Nikischerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt glimmerartige, blättrige Kristalle, die oft zu radialstrahligen Mineral-Aggregaten von bis zu einem Zentimeter Durchmesser verbunden sind. Frische Proben des durchsichtigen bis durchscheinenden Minerals zeigen eine hell- bis dunkelgrüne Farbe und einen harzähnlichen Glanz auf den Kristalloberflächen. Mit der Zeit oxidiert es jedoch, färbt sich ockerbraun und wird matt.[8]
Nikischerit ist das Fe2+-Analogon von Shigait (Mn2+6Al3[(OH)18|(SO4)2]·12H2O[3]).[9]
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2001 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 2001-039[1]), die den Nikischerit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erschien 2003 im Fachmagazin Mineralogical Record.
Da der Nikischerit erst 2001 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet. Einzig im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VI/D.14-22. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Nikischerit zusammen mit Lannonit, Metavoltin, Motukoreait, Natroglaukokerinit, Shigait, Slavíkit und Wermlandit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet (Stand 2018).[3]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Nikischerit ebenfalls in die Abteilung der „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „mit mittelgroßen Kationen; Lagen von kantenverknüpften Oktaedern“ zu finden ist, wo es zusammen mit Carrboydit, Glaukokerinit, Honessit, Hydrohonessit, Hydrowoodwardit, Motukoreait, Mountkeithit, Natroglaukokerinit, Shigait, Wermlandit, Woodwardit, Zinkaluminit (Q), Zincowoodwardit die „Woodwarditgruppe“ mit der System-Nr. 7.DD.35 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Nikischerit in die Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er nur zusammen mit Shigait in der unbenannten Gruppe 31.01.02 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen und (A+B2+)m(XO4)pZq × x(H2O), mit m: p > 6: 1“ zu finden.
Danielle M. C. Huminicki, Frank C. Hawthorne:The crystal structure of nikischerite, NaFe2+6Al3(SO4)2(OH)18(H2O)12, a mineral of the shigaite group. In: The Canadian Mineralogist. Band41, 2003, S.79–82 (englisch, rruff.info[PDF; 163kB; abgerufen am 6.September 2022]).
Peter Tarassoff:Who’s Who in mineral names: Anthony J. Nikischer (* 1949). In: Rocks and Minerals. Band79, Nr.3, 2004, S.190–191 (englisch, proquest.com[PDF; 626kB; abgerufen am 6.September 2022]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Danielle M. C. Huminicki, Frank C. Hawthorne:The crystal structure of nikischerite, NaFe2+6Al3(SO4)2(OH)18(H2O)12, a mineral of the shigaite group. In: The Canadian Mineralogist. Band41, 2003, S.79–82 (englisch, rruff.info[PDF; 163kB; abgerufen am 6.September 2022]).
1234John Leslie Jambor, Andrew C. Roberts:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band88, 2003, S.1836–1840 (englisch, rruff.info[PDF; 332kB; abgerufen am 6.September 2022]).
12Nikischerite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 6.September 2022(englisch).
↑S. J. Mills, A. G. Christy, J.-M. R. Génin, T. Kameda, F. Colombo:Nomenclature of the hydrotalcite supergroup: Natural layered double hydroxides. In: Mineralogical Magazine. Band76, Nr.5, Oktober 2012, S.1289–1336, doi:10.1180/minmag.2012.076.5.10 (englisch, rruff.info[PDF; 1,1MB; abgerufen am 6.September 2022]).