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Oded Navon

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Oded Navon (hebräisch עודד נבון; * um 1955) ist ein israelischer Geologe, Geochemiker, Petrologe und Vulkanologe. Er ist Emeritus der Hebräischen Universität Jerusalem. Navon lieferte bedeutende Beiträge zur Geochemie von Gesteinen im Erdmantel und Erkenntnisse zu ihrer Entstehung.

Navon studierte von 1974 bis 1977 Chemie und Physik an der Hebräischen Universität Jerusalem (HUJ), wo er 1978 einen Bachelor-Abschluss mit der Bewertung Magna cum laude erwarb. Anschließend begann er an der Universität eine Masterarbeit in Geologie zum Thema Petrology and structural analysis of metamorphic rocks in Wadi Kid, Sinai bei Arthur Reymer und Alan Matthews, das er jedoch kurz vor dem Abschluss zugunsten eines Promotionsstudiums in Geologie am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena in den Vereinigten Staaten abbrach. Die Doktorarbeit bei Caltech fertigte er von 1982 bis 1988 bei Gerald J. Wasserburg an. Die Dissertation trug den Titel Chemical and mineralogical characterization of micro-inclusions in diamonds.[1]

Nach der Promotion kehrte er an die HUJ zurück, wo er 1989 eine Stelle als Lecturer in Geologie am Institut für Geowissenschaft antrat. 1995 wurde er Senior Lecturer in Geowissenschaft, 2000 Associate Professor und 2006 Full Professor und Inhaber des Lehrstuhls Gerald M. Freidman Chair in Geology. An seinem Institut leitete er von 2000 bis 2004 das Lehrprogramm für Geowissenschaften. Von 2008 bis 2012 war er Vizerektor, von 2012 bis 2015 Leiter des Instituts.[1]

Forschungsaufenthalte führten ihn 1996 für drei Monate und 1999–2000 für ein Sabbatical an die Universität Bristol in England sowie 2007–2008, wiederum für ein Sabbatical, an die Macquarie University in Australien.[1]

Ab 2014 gehörte er dem Board des Israel Institute for Advanced Studies an. 2016 wurde er Leiter des Akademischen Komitees der Advanced School for Environmental Studies der HUJ.[1]

2020 wurde Navon emeritiert.[1]

Während seiner Doktorarbeit bei Caltech entwickelte Navon gemeinsam mit Edward M. Stolper ein Modell zur Beschreibung der Wechselwirkungen zwischen Schmelzen und Gestein als Ionenaustauschprozesse, das später zu einem wesentlichen Konzept zum Verständnis der Geochemie von ultramafischem Gestein, Inselbogen-Lava und verschiedener Magma-Typen wurde. Kurz darauf leistete er – nach wie vor bei Caltech – einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der Geochemie von Diamant, als er 1988 als Erster die chemische Zusammensetzung flüssiger Mikro-Inklusionen in Diamanten beschrieb. Auf diesem Gebiet arbeitete er auch nach seiner Rückkehr nach Jerusalem weiter. Er etablierte sich als Pionier in dem Bereich und führte die Forschung an Inklusionen 35 Jahre lang fort. Sie führte zur Entdeckung von vier grundlegend unterschiedlichen Arten von kohlenstoff- und wasserhaltigen Fluiden im unteren Erdmantel. Diese Erkenntnisse waren teilweise unerwartet und erforderten ein Überdenken bis dahin bestehender Modelle, gelten aber inzwischen als etabliert und bestätigt.[2]

Gemeinsam mit Marcus Schrauder gelang ihm 1993 mittels Infrarotspektroskopie der Erstnachweis von festem Kohlendioxid in einem natürlichen Diamanten. Die Messungen belegten, dass das eingeschlossene Kohlendioxid selbst bei Raumtemperatur unter einem Restdruck von etwa 5 GPa stand, was die beiden auf einen Einschluss im Erdmantel in einer Tiefe von rund 220 bis 270 Kilometern schlussfolgern ließ.[3] In anschließenden Untersuchungen zur Zusammensetzung diamantbildender Fluide im oberen Erdmantel analysierten Navon und Schrauder Mikroeinschlüsse in Faserdiamanten aus Jwaneng (Botswana). Dabei wiesen sie nach, dass deren Zusammensetzung kontinuierlich zwischen einem karbonatitischen und einem wasserreichen Endglied variiert.[4] Zusammen mit Christian Koeberl untersuchten sie zudem die Spurenelementzusammensetzung fluidführender Diamanten.[5]

Navons Forschungsarbeit führte auch zu Erkenntnissen bezüglich der Entstehung von Diamant. Zudem erforschte er gemeinsam mit Vladimir Lyakhovsky die Rolle der Nukleation und des Wachstums von Magma-Blasen in Ejektionen und bei der Entstehung von Gesteinsgängen aus Basalt und Kimberlit. Navons Studenten erforschten die magmatische Geschichte Israels.[2]

Navon betreute an der HUJ 13 Master- und 10 Doktorarbeiten.[2]

Veröffentlichungen (Auszug)

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  • Oded Navon, Edward M. Stolper: Geochemical Consequences of Melt Percolation: The Upper Mantle as a Chromatographic Column. In: The Journal of Geology. Band 95, Nr. 3, 1. Mai 1987, S. 285–307, doi:10.1086/629131.
  • Oded Navon, I. D. Hutcheon, George R. Rossman, G. J. Wasserburg: Mantle-derived fluids in diamond micro-inclusions. In: Nature. Band 335, Nr. 6193, 27. Oktober 1988, S. 784–789, doi:10.1038/335784a0.
  • Marcus Schrauder, Oded Navon: Hydrous and carbonatitic mantle fluids in fibrous diamonds from Jwaneng, Botswana. In: Geochimica et Cosmochimica Acta. Band 58, Nr. 2, Januar 1994, S. 761–771, doi:10.1016/0016-7037(94)90504-5.
  • Shaul Hurwitz, Oded Navon: Bubble nucleation in rhyolitic melts: Experiments at high pressure, temperature, and water content. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 122, Nr. 3–4, April 1994, S. 267–280, doi:10.1016/0012-821X(94)90001-9.
  • Elad Izraeli, Jeffrey W. Harris, Oded Navon: Brine inclusions in diamonds: a new upper mantle fluid. In: Earth and Planetary Science Letters. Band 187, Nr. 3–4, 15. Mai 2001, S. 323–332, doi:10.1016/S0012-821X(01)00291-6.
  • Amit Mushkin, Oded Navon, Ludwik Halicz, Gerald Hartmann, Mordechai Stein: The Petrogenesis of A-type Magmas from the Amram Massif, Southern Israel. In: Journal of Petrology. Band 44, Nr. 5, 1. Mai 2003, S. 815–832, doi:10.1093/petrology/44.5.815.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Curriculum vitae – Oded Navon. (PDF; 345 KByte) Hebräische Universität Jerusalem, abgerufen am 5. September 2026 (englisch, wissenschaftlicher Lebenslauf, nach 2020).
  2. 1 2 3 Yaakov Weiss: A tribute to Oded Navon. In: Mineralogy and Petrology. Band 119, 12. Februar 2025, S. 293–294, doi:10.1007/s00710-025-00890-9 (englisch).
  3. ↑ Marcus Schrauder, Oded Navon: Solid carbon dioxide in a natural diamond. In: Nature. Band 365, Nr. 6441, 2. September 1993, S. 42–44, doi:10.1038/365042a0.
  4. ↑ Marcus Schrauder, Oded Navon: Hydrous and carbonatitic mantle fluids in fibrous diamonds from Jwaneng, Botswana. In: Geochimica et Cosmochimica Acta. Band 58, Nr. 2, 1994, S. 761–771, doi:10.1016/0016-7037(94)90504-5.
  5. ↑ Marcus Schrauder, Christian Koeberl, Oded Navon: Trace element analyses of fluid-bearing diamonds from Jwaneng, Botswana. In: Geochimica et Cosmochimica Acta. Band 60, Nr. 23, Dezember 1996, S. 4711–4724, doi:10.1016/S0016-7037(96)00274-8.