O2 Surftown Muc

Die O2 Surftown Muc (Eigenschreibweise O2 SURFTOWN MUC) ist ein Surfpark fürs Wellenreiten in Hallbergmoos, nahe dem Flughafen München. Das Wellenbecken erzeugt mit Ride-Längen von bis zu 25 Sekunden die längste künstlich erzeugte Welle Europas.[1][2][3]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Surfpark wurde am 10. August 2024 eröffnet. Im Oktober 2024 war die o2 Surftown Muc Austragungsort der Deutschen Surf-Meisterschaften 2024, organisiert vom Deutschen Wellenreitverband, bei denen über 100 Athletinnen und Athleten aus Deutschland ihr Können unter Beweis stellten, während 10.000 Gäste das Event vor Ort verfolgten. Dies war das erste Mal, dass die Meisterschaft nach 28 Jahren auf deutschem Boden ausgetragen wurde. Die Anlage ist außerdem der erste Standort in Deutschland, an dem Surfen auf einer künstlichen, laufenden Welle stattfindet, was sie zu einem Vorreiter in der europäischen Surf-Szene macht.[4]
Anlage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wasseroberfläche beträgt 10.000 Quadratmeter bei einer Länge von 180 Metern und einer maximalen Wassertiefe von 2,65 Metern, die zum Beckenrand hin abnimmt.[5] Bei seiner Eröffnung im August 2024 galt die Anlage als größter Surfpark Europas.[6][7][8] Das 180 Meter lange Wellenbecken erzeugt mit Ride-Längen von bis zu 25 Sekunden die längste künstlich erzeugte Welle Europas.[1][2][3]
Der Surfpark ist offizielle Trainingsstätte des Deutschen Wellenreitverbands. Bis zu 60 Sportlerinnen und Sportler werden im Surfpool gleichzeitig Platz finden, der das ganze Jahr über geöffnet sein soll. Die Anlage bietet laut Betreiber die größte künstliche Welle in Europa mit einer Länge von über 18 Sekunden und bis zu 2 Metern Höhe. Die Wellen sind individuell konfigurierbar und bieten konstante, "klinisch reine" Bedingungen, was sie von natürlichen Surf-Bedingungen im Meer unterscheidet und sie zu einem idealen Ort für professionelle Trainings und Wettkämpfe macht. Im Vergleich zu natürlichen Bedingungen, die von Wind und Strömungen beeinflusst werden, können Wellen präzise auf die Bedürfnisse verschiedener Disziplinen wie Longboard oder Shortboard eingestellt werden. Dies erleichtert die Organisation von Wettkämpfen und verbessert die Chancengleichheit für Athletinnen und Athleten.[4]
Neben dem Pool soll es eine Surfskate-Rampe, einen Outdoor-Fitness-Bereich, einen Kinderspielplatz, einen Strandbereich mit Liegeflächen sowie ein Restaurant geben. Erzeugt werden sollen die künstlichen Wellen durch ein pneumatisches Kammersystem, das den Überdruck in Wellenenergie umwandelt und Wellen von 30 cm bis über zwei Meter Höhe generieren kann. Das Wasserbecken wird nicht beheizt.[9] Die Wellen werden durch ein System aus 34 pneumatischen Druckluftkammern erzeugt, deren Auslösereihenfolge per Software gesteuert wird. Je nach Modus entstehen sogenannte A-Frame-, Pointbreak- oder Air-Wellen.[10] Das System mit der Bezeichnung Endless Surf wurde von der kanadischen Firma WhiteWater West Industries entwickelt und kam in Hallbergmoos weltweit erstmals zum Einsatz. Der Beckenbau erfolgte durch den italienischen Schwimmbadbauer Myrtha Pools.[11]
Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Oktober 2024 war die o2 SURFTOWN MUC Austragungsort der Deutschen Surf-Meisterschaften 2024, organisiert vom Deutschen Wellenreitverband, bei denen über 100 Athletinnen und Athleten ihr Können unter Beweis stellten, während 10.000 Gäste das Event vor Ort verfolgten. Es war das erste Mal seit 28 Jahren, dass die Meisterschaft in Deutschland ausgetragen wurde.[4]
Am 26. Juli 2025 fand die Weltpremiere der Rip Curl Nations Trophy statt – ein neu entwickelter Surf-Team-Wettbewerb mit acht europäischen Nationen zu je vier Athleten. Vor rund 3.000 Zuschauern gewann Team Spanien das Finale gegen Italien.[12][13]
Bei der zweiten Auflage am 9. Mai 2026, dem Europatag, traten acht Nationen mit insgesamt 32 Athletinnen und Athleten an. Vor rund 5.500 Zuschauern setzte sich Team Deutschland im Finale mit 5:3 gegen Vorjahressieger Spanien durch.[14][15]
Umwelt- und Klimaschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Anlage soll mit 100 % Ökostrom betrieben werden, wobei bis zu 80 % aus eigenen Solarpaneelen und einem nahen Solarpark stammen sollen. Heiz- und Kühlenergie wird durch Geothermie an Wärmepumpen bereitgestellt. Geworben wird damit, dass keinerlei Nutzung fossiler Brennstoffe stattfindet. Die Wasserversorgung ist aus Grund- und Regenwasser geplant und soll in einem Kreislaufsystem mit spezieller Aufbereitungsanlage zirkulieren.
Münchener Surfgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit den 1980er-Jahren ist der Eisbach ein Zentrum der Surfszene im Flusssurfen, das international Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die neue Anlage soll auf dieser Geschichte aufbauen und das Angebot um eine Welle erweitern, die ähnlich wie im Meer funktioniert.
Gründung und Besitzverhältnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Betrieben wird die Anlage von der Surftown GmbH.[16] Der Surfpark wurde von Chris Boehm-Tettelbach initiiert, der als CEO der Surftown GmbH fungiert.[17] Zusammen mit den Mitgründern Jonas Boehm-Tettelbach und Michael Mohr hat er die Entwicklung und den Bau der O₂ Surftown Muc vorangetrieben. Das Projekt kostete 45 Millionen Euro. Der Spatenstich erfolgte im Juli 2022; die Eröffnung am 10. August 2024 zog rund 15.000 Besucher an. Die Anlage beschäftigt rund 150 Mitarbeiter, davon etwa 60 Surflehrer und Rettungsschwimmer.[18]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Wave Pool Contests: The 2026 Nations Trophy in Munich. In: Wave Pool Magazine. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- 1 2 Surfing in Munich's wave pool: Team Germany wins Rip Curl Nations Trophy 2026 on Europe Day. In: surf-magazin.de. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- 1 2 The Rip Curl Nations Trophy. In: Carve Magazine. April 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- 1 2 3 Surfen in München? Alles Wichtige zur Surf-DM in der Surftown. In: br.de. BR24Sport, 11. Oktober 2024, abgerufen am 19. November 2024.
- ↑ Pauline Zapp: Auf die Welle, fertig, los! o2 Surftown MUC in Hallbergmoos ist eröffnet. In: Merkur.de. Münchener Zeitungs-Verlag, 11. August 2024, abgerufen am 12. August 2024.
- ↑ o2 Surftown Muc: Eindrücke aus Deutschlands erstem Surfpark. In: Stuttgarter Zeitung. 27. August 2024, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ O2 Surftown MUC. In: München Tourismus. Abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Europas größter Surfpark in Hallbergmoos eröffnet. In: Der Hallberger. 10. August 2024, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ O2 Surftown MUC. In: München Tourismus. Abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ o2 Surftown Muc: Eindrücke aus Deutschlands erstem Surfpark. In: Stuttgarter Zeitung. 27. August 2024, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ O2 Surftown MUC – Hallbergmoos. In: Myrtha Pools. Abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Neues Surf-Contest-Format begeistert Tausende Schaulustige in München. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Zuschauermagnet: Rip Curl Nations Trophy in Surftown. In: Mooskurier. 2. September 2025, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Wave Pool Contests: The 2026 Nations Trophy in Munich. In: Wave Pool Magazine. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Heimsieg in Hallbergmoos! Team Deutschland holt die Rip Curl Nations Trophy. In: Soul Surfers. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Europas größter Surfpark in Hallbergmoos eröffnet. In: Der Hallberger. 10. August 2024, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Wave Pool Contests: The 2026 Nations Trophy in Munich. In: Wave Pool Magazine. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ o2 Surftown Muc: Eindrücke aus Deutschlands erstem Surfpark. In: Stuttgarter Zeitung. 27. August 2024, abgerufen am 20. Mai 2026.
Koordinaten: 48° 19′ 50,8″ N, 11° 43′ 49,6″ O