Anwendungen in den Bereichen Kosmetik, Körperpflege sowie ausgewählte Lebensmittelprodukte.[16][14]
Der Geschäftsbereich Nonwovens konzentriert sich auf Anlagen zur Verarbeitung und Verpackung von Vliesstoff- und Hygieneprodukten. Typische Anwendungsfelder sind unter anderem Windeln, Feuchttücher und medizinische Verbrauchsprodukte.[13][14]
Der Bereich Life Science umfasst Systeme für Anwendungen in der Biotechnologie, Laborautomatisierung und weiteren technologieorientierten Industrien.[17]
In diesem Bereich werden Technologien für Verpackungen auf Faserbasis entwickelt und industriell umgesetzt, insbesondere als Alternative zu kunststoffbasierten Verpackungslösungen.[15][18]
Querschnittlich spielen Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen eine Rolle, die in allen Geschäftsbereichen eingesetzt werden.[19]
75 Jahre OPTIMA – Fragmente aus drei Generationen 1922–1997, Schwäbisch Hall 1997.
Kirchner, Peter:Die Cluster-Region Heilbronn-Franken. Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-679-5.
Peter Tognotti, Rudolf Büchner: Tüftler. Schaffer. Weltmarktführer. 150 Jahre Verpackungsmaschinenbau in Südwestdeutschland, 2011, Packaging Valley e. V., Schwäbisch Hall und Packaging Excellence Center (PEC), Waiblingen (Hrsg.)
Kurt Neuffer: Die Tüftler von heute. Zur Geschichte der Spezialmaschinenbauer im Kreis Hall, 1990, in: Haller Tagblatt.