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Mureybet

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Koordinaten: 36° 2′ 36″ N, 38° 7′ 43″ O

Reliefkarte: Syrien
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Mureybet​

Mureybet (arabisch تل المريبط, DMG Tall al-Muraibiṭ) war ein prähistorischer Tell am westlichen Euphratufer im Gouvernement ar-Raqqa in Nordsyrien. Der Hügel, welcher zwischen 1964 und 1974 in mehreren Rettungsgrabungen untersucht wurde, ist inzwischen vom Assad-Stausee überflutet. Es wurde eine Besiedlung Mureybets zwischen etwa 10.200 und 8000 v. Chr. nachgewiesen. Mureybet ist für eine Kultur des PPNA namensgebend. Die wissenschaftliche Bedeutung Mureybets beruht darauf, dass in diesem Fundort der Übergang von mobilen Jäger- und Sammlergruppen des Epipaläolithikums zu bäuerlichen Gesellschaften (des Neolithikums, Präkeramisches Neolithikum B, nachvollzogen werden kann.

Fundorte des Präkeramischen Neolithikums A

Mureybet wurde 1964 im Rahmen eines Surveys des Oriental Institute der University of Chicago von Maurits N. van Loon entdeckt. Das Oriental Institute führte 1964 eine kleine Sondage und im Folgejahr umfangreichere Ausgrabungen durch.[1] Ab 1971 übernahm der Franzose Jacques Cauvin mit Unterstützung des Centre national de la recherche scientifique die Ausgrabungen.[2] Diese standen nunmehr im Kontext von Notgrabungen an Fundorten, die durch den Bau der Tabqa-Talsperre gefährdet waren.[3] 1976 versank Mureybet im Assad-Stausee. Die Funde werden vor allem im Nationalmuseum Aleppo und im Institut de Préhistoire Orientale in Jalès-Berrias aufbewahrt.

Siedlungsgeschichte

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In Mureybet wurden vier Besiedlungsphasen unterschieden, die vom Natufien bis zum mittleren PPNB reichen.

  • Phase Ia entspricht in etwa dem Zeitraum von 10.200 bis 9700 v. Chr. und wird, wie auch das nahegelegene Abu Hureyra, dem Natufien zugerechnet. Archäologische Befunde beschränken sich auf Herdstellen und Kochgruben. Die Menschen ernährten sich vor allem von Gazellen und Wildpferden sowie den Wildformen von Gerste und Roggen. Vereinzelte Funde von Sichelklingen und Mahlsteinen zeigen die Getreidenutzung.
  • Die Phasen Ib – IIb (9700 bis 9300 v. Chr.) werden dem Khiamien zugerechnet. Befunde aus Mureybet sind hier von besonderer Bedeutung, da vergleichbare Architekturfunde aus anderen Khiamien-Fundorten bisher fehlen. So existierte in Phase Ib ein eingetieftes rundes Gebäude mit etwa sechs Metern Durchmesser. In den folgenden Phasen kamen weitere kleine Häuser hinzu.
  • Die Phase III (9300 bis 8600 v. Chr.) gehört dem Mureybetien an. In dieser Phase diversifizierte sich die Form der Häuser und es entstanden erste rechteckige, mehrräumige Gebäude. Während in vorausgehenden Phasen Stampflehm als Baumaterial diente, wurden die Gebäude dieser Phase aus kleinen Steinen errichtet. Weiterhin existierten größere eingetiefte Bauten, die mit den zeitgleichen Gebäuden aus Jerf el Ahmar vergleichbar sind. Verschiedene Getreide- und Tierarten zeigen erstmals Anzeichen von Domestikation.
  • Die Phase IV (8600 bis 8000 v. Chr.) gehört bereits zum PPNB. Während aus Phase IVa nur wenige Funde existierten, zeigt Phase IVb deutlich neolithische Züge: Gebäude aus Lehm sowie Nutzung domestizierter Tier- und Getreidearten.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Maurits N. van Loon: The Oriental Institute excavations at Mureybit, Syria: preliminary report on the 1965 campaign. Part I: architecture and general finds, in: Journal of Near Eastern Studies 27/4, 1968, S. 265–282.
  2. ↑ Jacques Cauvin: Les fouilles de Mureybet (1971–1974) et leur signification pour les origines de la sedentarisation au Proche-Orient, in: The Annual of the American Schools of Oriental Research 44, 1977, S. 19–48.
  3. ↑ A. Bounni: Campaign and exhibition from the Euphrates in Syria, in: The Annual of the American Schools of Oriental Research 44, 1977, S. 1–7.