Zum Inhalt springen

NPO Splaw

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Vor dem Unternehmensgebäude: BM-21, BM-27 und BM-30 neben dem Denkmal für Ganichev
75 Jahre NPO SPLAW (Aufnahme aus dem Jahr 2020)

NPO Splaw (russisch für "Legierung"), vollständiger Name NPO Splaw, benannt nach A.N. Ganitschew (АО "НПО "СПЛАВ" ИМ. А.Н. ГАНИЧЕВА), ist ein russisches Rüstungsunternehmen in Tula. Das als wissenschaftliche Produktionsvereinigung (NPO) strukturierte Unternehmen ist hauptsächlich für Mehrfachraketenwerfer bekannt. Über die Holding Tecmasch gehört es zu Staatskonzern Rostec.

Das Unternehmen wurde am 23. Juli, 1945 als wissenschaftliches Forschungsinstitut NII-147 (НИИ-147) gegründet. Anfangs lagen die Aufgaben in der Entwicklung von Hülsen von Geschützpatronen bzw. Kartuschen, Vorbereitung der Serienproduktion und die Herstellung dazugehöriger Spezialausrüstung. Ende der 1950s, begann das Unternehmen Mehrfachraketenwerfer und entsprechende Raketenmunition zu entwickeln.[1]

1966 änderte sich der Name in „Staatliches Forschungsinstitut für Präzisionstechnik Tula“ (Тульский государственный научно-исследовательский институт точного машиностроения) bzw. in abgekürzt „TulgosNIITochmash“ (ТулгосНИИточмаш). Seit 1977 trägt das Unternehmen die Bezeichnung „Wissenschaftliche Produktions-Vereinigung NPO «Splaw»“ (Научно-производственное объединение «Сплав»).[2][3]

2016 fürte Rosteck eine Umstrukturierung durch; Motowilichinskije sawody (Hersteller der Mehrfachraketenwerfer), Kunstfaserwerk Nowosibirsk (Новосибирский завод искусственных волокон НЗИВ) (Hersteller von Raketen) und Chemiewerk Brjansk (Брянский химический завод) (Hersteller von Sprengstoffen) wurden Splaw als Töchterunternehmen unterstellt.[4]

Seit April 2019 trägt das Unternehmen den Beinamen „Ganitschew“. Alexander Nikitowitsch Ganitschew (1918–1983) war von 1958 bis 1983 Chefkonstrukteur bei Splaw. Sein Nachfolger war Gennadi Alexejewitsch Deneschkin (1932–2016).[1]

Wegen Belieferung des russischen Militärs während des russischen Überfalls auf die Ukraine seit 2022 ist das Unternehmen von verschiedenen Staaten mit Sanktionen belegt.[1] In dem Krieg wurde das Werk Ziel ukrainischer Angriffe.[5]

Medizintechnik-Produkte von NPO Splaw
Commons: NPO Splaw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 Ganichev NPO SPLAV, GlobalSecurity.org
  2. «SPLAW» Traditionen und Innovationen, Rostec, 20. Juli 2020
  3. Christian Lardier: "Solid Propellant Rockets in the Soviet Union". In: History of Rocketry and Astronautics, Band 27, S. 369, 2007, ISBN 978-0-87703-535-0.
  4. Wjatscheslaw Suchanow, Maxim Strugow: Tula mit einem verschobenen Zentrum, Kommersant, 2. September 2016
  5. Olga Kosharna: Drones strike defense plant in Russia’s Tula for second time Source, "censor.net", 22. Mai 2025
  6. TOS-2 Tosochka 220mm MRL, GlobalSecurity.org
  7. Splav Tula started delivery of new S-80FP rocket system to the Russian Air Force., armyrecognition.com, 20. November 2014
  8. «Splaw» feiert 75-jähriges Jubiläum, Perwy kanal, 24. Juli 2020