Zum Inhalt springen

Olaf Demuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Olaf Demuth (* um 1963) ist ein deutscher Manager in der Bauindustrie. Er ist Mitglied des Vorstands der Zech Group SE und wird voraussichtlich am 7. Mai 2026 zum Präsidenten des Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) gewählt.[1]

Demuth absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Zimmerer; nach Erwerb des Gesellenbriefs arbeitete er zunächst ein Jahr als Zimmermann in Vermont. Danach nahm er ein Studium des Bauingenieurwesens in Hamburg auf, welches er als Dipl. Ing. erfolgreich abschloss.[2] Seine ingenieurberufliche Laufbahn begann 1988 bei der Strabag (Hoch- und Ingenieurbau AG), wo er insgesamt 18 Jahre in verschiedenen Positionen tätig war.[3][4] Im Zuge der Übernahme von Unternehmensteilen wechselte er zur Ed. Züblin AG. Dort war er zehn Jahre lang beschäftigt und wurde im Frühjahr 2013 in den Vorstand berufen, wo er das Ressort Spezialtiefbau verantwortete.

Zum 1. März 2017 wechselte Demuth zur Zech Group. Im Januar 2020 wurde er zum Mitglied des Vorstands der Zech Group SE bestellt. In dieser Funktion verantwortet er die Sparten rund um die Erstellung von Immobilien (Building).

Positionen als HDB-Präsident

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustandards und Wohnungsbau

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) initiierte Gesetz zum „Bau-Turbo“ (s. § 246e BauGB) kommentierte Demuth in einem Interview mit der Wirtschaftswoche mit den Worten: „Der Begriff Turbo ist total übertrieben als Überschrift über dem Projekt. Eine bedrohte Fledermaus - und schon haben Sie Debatte statt Bau-Turbo.“[5] Überdies strebt er im Bauwesen einen effektiven Bürokratieabbau an.[6]

Angesichts der Krise im Wohnungsbau fordert Demuth einen radikalen Neubeginn durch einfachere Baustandards. Sein zentrales Plädoyer lautet: „Bauen wir doch so, wie wir schon vor zwanzig Jahren gebaut haben“. Er fordert, mit Ausnahme des Klimaschutzes alle anderen Anforderungen drastisch zu reduzieren, um das Bauen wieder bezahlbar zu machen. Den von der Politik vorgeschlagenen Gebäudetyp E lehnt er als zu kompliziert ab und fordert stattdessen ein gesetzlich festgelegtes Referenzniveau als sichere Basis für Bauherren und Justiz.[1]

Kritik an der Infrastrukturplanung und Autobahn GmbH

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demuth kritisiert die mangelnde Planungssicherheit im staatlichen Infrastrukturbau. Insbesondere die Autobahn GmbH des Bundes rügt er dafür, dass sie keine verlässliche Vergabevorschau liefere, wodurch Unternehmen nicht planen könnten: „Keiner dort kann uns sagen, was genau wann wie gebaut werden soll.“ Zudem bemängelt er, dass Sondervermögen des Bundes bei den Kommunen nicht ankämen und Preisgleitklauseln – anders als im Ausland – in Deutschland bei öffentlichen Aufträgen fehlten.[7]

Personalmanagement und Krisenbewältigung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückblickend auf die Rezessionsjahre betont Demuth die Anstrengungen der Bauwirtschaft zum Erhalt der Arbeitsplätze. Er verweist darauf, dass die Branche trotz massiver wirtschaftlicher Schwierigkeiten in den vergangenen Krisenjahren kein Personal abgebaut habe, was er als einen „irren Kraftakt“ bezeichnet.

Verbandspolitik und Verhältnis zum ZDB

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demuth setzt auf eine Einigung der Baubranche und möchte die historisch tiefen Gräben zwischen dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zuschütten. Während der HDB als Vertreter der Großkonzerne traditionell Generalunternehmerverträge bevorzugt, fordert der ZDB im Sinne kleinerer Betriebe die Vergabe in Einzellosen. Demuth betont jedoch: „Wir brauchen keine Grabenkriege, weder in der Branche noch außerhalb.“[1]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 Bernd Freytag: „Bauen wir doch wie vor 20 Jahren“ / Der designierte Baupräsident Olaf Demuth fordert einen Neubeginn: radikal einfachere Baustandards, mit Ausnahme des Klimaschutzes. „Alle anderen Anforderungen müssen wir abspecken. Sonst wird es nicht billiger.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 6. Mai 2026, Seite 18
  2. Harald Schumacher: Bauwirtschaft: Olaf Demuth wird neuer Präsident des Bauindustrieverbands. In: WirtschaftsWoche. WirtschaftsWoche, 6. Mai 2026, abgerufen am 6. Mai 2026.
  3. Autor ungenannt: Team: Olaf Demuth. Ebert Ingenieure GmbH, 2025, abgerufen am 6. Mai 2026.
  4. Autor ungenannt: Züblin-Vorstandsmitglied Olaf Demuth scheidet aus dem Unternehmen aus - THIS – Tiefbau Hochbau Ingenieurbau Strassenbau. In: this-magazin.de. THIS – Das Fachmagazin für erfolgreiches Bauen, 2027, abgerufen am 6. Mai 2026.
  5. Harald Schumacher: Etikettenschwindel Bau-Turbo: „Erst 2028 werden wir Effekte sehen“. Wirtschaftswoche, 20. Oktober 2025, abgerufen am 6. Mai 2026.
  6. Finja Jaquet: Weniger Auflagen für günstigeres Bauen / Jede Baustelle muss ihren Müll dokumentieren: Olaf Demuth, Vorstand der Zech Group, über Bürokratie im Bauwesen In: Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 25. Juli .2025, Seite 8
  7. Finja Jaquet: Baubranche im Bürokratiewahnsinn – Zech-Vorstand gibt Einblicke. 22. Juli 2025, abgerufen am 6. Mai 2026.