Neue Visionen
| Neue Visionen Filmverleih
| |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1997 |
| Sitz | Berlin |
| Leitung | Torsten Frehse, Sylvia Müller |
| Branche | Filmverleih |
| Website | neuevisionen.de |
| Stand: 29. Dezember 2020 | |
Neue Visionen ist ein unabhängiger Filmverleih mit Sitz in Berlin, der 1997 von Torsten Frehse und Wulf Sörgel gegründet wurde. Seit 2017 führen Torsten Frehse und Sylvia Müller die Geschäfte.
Der Verleih bringt im Jahr durchschnittlich 14 Erstaufführungen ins Kino. Das mehrfach mit dem Verleiherpreis ausgezeichnete Programm umfasst europäische Filmkunst, Komödien für das breitere Publikum und Dokumentarfilme.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neue Visionen wurde von Torsten Frehse und Wulf Sörgel gegründet. Beide waren Teil des Berliner Kino-Kollektivs[1] Lichtblick-Kino.[2] Zu den Filmen im Verleih gehörten das surrealistische Werk Black Moon von Louis Malle in der Wiederaufführung, der österreichische Spielfilm Suzie Washington und Express, Express von Igor Šterk.
Mit Die totale Therapie und England! erreichte Neue Visionen in den Jahren 2000 und 2001 erstmals mehrere 10.000 Besucher. Weitere Erfolge der Anfangszeit markieren die Kinostarts von Ken Loachs Filmen Bread and Roses oder The Navigators und die Wiederaufführungen von Jean-Luc Godards Filmklassikern Außer Atem und Die Geschichte der Nana S.. Monsieur Claude und seine Töchter, der 2014 in den deutschen Kinos über 3,9 Millionen Zuschauer erreichte, war der bis dato größte Erfolg des Verleihs.[3][4]
In den folgenden Jahren wurden Filme wie Birnenkuchen mit Lavendel, Frühstück bei Monsieur Henri oder Monsieur Pierre geht online ins Verleihprogramm aufgenommen. Darüber hinaus bringt der Verleih regelmäßig Dokumentarfilme ins Kino.
Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den deutschen Kinomarkt trafen auch Neue Visionen 2020 sehr hart.[5]
Neue Visionen ist Mitglied der AG Verleih.[6]
Filme (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 24 Wochen (Regie: Anne Zohra Berrached)
- Die Überglücklichen (Regie: Paolo Virzì)
- Der junge Karl Marx (Regie: Raoul Peck)
- Cold War – Der Breitengrad der Liebe (Regie: Paweł Pawlikowski)
- Womit haben wir das verdient? (Regie: Eva Spreitzhofer)
- Monsieur Claude 2 (Regie: Philippe de Chauveron)
- Land des Honigs (Regie: Ljubomir Stefanov, Tamara Kotevska)
- Und der Zukunft zugewandt (Regie: Bernd Böhlich)
- Über die Unendlichkeit (Regie: Roy Andersson)
- Eine Frau mit berauschenden Talenten (Regie: Jean-Paul Salomé)
- Emilia Pérez (Regie: Jacques Audiard)
- Wilma will mehr (Regie: Maren-Kea Freese)
- In die Sonne schauen (Regie: Mascha Schilinski)
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2000 wurde Neue Visionen für die Verleiharbeit mit dem Verleiherpreis des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) ausgezeichnet. Seit seinem Bestehen wurde Neue Visionen diese Auszeichnung sieben Mal zuteil (2000, 2004, 2005, 2008, 2011, 2014, 2019).
Torsten Frehse wurde 2017 von Unifrance ein French Cinema Award für seinen „außergewöhnlichen Beitrag zur Verbreitung des französischen Films“ verliehen.[7]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Lichtblick-Kino Berlin. In: Kinokompendium, abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Bert Schulz, Susanne Messmer: Der Mann vom Filmverleih mit Stern. In taz.de vom 2. Februar 2019.
- ↑ Top 100 Deutschland 2014. In: Insidekino.de, abgerufen am 29. Dezember 2020.
- ↑ Bernd Sobolla: Wie Filmvermarktung funktioniert. In: deutschlandfunk.de vom 4. Februar 2015.
- ↑ Andreas Busche: Zwischen Existenzangst und Solidarität. Wie die Coronakrise weltweit die Filmkultur bedroht. In: tagesspiegel.de vom 19. März 2020.
- ↑ Mitglieder. In: ag-verleih.de, abgerufen am 28. Dezember 2020.
- ↑ Barbara Schuster: Unifrance ehrt Rebecca Zlotowski mit French Cinema Award. In: SPOT media & film. 8. Januar 2025, abgerufen am 16. September 2025.
