Nicholas Mockridge
Nicholas „Nick“ Mockridge (* 1984) ist ein in Deutschland aufgewachsener italienisch-kanadischer Regisseur sowie Synchron- und Hörbuchsprecher.
Leben & Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nicholas Mockridge wuchs in Bonn auf und absolvierte nach dem Abitur zunächst Filmstudien in Dänemark. An der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin schloss er mit dem Diplom der Theaterregie ab. Nach dem Studium gründete er 2014 das Künstlerkollektiv Like a Wild Beast's Fur (LAWBF) und realisierte mit diesem in der Kantine am Berghain verschiedene Projekte, die Theater und Elemente der Technokultur miteinander verbanden.[1]
Während seiner Studienzeit begann Mockridge als Sprecher zu arbeiten. Für englische Sprachfassungen deutscher Filme synchronisierte er unter anderem Moritz Bleibtreu, Benno Fürmann, Nikolai Kinski und Maximilian Simonischek.[2] Für Klassik Radio arbeitet er als regelmäßige Senderstimme. Als Erzählerstimme wirkte er an mehreren Dokumentarfilmen mit.[3]
Im Rahmen der Bayreuther Festspiele inszenierte er die umstrittene Parsifal-Adaptation Black Mountain unter dramaturgischer Mitwirkung von Katharina Wagner.[4][5][6]
Mockridge verband eine Freundschaft und Arbeitsbeziehung mit Volker Spengler. Gemeinsam mit den Künstlern Sven Marquardt und Esther Perbandt schuf er einen Bilderzyklus für und mit Spengler, der in der Galerie Deschler in Berlin präsentiert wurde.[7][8]
Von 2019 bis 2021 wirkte er als Hausregisseur des Fernsehsenders TELE 5 in München unter der Intendanz von Kai Blasberg.[9]
Im Oktober 2023 übernahm er von seinem Vater die künstlerische Leitung des Springmaus Improvisationstheaters im Rahmen der 40-jährigen Jubiläumsveranstaltung des Ensembles.[10]
Als Gastdozent für Kunsthochschulen unter anderem am ArtCenter College in Pasadena, der OstKreuzschule in Berlin, für die Stadt Leverkusen und die BIMM University tätig.[11]
Im Februar 2026 präsentierte Mockridge eine freie Adaption von Bekenntnisse einer Maske nach Yukio Mishima. Der Inszenierung waren zehn Jahre Recherche vorausgegangen. Die finale Darbietung entwickelte sich aufgrund der Achtung des Urheberrechts hin zu einer universelleren Auseinandersetzung mit dem Topos der Maske im Theater und der Philosophie. Die tänzerische Praxis des Butoh diente dabei als zentrales künstlerisches Ausdrucksmittel der Produktion, die unter dem Titel 仮面 MASK im Berliner Kunstquartier Bethanien uraufgeführt wurde. Die Hauptrolle wurde von Valentin Tszin verkörpert. Der Journalist und Publizist Max Dax widmete der Inszenierung eine ausführliche Reportage.[12]
Arbeit als Regisseur (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2012 Liliom am bat-Studiotheater
- 2013 Baal an der Schaubühne Berlin[13]
- 2013 Ein Deutscher Sommer, tak Berlin
- 2013 Das Koma, Deutschlandfunk[14]
- 2014 Nachtstücke, Deutsches Theater Berlin
- 2014 Geschichten aus dem Inneren der Nacht, Kantine am Berghain[15]
- 2014 Age of Creations x Dom Pérignon, Laeiszhalle[16]
- 2015 His Name was Gil-Scott Heron, Kantine am Berghain[17]
- 2015 Trans-Berlin-Express, Kantine am Berghain[18]
- 2015 Psychose 4:48 (Co-Regie: Lilja Rupprecht), Kantine am Berghain[19]
- 2015 Die Brüder Löwenherz, LoS / RambaZamba Theater[20]
- 2015 Fabricated Freedom, Wallplay Gallery New York / Kantine am Berghain[21]
- 2016 LAWBF x Sven Marquardt, TAG Rom[22]
- 2016 Black Mountain im Haus Wahnfried, Bayreuth
- 2017 SAUVAGE 2, Musikvideo[23]
- 2019 Festival der Liebe, TELE 5
- 2020 Programmpräsentation 20/21, TELE 5[24]
- 2020 HUNTED, Digitale Ausstellung
- 2021 FLEISCHMANN, Galerie Deschler[25]
- 2023 Meta Maus im Haus der Springmaus[26]
- 2025 Mice Girls im Haus der Springmaus[27]
- 2026 仮面 MASK im Bethanien, Berlin
- 2026 Voll auf Touren im Haus der Springmaus / Tourneeproduktion
Privates
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nicholas Mockridge ist der älteste Sohn von Bill Mockridge und Margie Kinsky.[28]
Seine fünf Brüder sind:
- Matthew „Matt“ (* 1986): Unternehmer und Coach, ehemals bei der Boygroup Part Six
- Lucas „Luke“ (* 1989): Comedian
- Leonardo „Lenny“ (* 1991): Musiker
- Jeremy (* 1993): Schauspieler
- Liam (* 1997): Schauspieler
Über seine Großmutter, Eugenie-Clothilde Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau (* 1925 in Prag; † 2023 in Bonn)[29] ist er verwandt mit dem früheren tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg und der Friedensaktivistin und Schriftstellerin Bertha von Suttner.[30]
Mockridge ist verheiratet und lebt in Berlin-Kreuzberg.[31]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2021: FLEISCHMANN, Sven Marquardt, Esther Perbandt, Nicholas Mockridge, Distanz Verlag, ISBN 978-3-95476-447-1[32]
Hörbücher (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2024: Amy Neff: Warte auf mich am Meer, der Hörverlag, ISBN 978-3-8445-5180-8 (Hörbuch Download, Roman, mit Richard Barenberg, Daniela Hoffmann, Nicholas Mockridge und Lydia Herms)
- 2025: Stefan M. Bürkner: Gestern war die Welt noch schlecht, Deutschlandfunk Kultur (mit Lena Schmidtke, Paul Behren, Nico Holonics)[33]
- 2026: Daniel Kehlmann: Lichtspiel, Deutschlandfunk Kultur (mit ua Thomas Loibl, Bibiana Beglau, Fabian Hinrichs)[34]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Nicholas "Nick" Mockridge. 2. Oktober 2025, abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ LOFT Network. Abgerufen am 23. Dezember 2023 (deutsch).
- ↑ Nicholas Mockridge (Sprecher): alle Bücher + Steckbrief bei Penguin. Abgerufen am 28. Juli 2025.
- ↑ Parsifal goes Techno: Der „Black Mountain“-Film mischt die Festspiele auf - WELT. 7. Juli 2016, abgerufen am 23. Dezember 2023.
- ↑ Berthold Seliger: Blackout Mountain. 13. Juli 2016, abgerufen am 3. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ Süddeutsche Zeitung: Parsifal in der Kurzfilmfassung. 24. Juli 2016, abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ FLEISCHMANN. Mockridge – Perbandt – Marquardt. In: Galerie Deschler. Abgerufen am 3. Juli 2024 (deutsch).
- ↑ FLEISCHMANN. Mockridge – Perbandt – Marquardt | Monopol. Abgerufen am 3. Juli 2024.
- ↑ Dit is Berlin wa'! / So war der Auftakt der TELE 5 "Festival der Liebe" Theater Tour in Berlin. 5. November 2019, abgerufen am 19. Mai 2026.
- ↑ Lisa Inhoffen: 40 Jahre Improvisations-Theater: Springmaus-Gala mit Staffelübergabe. 1. November 2023, abgerufen am 23. Dezember 2023.
- ↑ Unbekannt: Experience. In: LinkedIn. LinkedIn Corporation, 10. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ LAWBF: 仮面 MASK. In: Substack von LAWBF. 22. Februar 2026, abgerufen am 12. Mai 2026.
- ↑ »Baal« von Bertolt Brecht - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin. 12. Mai 2013, abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ hoerspielundfeature.de: Das Koma - Im Labyrinth zwischen Traum und Wirklichkeit. Abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ LIKE A WILD BEAST'S FUR — Berghain. Abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ Tue, 19 Aug 2014 Dom Pérignon Stage Dinner. 19. August 2014, abgerufen am 28. Juli 2025 (englisch).
- ↑ LIKE A WILD BEAST'S FUR — Berghain. Abgerufen am 28. Juli 2025 (englisch).
- ↑ Grenzen verwischt. In: Die Tageszeitung: taz. 13. Mai 2015, ISSN 0931-9085, S. 10 (taz.de [abgerufen am 24. Dezember 2023]).
- ↑ LIKE A WILD BEAST’S FUR — Berghain. 18. Oktober 2015, abgerufen am 3. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Theater hilft. 23. April 2015, abgerufen am 17. September 2024.
- ↑ Radu Lupo: LAWBF VI - Fabricated Freedom w/ Miles Whittaker, Kobosil and others at Kantine am Berghain / Sunday, 29.11.2015. 19. November 2015, abgerufen am 24. Dezember 2023 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Roma incontra Berlino. In: Artribune.com. 3. Juni 2016, abgerufen am 28. Juli 2025 (italienisch).
- ↑ Marcel Schlutt: Video Premiere: Like a Wild Beast’s Fur - SAUVAGE 2. 20. April 2018, abgerufen am 24. Dezember 2023 (englisch).
- ↑ Uwe Mantel: "Very Disco": So präsentierte sich Tele 5 nach der Übernahme. In: DWDL.de. 10. November 2020, abgerufen am 3. Juli 2024.
- ↑ Ingeborg Ruthe: Der „Fleischmann“ Spengler, das heilige Monster. 18. Oktober 2021, abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ Heinz Dietl: Premiere „Meta Maus“ in der Springmaus in Bonn: Tarzan Müller trifft Jane Müller. 20. Oktober 2023, abgerufen am 24. Dezember 2023.
- ↑ Lisa Inhoffen: Premiere des Impro-Theaters: Neues Ensemble in der Springmaus: Was können die Mice Girls? 22. April 2025, abgerufen am 30. Mai 2025.
- ↑ Die Kinder von Bill Mockridge: Einblick in das Leben des beliebten Entertainers | Rhein-Main Kurier. 4. November 2024, abgerufen am 28. Juli 2025 (deutsch).
- ↑ Traueranzeigen von Génilde Gräfin Kinsky | ga.trauer.de. Archiviert vom am 21. März 2025; abgerufen am 28. Juli 2025 (deutsch).
- ↑ Jiří Bárta: S Bohem mluvím česky, říká Schwarzenbergova teta po 69 letech v emigraci. In: idnes.cz. 30. Oktober 2017, abgerufen am 18. Juni 2025.
- ↑ Jonas Dirker: „Das Nolden ist Endenich pur“: Schon als Kind hat Nick Mockridge im Gasthaus auf der Kegelbahn gespielt. 17. September 2024, abgerufen am 17. September 2024.
- ↑ Fleischmann. Abgerufen am 24. Dezember 2023 (deutsch).
- ↑ hoerspielundfeature.de: Gestern war die Welt noch schlecht – Krimi von Stefan M. Bürkner. 16. Juni 2025, abgerufen am 27. Juli 2025.
- ↑ hoerspielundfeature.de: Daniel Kehlmann - Lichtspiel (1/4). 12. April 2026, abgerufen am 4. Mai 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mockridge, Nicholas |
| ALTERNATIVNAMEN | Mockridge, Nick |
| KURZBESCHREIBUNG | italienisch-kanadischer Regisseur und Sprecher |
| GEBURTSDATUM | 1984 |