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Musée Daubigny

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Musée Daubigny im Manoir des Colombières, Auvers-sur-Oise (2017)

Das Musée Daubigny ist ein Kunstmuseum in Auvers-sur-Oise im Département Val-d’Oise in der Region Île-de-France. Es befindet sich im Manoir des Colombières in der Rue de la Sansonne und zeigt Werke des Malers und Radierers Charles-François Daubigny (1817–1878), seines Sohnes Karl Daubigny (1846–1886) sowie weiterer in Auvers-sur-Oise und Umgebung tätiger Künstler.[1] Seit dem 10. Dezember 2020 trägt das Museum die Bezeichnung Musée de France. Träger ist die Stadt Auvers-sur-Oise. Das Museum wurde am 11. Oktober 2025 für voraussichtlich zwei Jahre geschlossen, um zum Musée Impressionniste Daubigny umgestaltet zu werden. Während der Umbauarbeiten werden ausgewählte Werke in der Maison de l’Isle in Auvers-sur-Oise gezeigt.[2]

Das Anwesen Les Colombières

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Charles-François Daubigny: Île de Vaux, petit bras de l’Oise (Die Insel Vaux, Nebenarm der Oise), um 1870, Öl auf Holz, 39 × 79 cm, Musée Daubigny

Das Herrenhaus ist in den überlieferten Besitzerfolgen ab 1626 nachweisbar: Im Jahr 1626 gehörte das neu errichtete Manoir der Abtei Saint-Vincent in Senlis. 1636 erwarb Henri de Boessot, Seigneur de Puyrenault, Écuyer und Commissaire des guerres, das Anwesen. Es umfasste einen Pavillon mit fünf Sälen, Zimmern, Speichern, Stallungen, Gewölbekellern und einem Taubenhaus sowie ein Winzerhaus, Scheunen, Baumschulen, einen Obstgarten und einen Gemüsegarten. Der Zugang erfolgte über das Zinnentor an der Hauptstraße von Auvers (heute die Rue Daubigny). Das Land reichte bis zur Oise auf Höhe des Port Saint-Vincent und wurde im Westen von der Ravine des Ponceaux begrenzt.[3][4]

Im Jahr 1684 verkaufte Louis de Boessot, der Sohn des Käufers, das Manoir an Pierre Coquart, Chef de gobelet der Königin Maria Theresia von Österreich. Nach Coquarts Tod im Jahr 1731 erwarb Sylvain Ballot, Huissier à cheval am Châtelet, die Liegenschaft im Jahr 1738. Im Jahr 1790 verkaufte dessen Witwe sie an Jacques Antoine de Junquières. Dieser war Friedensrichter des Kantons, Präsident des Tribunal de Pontoise und später Mitglied des Corps législatif. Im Jahr 1809 ging das Anwesen an Charles Plessier über. Dessen Tochter erbte es und heiratete Pierre Depoin, einen Anwalt aus Pontoise. Depoin gab dem Anwesen den Namen Les Colombières, möglicherweise in Erinnerung an das ehemalige Lehen Le Poy oder an die Taubenhäuser (Colombiers) aus dem 13. Jahrhundert. Um 1900 gehörte das Anwesen Joseph Depoin, der es 1930 an die Gemeinde verkaufte. Auf dem zugehörigen Gelände errichtete diese die École Vavasseur, die 1934 eingeweiht wurde.[3][4]

Museumsgründung und -entwicklung

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Ausstellungsraum im Musée Daubigny

Im Jahr 1986 wurden im Manoir das Fremdenverkehrsamt von Auvers (Office de tourisme) und ein Museum eingerichtet, das Werke Daubignys zeigen sollte. Die Trägerschaft und der Erwerb von Gemälden oblagen der im Jahr 1984 gegründeten Association du Musée Daubigny. Die Sammlung des Museums geht auf drei Schenkungen zurück: 1983 schenkte die Familie Desboutin zehn Radierungen und Kaltnadelarbeiten von Marcellin Desboutin, 1983 schenkte die Familie Goeneutte zehn Werke von Norbert Goeneutte und 1987 schenkte die Familie Raskin-Daubigny Zeichnungen, druckgrafische Arbeiten und Gegenstände aus dem Besitz von Charles-François Daubigny und seinem Sohn Karl. Im Jahr 2012 wurde das Museum in kommunale Trägerschaft überführt. 2015 beschloss die Stadt eine Erweiterung: Durch den Umzug des Fremdenverkehrsamts in den Parc Van Gogh wurden Ausstellungsflächen frei. Seitdem ist die Dauerausstellung zu Charles-François Daubigny im Erdgeschoss des Manoir untergebracht, während das Obergeschoss ausschließlich für Wechselausstellungen genutzt wird. Am 10. Dezember 2020 erhielt das Museum die Appellation Musée de France.[3][4]

Charles-Édouard Elmerich (1813–1889): Daubigny beim Malen in seinem Hausboot, Le Botin (Daubigny peignant dans sa barque), um 1857–1860, Öl auf Leinwand, 61,3 × 50 cm, Musée Mainssieux, Voiron

Den Kernbestand bilden die Schenkungen. Die Schenkung Raskin-Daubigny umfasst mehr als 110 Inventarnummern, darunter Palette, Baskenmütze, die Ruder des Hausboots Le Botin, Radierwerkzeug und Auszeichnungen von Charles-François Daubigny. Die Gemälde des Bestands wurden später durch die Association du Musée Daubigny angekauft. Die Schenkung Desboutin besteht aus zehn Radierungen und Kaltnadelarbeiten von Marcellin Desboutin (1823–1902). Er gehörte wie Daubigny zur im Jahr 1862 gegründeten Société des aquafortistes. Die Ankäufe konzentrieren sich auf Künstler aus dem Umfeld von Charles-François und Karl Daubigny, die in der Region lebten oder sich dort aufhielten. Hierzu zählen unter anderem Edmond Marie Petitjean (1844–1925), Maurice Dainville (1856–1943), Honoré Daumier (1808–1879), Léonide Bourges (1838–1909), Eugène Cicéri (1813–1890), Jules Dupré (1811–1889) und Fernand Quignon (1854–1941). Der Gründungsbestand umfasst überwiegend Werke von Malern des Oise-Tals aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.[3][5]

Commons: Musée Daubigny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Musée Daubigny. Abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  2. ↑ Phane: Musée Daubigny. In: Voyages Impressionnistes. 14. Oktober 2022, abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  3. 1 2 3 4 musée Daubigny - POP. Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  4. 1 2 3 Histoire du manoir des Colombières / History of the Colombières Manor. In: Musée Daubigny. 28. Januar 2014, abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).
  5. ↑ Art XIXème – XXème / 19th – 20th century Art. In: Musée Daubigny. 3. Dezember 2013, abgerufen am 21. Oktober 2026 (französisch).

Koordinaten: 49° 4′ 16,8″ N, 2° 10′ 17,1″ O