Olivenfruchtfliege
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Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae[1]) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Bactrocera oleae[1] | ||||||||||||
| (Rossi, 1790) |
Die Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae) ist eine Art der Bohrfliegen, die zur Unterfamilie Dacinae gehört. Sie ist eine phytophage Art, deren Larven sich in den Früchten des Olivenbaums ernähren. Sie gilt als bedeutender Schädling im Olivenanbau, der die Menge und die Qualität der Produktion in den meisten Olivenanbaugebieten maßgeblich beeinträchtigt.
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Fliegen-Imagines sind 4 bis 5 Millimeter lang, mit einer Flügellänge von 4,3 bis 5,2 Millimeter. Sie sind überwiegend rotbraun gefärbt mit großen, leuchtend roten Augen und Fühlern mit sehr kurzem ersten Fühlerglied (Scapus). In den Antennenfurchen auf der Kopfvorderseite sitzt jederseits ein dunkler Punkt. Die Oberseite des Rumpfs (Scutum) ist rotbraun mit zwei bis vier grauen bis schwarzen Längsstreifen, oft schwarz mit rotbraunen Seiten. Das Scutellum ist dagegen stark abstechend heller gelb gefärbt, manchmal mit einem basalen, schwarz oder rotbraun gefärbten Dreieck; außerdem trägt der Rumpf im hinteren Abschnitt einige helle Flecken, aber keine Binden. Der Hinterleib ist rotbraun mit schwarzer Zeichnung, die aus schwarzen Flecken an den Seiten der (deutlich gegeneinander abgesetzten) Tergite besteht. Die Flügel sind überwiegend hyalin (glasklar) mit einem kleinen dunklen Fleck an der Vorderkante nahe der Flügelspitze; die bei vielen anderen Bohrfliegen-Arten vorhandene schwarze Flügelbinde ist zu diesem Fleck reduziert. Die Schenkel (Femora) der Beine sind gelb.[2][3][4]
Lebensweise
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Die Fliege befällt ausschließlich die Steinfrüchte des Olivenbaums und des wilden Olivenbaums. Das Insekt kann je nach klimatischen Bedingungen in verschiedenen Formen überwintern: als Larve in den am Baum verbliebenen Oliven, als Puppe im Boden oder, in milderen Gegenden, auch als Imago in Unterschlupfen wie Häusern und Lagerhallen.[5]
Im Frühjahr, wenn die Bodentemperatur 9–10 °C erreicht und überschreitet, schlüpfen die ausgewachsenen Fliegen aus den Puppen. Die Steinfrüchte, die seit der vorangegangenen Saison im Kronendach der Pflanzen verblieben sind, können ein günstiges Nahrungssubstrat für die Entwicklung einer ganzen Frühjahrsgeneration darstellen. Der Klimawandel, der sich auch in besonders milden Wintertemperaturen zeigt, begünstigt die Überwinterung großer Fliegenpopulationen, die dann im Frühjahr einen ersten Zyklus auf den vom Vorjahr verbliebenen Oliven durchlaufen können.[6]
In der Dämmerung und bei günstigen Temperaturbedingungen, beginnt die Paarung. Das Weibchen sondert ein Sexualpheromon ab, das aus einer Mischung flüchtiger Substanzen besteht, von denen Olean die wichtigste ist. Die Eiablage beginnt etwa zehn Tage nach der Paarung, und besonders während dieser Zeit ernährt sich das Weibchen auch von Saft, den es durch Einstiche in die Frucht mit dem Ovipositor aufnimmt.[5]
Nach einer Ruhephase im Spätfrühling kehren die ausgewachsenen Tiere mit der Verhärtung des Kerns der Steinfrüchte im Sommer in die Olivenhaine zurück, und die Weibchen legen erneut Eier in die Früchte des laufenden Jahres.[6] Dabei legt jedes Weibchen bis zu 10–20 Eier pro Tag, und die Fruchtbarkeit jedes einzelnen Weibchens beträgt einige hundert Eier. Das Weibchen durchbohrt die Olive mit dem Ovipositor, um ein einziges Ei abzulegen, in der Regel eines pro Frucht. Die Brutzeit des Eies dauert je nach Jahreszeit zwischen einigen Tagen und einigen Wochen. Anschließend durchläuft die Larve, die sich von der Frucht ernährt, drei Entwicklungsstadien, in denen sie zunächst einen fadenförmigen Gang in das Mesokarp der Olive gräbt, der sich dann allmählich vergrößert. Die Dauer der Larvenentwicklung hängt ebenfalls von der Temperatur und variiert zwischen einem halben Monat und mehreren Monaten, je nachdem, ob es sich um die Frühjahrs-, Sommer- oder Herbstgeneration handelt. Sobald das dritte Reifestadium erreicht ist, baut die Larve direkt am Kern eine Kammer und bohrt ein Loch nach außen, das von einer dünnen Hautschicht verschlossen wird.[7]
Anschließend verpuppt sie sich und verwandelt sich in ein ausgewachsenes Tier. Je nach saisonalem Verlauf können innerhalb eines Jahres eine, zwei oder mehrere vollständige Generationen folgen. Mit zunehmenden Fettgehalt im Mesokarp neigt die Larve nach Abschluss ihrer Entwicklung dazu, aus der Olive herauszukriechen, um sich im Boden zu verpuppen, anstatt sich am Ende des Larvengangs in der Frucht zu verwandeln.[6]
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Verbreitung fällt zusammen mit dem Bereich des Olivenanbaus im nördlichen, östlichen und südlichen Afrika, in Südeuropa, auf den Kanarischen Inseln, in Indien und Westasien. In den Vereinigten Staaten ist die Verbreitung auf Kalifornien beschränkt.[8]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das britische Biotechnologie-Unternehmen Oxitec beantragte im September 2013 bei der spanischen Biosicherheitskommission einen Freilandversuch, in dem genetisch veränderte Olivenfliegen ihre frei lebenden Artgenossen nach und nach ausrotten sollten. Das Versuchsgelände in der Nähe der Stadt Tarragona wurde mit Netzen gesichert. In Asien sowie Nord- und Südamerika hat Oxitec bereits Versuche durchgeführt.[9] Der Antrag wurde zurückgezogen, 2015 erneut gestellt und erneut zurückgezogen, nachdem eine Genehmigung offenbar nicht zu erwarten war.[10]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Bactrocera oleae im Integrated Taxonomic Information System (ITIS). Abgerufen am 29. Juni 2014.
- ↑ The Fruitflies of the Afrotropical Region by Peter van Welzen. Abruf am 30. Juni 2014.
- ↑ V.C. Kapoor: Taxonomy and Biology of Economically Important Fruit Flies of India. In: Biotaxonomy of Tephritoidea Israel Journal of Entomology Vol. 35-36, 2005/6: 459-475.
- ↑ Paul Vossen, Lucia G. Varela, Alexandra Devarenne: Olive Fruit Fly. University of California Cooperative Extension, Sonoma County 2004 download ( vom 12. Februar 2015 im Internet Archive)
- 1 2 Franco Michelotti et al.: La mosca delle olive nel Garda Trentino. In: Fondazione Edmund Mach (Hrsg.): Olivocultura Trentina: Ricerca e sperimentazione tra produzione di qualità e tutela del paesaggio. Fondazione Edmund Mach, o. O. 2020, S. 18.
- 1 2 3 Michele Morten, Stefano Pedò: Coltivazione dell’olivo in Trentino: Guida pratica per l’olivicoltura multifunzionale. Fondazione Edmund Mach, o. O. 2023, S. 48.
- ↑ Franco Michelotti et al.: La mosca delle olive nel Garda Trentino. In: Fondazione Edmund Mach (Hrsg.): Olivocultura Trentina: Ricerca e sperimentazione tra produzione di qualità e tutela del paesaggio. Fondazione Edmund Mach, o. O. 2020, S. 19.
- ↑ Richard Rice, Phil A. Phillips; Judy Stewart-Leslie & G. Steven Sibbett: Olive fruit fly populations measured in Central and Southern California. In: California Agriculture. 57. Jahrgang, Nr. 4, 2003, S. 122–127, doi:10.3733/ca.v057n04p122 (englisch, ucanr.org [abgerufen am 14. März 2010]).
- ↑ Gentechnik statt Gift auf heise.de
- ↑ Neuer Anlauf: Test mit gentechnisch veränderten Olivenfliegen in Spanien. Abgerufen am 14. Juli 2020.