Nico Elsner
Nico Elsner (* 19. Februar 2001 in Lutherstadt Wittenberg) ist ein deutscher Politiker der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU). Seit 2025 ist er Landesvorsitzender der Jungen Union Sachsen-Anhalt. Seit 2024 gehört er dem Stadtrat der Lutherstadt Wittenberg an. Von 2022 bis 2026 war er unter anderem für die Wirtschaft- und Finanzpolitischen Berater, Steffen Meyer und Levin Holle, der Bundeskanzler Scholz und Merz im Bundeskanzleramt tätig. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026 kandidierte er für die CDU im Wahlkreis Wittenberg , in dem zuvor der langjährige Ministerpräsident Reiner Haseloff für die CDU angetreten war. Politische Aufmerksamkeit erlangte Elsner unter anderem durch seine Äußerungen zum Umgang mit parlamentarischen Mehrheiten unter Beteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt.
Leben und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elsner wurde am 19. Februar 2001 in Lutherstadt Wittenberg geboren. Er wuchs in Sachsen-Anhalt auf und besuchte die Sekundarschule „Heinrich Heine“ in Reinsdorf, an der er 2017 seinen Realschulabschluss erwarb. Anschließend erlangte er 2019 an den Berufsbildenden Schulen Wittenberg die Fachhochschulreife mit wirtschaftlichem Schwerpunkt.[1]
Von 2019 bis 2022 absolvierte Elsner eine Berufsausbildung im Bundeskanzleramt.[2][3]
Beruflicher Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach Abschluss seiner Ausbildung war Elsner von 2022 bis 2026 als Beschäftigter im Büro des wirtschafts- und finanzpolitischen Beraters des Bundeskanzlers im Bundeskanzleramt tätig.[4]
Während der Amtszeit von Bundeskanzler Olaf Scholz arbeitete er unter Steffen Meyer, der als wirtschafts- und finanzpolitischer Berater des Bundeskanzlers tätig war und später Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen wurde.[5]
Anschließend war Elsner unter Levin Holle tätig, der unter Bundeskanzler Friedrich Merz die Funktion des wirtschafts- und finanzpolitischen Beraters und des Beauftragten für die G7/G20-Gipfel übernahm.[6]
Im Jahr 2026 wechselte Elsner beruflich zur Polizei Sachsen-Anhalt.[7][8]
Politischer Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]CDU und Junge Union
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elsner trat 2016 in die Junge Union und 2017 in die CDU ein. Er war mehrere Jahre Vorsitzender des Kreisverbandes der Jungen Union Wittenberg und übernahm später die Funktion des Landesgeschäftsführers der Jungen Union Sachsen-Anhalt.[9]
Im Mai 2025 wurde Elsner zum Landesvorsitzenden der Jungen Union Sachsen-Anhalt gewählt. In dieser Funktion vertritt er die Interessen der Jugendorganisation innerhalb der CDU und gegenüber der Landespolitik.[10]
Zu den Schwerpunkten seiner politischen Arbeit zählen die innere Sicherheit, die Bildungs- und Wirtschaftspolitik sowie die Modernisierung staatlicher Strukturen.[11]
Kommunalpolitik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit 2024 ist Elsner Mitglied des Stadtrates der Lutherstadt Wittenberg.[12] Innerhalb der CDU/FDP-Stadtratsfraktion übernahm er Aufgaben als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Fraktionsgeschäftsführer.
Darüber hinaus ist er Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Wittenberg.[13]
Landtagskandidatur 2026
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 kandidierte Elsner für die CDU im Wahlkreis 24, Wittenberg.
Er trat in dem Wahlkreis an, den zuvor über viele Jahre der CDU-Politiker und langjährige Ministerpräsident Reiner Haseloff vertreten hatte. Elsner gilt als politischer Vertrauter Haseloffs und sollte an dessen politische Arbeit in der Region anknüpfen. Die Kandidatur stand damit auch im Zeichen des Generationenwechsels innerhalb der regionalen CDU.[14][15]
Bei der Landtagswahl erhielt Elsner 9.829 Erststimmen, was einem Stimmenanteil von 29,4 Prozent entsprach. Er belegte damit den zweiten Platz hinter dem AfD-Kandidaten Andreas Best, der 14.353 Stimmen beziehungsweise 43,0 Prozent erhielt. Elsner zog nicht in den Landtag ein.[16]
Politische Positionen und Kontroversen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Umgang mit parlamentarischen Mehrheiten unter Beteiligung der AfD
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Vorfeld der Landtagswahl 2026 äußerte sich Elsner mehrfach zum Umgang der CDU mit der AfD und zu möglichen parlamentarischen Mehrheiten unter Beteiligung von AfD-Abgeordneten.[17][18][19][20]
In einem Interview mit dem „F.A.Z. Podcast für Deutschland“[21] erklärte er, dass eine sachlich richtige politische Entscheidung nicht dadurch falsch werde, dass die AfD ihr zustimme. Er sprach sich dafür aus, parlamentarische Mehrheiten anhand der jeweiligen Sachfrage zu beurteilen, statt sie grundsätzlich auszuschließen, wenn AfD-Abgeordnete daran beteiligt seien.[17][18][19][20]
Elsner hielt auch eine Wahl des CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD für demokratisch legitim. Eine Regierungskoalition mit der AfD lehnte er hingegen ab.[17][18][19][20]
Seine Aussagen wurden in Medienberichten aufgegriffen und lösten eine Debatte über den Umgang der CDU mit der AfD aus. Sie standen im Spannungsverhältnis zur politischen Abgrenzung der CDU gegenüber der Partei.[17][18][19][20]
Die Debatte fand vor dem Hintergrund der Landtagswahl vom September 2026 statt, bei der die AfD mit 43,8 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft wurde. Die CDU erreichte 17,2 Prozent.[22][17][18][19][20]
Kritik am politischen Kurs der CDU
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während des Landtagswahlkampfes 2026 kritisierte Elsner die politische Kommunikation der Bundes-CDU und die Umsetzung des von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigten politischen Kurswechsels.[23]
Insbesondere die personellen Veränderungen innerhalb der Bundesregierung bewertete er kritisch. In einem Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks wurde Elsner mit der Einschätzung zitiert, die Umsetzung der Veränderungen sei „grottenschlecht“ gewesen.[23]
Nach dem schlechten Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl sprach sich Elsner für personelle und inhaltliche Konsequenzen innerhalb der Landespartei aus. Er forderte eine Aufarbeitung des Wahlergebnisses und stellte die Verantwortung der Parteiführung zur Diskussion[24].
Verhältnis zur Presse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im August 2025 forderte Elsner eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung kritisierte er eine aus seiner Sicht politisch unausgewogene Berichterstattung und sprach sich dafür aus, Redakteure, deren Berichterstattung nicht politisch neutral sei, bereits während der Probezeit zu entlassen. Staatliche Eingriffe in die Rundfunkfreiheit lehnte er ab.[25]
Zudem schlug er eine Fusion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) sowie eine stärkere Orientierung der Intendantengehälter an der Vergütung im öffentlichen Dienst vor.[25]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Marcel Duclaud: CDU-Kandidat Nico Elsner will Nachfolge von Haseloff im Wahlkreis 24 antreten. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Marcel Duclaud: CDU-Kandidat Nico Elsner will Nachfolge von Haseloff im Wahlkreis 24 antreten. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Mitteldeutsche Zeitung: Nico Elsner ist neuer JU-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Nico Elsner. 14. Oktober 2025, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Ergebnis. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ CDU-Kreisverband Wittenberg: Stadtverband Wittenberg. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Mitteldeutsche Zeitung: Reiner Haseloff im Interview: Bilanz und Zukunftspläne für Wittenberg. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Marcel Duclaud: CDU-Kandidat Nico Elsner will Nachfolge von Haseloff im Wahlkreis 24 antreten. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Ergebnisse Landtagswahl zum 9. Landtag in Wahlkreis 24 - Wittenberg. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 3 4 5 Redaktion: JU-Chef in Sachsen-Anhalt spricht sich für Kooperation mit AfD aus. 26. August 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 3 4 5 „Eine richtige Sache wird nicht falsch, nur weil die Falschen zustimmen“ – JU-Chef heizt Brandmauer-Debatte in Sachsen-Anhalt an. 27. August 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 3 4 5 Sachsen-Anhalt: JU-Chef befürwortet Zusammenarbeit mit der AfD – aber keine Koalition - WELT. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 3 4 5 JU-Chef offen für Mehrheiten mit AfD-Stimmen. 26. August 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ AfD und CDU: JU-Chef in Sachsen-Anhalt fordert Zusammenarbeit. 26. August 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ Redaktion, Rudolf Schreiner: Entgegen der CDU-Parteilinie: Junge Union will Mehrheiten mit Siegmunds AfD finden. In: Apollo News. 27. August 2026, abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 Hannes Leonard, MDR SACHSEN-ANHALT: "Kein Rückenwind": Merz in Sachsen-Anhalt als Wahlkampfhelfer kaum gefragt. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- ↑ MDR SACHSEN-ANHALT: Nach CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt: Jetzt zieht die Partei Konsequenzen. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
- 1 2 Hagen Eichler: Öffentlich-Rechtliche zu links? Sachsen-Anhalts JU-Chef fordert Entlassung von parteiischen Redakteuren. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Elsner, Nico |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU) |
| GEBURTSDATUM | 19. Februar 2001 |
| GEBURTSORT | Lutherstadt Wittenberg |