Multum in Parvo Opernhaus
Das Multum in Parvo Opernhaus in Mering (Bayern) ist ein privat geführtes Figurentheater und gilt als eines der kleinsten Opernhäuser Deutschlands.[1] Das Ensemble ist auf die Aufführung von Opern und Operetten im Medium des Papiertheaters (bzw. Flachfigurentheaters) spezialisiert. Ein charakteristisches Merkmal der Inszenierungen ist die Symbiose aus traditioneller Spielweise und moderner Bühnentechnik: Aufwendige, auf Tiefenwirkung optimierte Bühnenbilder werden durch den gezielten Einsatz von zeitgenössischer Licht- und Projektionstechnik ergänzt, um eine immersive Wirkung zu erzielen.
Gründung und Leitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Opernhaus wird von Benno Mitschka (* 1965) und Christine Schenk (* 1965) als Familienunternehmen geführt. Mitschka, Theaterwissenschaftler und Filmemacher, verantwortet die künstlerische Leitung sowie den Bau der Bühnen und Kulissen in der hauseigenen Werkstatt. Schenk, Theologin, organisiert den Theaterbetrieb und die gastronomischen Angebote. Auch die Söhne Benedikt (* 2008) und Maximilian (* 2008) wirken im Opernbetrieb mit.[2]
Entstehungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach ihrem Umzug von München nach Mering gründete das Ehepaar 2010 den Verlag Multum in Parvo Papiertheater, der Reproduktionen historischer Papiertheaterbögen sowie Miniaturtheater vertreibt. Im September 2014 eröffneten Mitschka und Schenk das Multum in Parvo Opernhaus mit Mozarts Die Zauberflöte.[3] Die ursprüngliche Bühne in historischer Originalgröße wurde 2016 durch eine größere Konstruktion ersetzt.
Theater und Technik
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Das Opernhaus befindet sich in einem ehemaligen Restaurant und bietet Platz für bis zu 25 Zuschauer. Die Bühne verfügt über zwei Versenkungen und eine Oberbühne mit Schnürboden, die schnelle Szenenwechsel ermöglichen. Eine Glasplatte im Bühnenboden ermöglicht die Beleuchtung von unten. Beleuchtungsbrücken an den Seiten, zwischen den Kulissen sowie direkt hinter dem Portal sorgen für Licht von oben. Zusätzlich sind ein Fußlicht und Scheinwerfer vor dem Portal montiert. Bildhintergründe und Animationen werden über einen beweglichen Monitor oder per Projektion eingebunden. Die Steuerung der gesamten Bühnentechnik erfolgt computergestützt. Ein Lichtsteuerungscomputer stellt über einen Art-Net-Node insgesamt acht DMX-Universen bereit, was eine präzise Abstimmung der LED-Einheiten, Scheinwerfer und Projektionen ermöglicht.[4]
Inszenierungsstil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charakteristisch für die Arbeiten von Benno Mitschka ist der ausgeprägte Einsatz von Licht als zentrales Gestaltungsmittel. Die Kombination aus Miniaturbühne, Lichtregie und Projektion erzeugt atmosphärische Räume und visuelle Effekte, die über die klassische Zweidimensionalität des Papiertheaters hinausgehen und eine ausgeprägte Tiefenwirkung suggerieren.[5]
Repertoire
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Repertoire umfasst derzeit 14 Opern und zwei Operetten (Auswahl):
- Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte, Die Entführung aus dem Serail
- Giuseppe Verdi: Aida, Macbeth, Rigoletto, Il trovatore
- Ludwig van Beethoven: Fidelio
- Georges Bizet: Carmen
- Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel
- Jacques Offenbach: Hoffmanns Erzählungen
- Richard Wagner: Der fliegende Holländer
- Carl Maria von Weber: Der Freischütz
- Giacomo Puccini: Turandot
- Franz Lehár: Die lustige Witwe
- Johann Strauss (Sohn): Die Fledermaus
Gastronomie und Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den Sonntagsmatinéen wird ein thematisch zur jeweiligen Oper abgestimmtes Buffet angeboten.[6] Einmal im Monat findet eine „Tea Time“ mit britischem Afternoon Tea statt. Alle Speisen werden in der hauseigenen Küche zubereitet. Für Gruppen können geschlossene Veranstaltungen gebucht werden.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Multum in Parvo Opernhaus erfährt regelmäßige Aufmerksamkeit in regionalen und überregionalen Medien. Neben der Lokalberichterstattung in der Augsburger Allgemeinen befassten sich unter anderem die Süddeutsche Zeitung, der Donaukurier[7] sowie das Hohenloher Tagblatt[8] mit dem Ensemble. In der Fachwelt wurde die Arbeit des Theaters in der Zeitschrift Das andere Theater besprochen.
Im Bereich des Fernsehens berichteten der BR[9] sowie Augsburg TV mehrfach. Internationale Bekanntheit erlangte die Bühne durch einen Beitrag im Ersten Russischen Fernsehen.[10]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Marko Roeske: Große kleine Oper – Das Multum in Parvo in Mering. In: Glücksorte in Augsburg. Droste Verlag, Düsseldorf 2020, ISBN 978-3-7700-2162-8, S. 116 f.
- Veronika Wengert: 111 Orte für Kinder in und um Augsburg, die man gesehen haben muss. Emons Verlag, Köln 2021, ISBN 978-3-7408-1144-0, S. 158 f.
- Verena Düren: Glücksorte voller Musik. Droste Verlag, Düsseldorf 2026, ISBN 978-3-7700-2617-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Oper mal ganz anders – Das Papiertheater Multum in Parvo aus Mering ist einzigartig. In: Augsburger Allgemeine. 27. Februar 2026, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Große Oper auf der kleinen Bühne in Mering. 17. September 2019, abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ Kleinst, aber feinst. In: Süddeutsche Zeitung. 6. September 2014, S. R18.
- ↑ Benno Mitschka: Flachfiguren, animierte Hintergründe und kunstvolle Lichtregie. 2. Februar 2026, abgerufen am 11. Mai 2026.
- ↑ Joachim Rüeck: Hänsel und Gretel – real und virtuell. In: Das andere Theater. Band 101/2, November 2022, S. 66 f.
- ↑ Oper mal ganz anders. In: Augsburger Allgemeine. 27. Februar 2026, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Helden aus Papier. In: Donaukurier. 7. September 2014, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Weit mehr als nur ein Spielzeug. In: Hohenloher Tagblatt. 24. Juni 2017, abgerufen am 5. Mai 2026.
- ↑ Bayern erleben: Das Wittelsbacher Land. In: Bayerischer Rundfunk. 1. Juni 2021, abgerufen am 5. Mai 2026 (Beitrag ab Min. 34:35).
- ↑ Немецкая семья возрождает традиции бумажного театра. In: 1tv.ru (Perwy kanal). 23. September 2018, abgerufen am 5. Mai 2026 (russisch).