Nicole Saam
Nicole J. Saam (* 25. Juni 1964 in Stuttgart) ist eine deutsche Sozialwissenschaftlerin und Hochschullehrerin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Abitur in Backnang studierte Nicole J. Saam an der Universität Stuttgart Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Soziologie, das sie 1989 mit dem Abschluss Magister Artium abschloss.[1] Sie wechselte als Mitarbeiterin an die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München, wo sie bis 1992 tätig war.[1] Von 1993 bis 1995 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München.[1] Ihre Promotion zum Dr. phil. schloss sie 1995 mit einer Arbeit zu Computergestützte Theoriekonstruktion in den Sozialwissenschaften. Konzeptbasierte Simulation eines theoretischen Modells am Beispiel militärischer Staatsstreiche in Thailand. Unter Anwendung des Mehrebenen-Ansatzes der Synergetik an der Universität Stuttgart ab.[1]
Bis zu ihrer Habilitation 2001 arbeitete sie zunächst als Wissenschaftliche Assistentin, anschließend als Wissenschaftliche Oberassistentin an der LMU München.[1] 2001 wurde Saam an der Universität Mannheim mit einer Arbeit zu Prinzipale, Agenten und Macht. Eine machttheoretische Erweiterung der Agenturtheorie und ihre Anwendung auf Interaktionsstrukturen in der Organisationsberatung für das Fach Soziologie habilitiert.[1]
Ab 2002 folgten als Privatdozentin Professurvertretungen an den Universitäten Mannheim, Leipzig, Marburg und Erfurt. 2006 nahm die Wissenschaftlerin einem Ruf an die Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Erfurt an und begleitete den Lehrstuhl für Empirische Sozialforschung.[1] 2010 wechselte sie an die Universität Augsburg, auf den Lehrstuhl für Soziologie.[1]
Seit 2011 ist Saam Professorin für Methoden der empirischen Sozialforschung an der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen.[1] 2015 wurde sie zum Ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.[2]
Forschungsschwerpunkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Saams Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Organisationssoziologie, Politische Soziologie, Methodologie der Sozialwissenschaften, Human-Animal-Studies und soziale Freiheit.[3] Auch widmet sie sich bei ihrer Forschung den Interaktionsbeziehungen zwischen den Akteuren innerhalb der neuen europäischen Friedensordnung. Saam entwickelt unter anderem Computersimulationsmodelle für die Untersuchung von internationalen Verhandlungen, Demokratisierungsprozesse und Innovationen.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1992: Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung[1]
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Computergestützte Theoriekonstruktion in den Sozialwissenschaften. Konzeptbasierte Simulation eines theoretischen Modells am Beispiel militärischer Staatsstreiche in Thailand. Unter Anwendung des Mehrebenen-Ansatzes der Synergetik. Society for Computer Simulation International, San Diego / Erlangen 1995, ISBN 1-56555-087-0.
- mit Nina Degele, Tanja Münch, Hans Pongratz: Soziologische Beratungsforschung. Leske + Budrich, Opladen 2001, ISBN 3-8100-3121-6.
- Prinzipale, Agenten und Macht. Eine machttheoretische Erweiterung der Agenturtheorie und ihre Anwendung auf Interaktionsstrukturen in der Organisationsberatung (= Einheit der Gesellschaftswissenschaften.). Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Mannheim, 2000. Mohr Siebeck, Tübingen 2002, ISBN 3-16-147832-0 (Habilitationsschrift).
- mit Berndt Schmidt: Cooperative Agents. Applications in the Social Sciences. Springer 2002, ISBN 1-4020-0190-8.
- Organisation und Beratung. Ein Lehrbuch zu Grundlagen und Theorien. Lit, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-8944-9.
- mit Willy C. Kriz: Partizipation in Großgruppen. Band 1: Soziologische Perspektiven. Lit, Münster 2010, ISBN 978-3-643-90026-5.
- Organization and Consultation. Foundations and Theories. Peter Lang, Frankfurt am Main (u. a.) 2012, ISBN 978-3-631-63619-0 (englisch).
- mit Norman Braun (Hrsg.): Handbuch Modellbildung und Simulation in den Sozialwissenschaften. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-01163-5.
- mit Heiner Bielefeldt (Hrsg.): Die Idee der Freiheit und ihre Semantiken. Zum Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit. transcript, Bielefeld 2023, ISBN 978-3-8376-6188-0.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Prof. Dr. Nicole J. Saam. FAU Erlangen-Nürnberg, abgerufen am 25. August 2026.
- ↑ Bayerische Akademie der Wissenschaften wählt neue Mitglieder, 13. März 2015, abgerufen am 4. Juni 2016.
- ↑ Prof. Dr. Nicole J. Saam › Institut für Soziologie. Abgerufen am 17. April 2023 (deutsch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Saam, Nicole |
| ALTERNATIVNAMEN | Saam, Nicole J. |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Sozialwissenschaftlerin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 25. Juni 1964 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |
- Sozialwissenschaftler
- Statistiker (20. Jahrhundert)
- Statistiker (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen)
- Hochschullehrer (Universität Augsburg)
- Hochschullehrer (Universität Erfurt)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Absolvent der Universität Stuttgart
- Deutscher
- Geboren 1964
- Frau