Observer (Computerspiel)
| Observer | |||
| Entwickler | Bloober Team | ||
|---|---|---|---|
| Publisher | Aspyr | ||
| Leitende Entwickler | Wojciech Piejko | ||
| Komponist | Arkadiusz Reikowski | ||
| Veröffentlichung | Observer: 15. August 2017 (Windows, PS4, Xbox One), 24. Oktober 2017 (Linux, macOS), 7. Februar 2019 (Nintendo Switch) Observer System Redux: 10. November 2020 (Windows, Xbox Series X/S), 12 November 2020 (PlayStation 5), 25. März 2021 (Amazon Luna), 16. Juli 2021 (PlayStation 4, Xbox One) | ||
| Plattform | Microsoft Windows, PlayStation 4, Xbox One, Linux, macOS, Nintendo Switch, Amazon Luna, PlayStation 5, Xbox Series X/S | ||
| Spiel-Engine | Unreal Engine 4 | ||
| Genre | Psychologischer Horror | ||
| Spielmodus | Einzelspieler | ||
| Altersfreigabe |
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| PEGI-Inhaltsbewertung | Gewalt, Schimpfwörter | ||
Observer (Schreibweise: >observer_) ist ein Computerspiel aus dem Genre des psychologischen Horrors. Das Spiel wurde vom polnischen Bloober Team entwickelt und durch Aspyr vertrieben. Unterstützt wurden ab Release im August 2017 die Plattformen Microsoft Windows, PlayStation 4 und Xbox One, es folgten Versionen für Linux, macOS und Nintendo Switch. Eine erweiterte Fassung namens Observer: System Redux wurde im November 2020 für Windows, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Amazon Luna veröffentlicht, März 2021 folgte eine Fassung für die PlayStation 4 und im Juli desselben Jahres jene für die Xbox One. Observer erzählt die Geschichte von Daniel Lazarski, einem Ermittler mit der Fähigkeit, die Gehirne von Menschen zu hacken.
Das Spiel wurde auf der Unreal Engine 4 entwickelt. Unter den Darstellern ist Rutger Hauer, der auch im Film Blade Runner spielte, welcher wiederum das Spiel prägte.[1] Der Soundtrack stammt von Arkadiusz Reikowski, der unter anderem Choral- und Ambient-Musik einsetzte. Observer wurde von der Kritik insgesamt gut aufgenommen, gelobt wurden die Gestaltung der Spielewelt, die visuellen Effekte und die Hacking-Sequenzen, kritisiert wurden Schleichpassagen und die Fokussierung auf stilistische Effekte.
Gameplay
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Observer wird aus der Egoperspektive gespielt.[2] Spielcharakter ist der Ermittler Daniel Lazarski von einer Polizeieinheit der Observer in Krakau. Mit einem als „Traumfresser“ bezeichneten Gerät ist er in der Lage, sich zu Ermittlungszwecken in die Gehirnimplantate Dritter zu hacken.[3] Weiter ist er mit Augmented-Reality-Hardware ausgestattet, die über zwei Modi verfügt: Electromagnetic Vision (zum Erkennen elektronischer Geräte) sowie Bio Vision (zum Auffinden biologischer Spuren).[4] Erkannte Spuren bzw. Vorkommen werden durch das Gerät hervorgehoben.[5] Objekte können verwendet und untersucht werden, mit Nichtspielercharaktern kann man durch Dialogvorschläge kommunizieren. Im Spiel sind verschiedene Sammelobjekte verstreut: Nanophage-Karten, Patientenakten, ferngesteuerte Modellfahrzeuge und Rosen. Mit Computerterminals in der Spielwelt können Dokumente gelesen und ein Minispiel namens With Fire and Sword: Spiders gespielt werden.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Observer spielt in einer Cyberpunk-Version der polnischen Stadt Krakau im Jahr 2084. Eine digitale Seuche, von Nanophagen verursacht, hatte in der Vergangenheit Tausende von Opfern gefordert und zu Kämpfen und allgegenwärtigem Drogenkonsum geführt. Der Megakonzern Chiron übernahm die Herrschaft über Polen und gründete die fünfte polnische Republik. Mit den „Observern“ wurde eine Polizeieinheit geschaffen, die insbesondere die Unterschicht kontrollieren sollte und dafür die Lizenz zum Hacken der Gehirne der so überwachten Personen erhielt. Drogen- und hologrammsüchtige Individuen wurden in eine besondere soziale Klasse eingestuft und in Mietskasernen einquartiert.
Der Observer Daniel Lazarski erhält eines Morgens einen Anruf von seinem Sohn Adam, mit dem er sich vor langem überworfen hatte. Er kann den Anruf in ein Mietshaus zurückverfolgen. Dort findet er eine kopflose Leiche, anhand derer Implantate er ermittelt, dass sie vor ihrem Tod von Helena, einer Bewohnerin des Gebäudes, angerufen wurde. Als er die Apartmentnummer Helenas recherchiert, wird eine Ausgangssperre verhängt, das Gebäude wird abgeriegelt.
Durch das Auslesen weiterer Implantate weiterer, meist bereits getöteter Bewohner, folgt er der Spur eines Mörders bis in seinen Unterschlupf, wo er den Kopf seines Sohnes findet. Dessen Stimme weist ihn auf ein „Allerheiligstes“ hin, welches er schließlich unter dem Gebäude findet.
Im „Allerheiligsten“ trifft Daniel in einer virtuellen Umgebung auf Adam und erfährt, dass dessen Bewusstsein dorthin transferiert wurde, um dem Zugriff des Chiron-Konzern entzogen zu sein. Adam behauptet, Chiron habe ein Virus auf ihn angesetzt und bringt Daniel dazu, das Signal außer Kraft zu setzen, welches den Lockdown auslöste. Beide können daraufhin das Gebäude bzw. das Gebäudenetzwerk verlassen. Im Nachbargebäude erfährt Daniel, dass sein Gegenüber den ursprünglichen Adam getötet hat, nachdem dieser das Virus auf ihn angesetzt hatte. Daniel sei von ihm hergelockt worden, um den Rest von Adams Persönlichkeit in sein Observer-Hirnimplantat zu retten. Folgt Daniel der Bitte, übernimmt „Adam“ die volle Kontrolle über ihn. Lehnt er ab, transferiert er Daniels Bewusstsein in eine Wartungsdrohne und stiehlt seinen Körper. Das Spiel endet, nachdem Daniel den Körper des Piloten der Wartungsdrohne übernimmt und Adam angreift, er wird jedoch von Polizeikräften erschossen, nachdem der Lockdown aufgehoben wurde.
Entwicklung und Veröffentlichung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Team des in Krakau ansässigen Bloober Teams entwickelte das Spiel mit der Unreal Engine 4.[6] Dezember 2015 ging das Spiel in die Vorproduktion. Die eigentliche Entwicklung begann mit der Entscheidung, anstatt des Settings von Bloober Teams vorherigem Titel Layers of Fear jenes einer Dystopie zu verwenden, welches Anleihen an der osteuropäischen Kultur der 1980er und 90er-Jahre nahm.[1] Im Spiel wurden auch Ingame-Propagandamittel verwendet, die von der früheren Sowjetpropaganda beeinflusst waren. Weitere Inspirationen stammen aus Blade Runner, Cyberpunk 2020 und Comics, wobei sich das Spiel von US-amerikanisch und japanisch geprägtem Cyberpunk abhob.[1]
Die Effekte einsetzenden Drogenentzugs wurden unter anderem mit Kompressionsartefakten erzeugt.[7] Dass Rutger Hauer als Hauptdarsteller im Spiel mitwirkt, wurde 2017 bekanntgegeben: Hauer spielte bereits eine Hauptrolle im Cyberpunk-Filmklassiker Blade Runner.[8] Der Soundtrack wurde von Arkadiusz Reikowski komponiert, der sich durch die Musik von Akira, Ghost in the Shell und Blade Runner inspirieren ließ.[9] Reikowski arbeitete dafür mit der polnischen Band Księżyc zusammen, um eine Kombination düsterer Folkmusik mit Cyberpunk-Stilen zu erreichen.[10]
Das Spiel wurde am 15. August 2017 für Microsoft Windows, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht,[5][8] Versionen für macOS und Linux folgten am 24. Oktober.[11] Techland veröffentlichte eine Sonderedition in Polen,[12] von Limited Run Games erschien im Juli 2018 eine physische Box-Version des Spiels für die PlayStation 4.[13] Eine Fassung für die Nintendo Switch erschien am 7. Februar 2019.[13] Mit Observer: System Redux wurde April 2020 eine erweiterte Version des Spiels angekündigt, mit der moderne Konsolen unterstützt, die Grafik verbessert und die Story erweitert wurde.[14] Die Veröffentlichung folgte am 10. November 2020 für Windows und Xbox Series X, zwei Tage später für die PlayStation 5.[15] Eine Portierung der Redux-Fassung auf Amazon Luna wurde am 25. März 2021 veröffentlicht, am 18. Juli folgten Versionen für PlayStation 4 und Xbox One.[16]
Rezeption
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In Metacritic wurde Observer gut bewertet.[17][18][19][20] Das Spiel gewann den Preis für das beste Spielesetting bei den Game Informer 2017 Adventure Game of the Year Awards[24] und wurde nominiert für den Use of Sound, New IP-Preis des National Academy of Video Game Trade Reviewers Awards.[25] Observer gewann den Emotional Games Award 2018 in der Kategorie des Best Emotional Indie Game.[26]
Eurogamer beschreibt das Spiel im Test als „düster, intelligent, spannend und grandios in Szene gesetzt.“ Gelobt wurde insbesondere die starke Immersion ins Spiel trotz einer Spielwelt, die sich nicht gut anfühlt und in der man eigentlich nicht sein will: „Obwohl ihr vom dystopischen Krakau nicht viel mehr seht als diesen ranzigen Wohnkomplex, gelingt den Entwicklern die Charakterisierung dieser Welt doch so gut, dass ich an vielen Stellen mit schwitzenden Händen vor dem Computer saß.“[27]
Game Informer bezeichnete Observer als Pflichtspiel sowohl für Horror- als auch Sci-Fi-Fans und lobt atmosphärische Dichte und Storytelling. Observer sei als Geschichte nicht nur grauenerregend, sondern berühre auch emotionale Themen wie Familie, Identität und Reue.[28]
In Shacknews lobte Chris Jarrad das Spiel als „perfekt getimeter Albtraum und einer der besten Adventure-Titel, die ich je gespielt habe“, obgleich er kein Fan des Genres sei und die Steuerung teilweise bemängelte. Dies sei indessen vernachlässigbar angesichts einer „visuellen und akustischen Erfahrung jenseits von allem, was ich je in einem Spiel oder einem anderen visuellen Medium erlebte“.[29]
Die Redux-Fassung wurde von 4P als „das Videospiel-Pendant eines Arthouse-Klassikers“ bezeichnet. Hervorgehoben wurde die Klangkulisse als „der eigentliche Star von Observer.“ Für Abstriche sorgten die Schleichpassagen, insgesamt aber sorge Observer (System Redux) noch 2025 für ein traumhaftes Spielerlebnis.[30]
Geplante Verfilmung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Dezember 2017 zeigte Netflix Interesse an einer Serienverfilmung des Spiels. Als umsetzendes Studio wurde Zero Gravity genannt, der Börsenwert von Bloober stieg daraufhin um 8 %.[31]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c John Harris: Dev Q&A: How Bloober Team created 'hidden horror' in Observer. In: Game Developer. 2. November 2017, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Joe Donnelly: Layers Of Fear Devs Reveal Cyberpunk Horror Observer. In: Rock Paper Shotgun. 17. Juni 2016, abgerufen am 3. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Robert Purchese: Layers of Fear dev reveals creepy new cyberpunk PC game Observer. In: Eurogamer.net. 13. Juni 2016, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Robert Purchese: Observer is a game about going through people's apartments - and ransacking their minds. In: Eurogamer.net. 26. Juni 2017, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b James Davenport: The followup to Layers of Fear casts you as a mind-invading supercop. In: PC Gamer. 28. Februar 2017, abgerufen am 7. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Daniel Kayser: Unreal Engine Developers Were Everywhere at E3 2017. In: Unreal Engine. 23. Juli 2017, abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Aaron Riccio: Review: Observer. In: Slant Magazine. 14. August 2017, abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ a b Ray Porreca: Observer to release August 15, star Blade Runner actor. In: Destructoid. 19. Juli 2017, abgerufen am 7. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Paweł Schreiber: Arkadiusz Reikowski: Chodzi chyba przede wszystkim o kontrolę nad emocjami gracza [WYWIAD]. In: culture.pl. Abgerufen am 7. Dezember 2025 (polnisch).
- ↑ Jacek Wandzel: Interview with composer Arkadiusz Reikowski (Layers of Fear, Observer) - Part 1. In: ustatkowanygracz.pl. 18. August 2020, abgerufen am 7. Dezember 2025 (polnisch).
- ↑ Observer now available on Mac and Linux. In: The Aspyr Blog. 24. Oktober 2017, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Bloober Team: Premiera gry '>observer_' z udziałem Rutgera Hauera 15 sierpnia. In: forsal.pl. 19. Juli 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025 (polnisch).
- ↑ a b Sal Romano: Observer PS4 limited run physical edition announced. In: Gematsu. 11. Juni 2018, abgerufen am 8. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Michael McWhertor: Cyberpunk thriller Observer coming to PS5, Xbox Series X. In: Polygon. 16. April 2020, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Matt Wales: Sci-fi horror revamp Observer System Redux is launch title on Xbox Series X/S and PS5. In: Eurogamer.net. 18. September 2020, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Observer: System Redux coming to PS4, Xbox One on July 16 alongside physical edition. In: Gematsu. 6. Mai 2021, abgerufen am 18. Dezember 2022.
- ↑ a b Observer Reviews für PC. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Observer Reviews für PS4. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Observer Reviews für XBox One. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b Observer Reviews für Nintendo Switch. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Observer System Redux Reviews für PC. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Observer System Redux Reviews für Xbox Series X. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Observer System Redux Reviews für PS5. In: Metacritic. Abgerufen am 6. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Elise Favis: The 2017 Adventure Game Of The Year Awards. In: Game Informer. 9. Januar 2018, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Winner List for 2017: Mario, Horizon. In: NAVGTR. 13. März 2018, abgerufen am 8. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Chris Moyse: Here are the winners of The Emotional Games Awards 2018. In: Destructoid. 12. März 2018, abgerufen am 8. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Markus Grundmann: Observer - Test. In: Eurogamer.de. 6. September 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Javy Gwaltney: Observer Review - Pure Horror From The Far-Flung Future. In: Game Informer. 15. August 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Chris Jarrard: >OBSERVER_ Review: Long Live The New Flesh. In: Shacknews. 22. August 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ Patrick Poti: Warum dieses Cyberpunk-Spiel auch 2025 noch schockt. In: 4P.de. 18. März 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.
- ↑ Jacek Frączyk: Hollywood nakręci film na podstawie polskiej gry komputerowej. Observer spodobał się Amerykanom. In: money.pl. 18. Dezember 2017, abgerufen am 8. Dezember 2025 (polnisch).


