Zum Inhalt springen

Vorderradaufhängung (Kraftrad)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Motorradgabel)

Mit Vorderradaufhängung wird die Vorderradführung von motorisierten Zweirädern bezeichnet. Umgangssprachlich wird auch der Begriff Motorradgabel verwendet.[1] Bis 1904 waren alle Vorderradaufhängungen an Motorrädern ungefedert, ab 1907 wurden gefederte Konstruktionen üblich. Die Vorderradaufhängungen werden in die Gruppen

unterteilt, wobei die Steuerkopflenkung die älteste und am weitesten verbreitete Bauart der Motorradlenkung ist.[2]

Die ungewöhnliche Duplex-Lenkung wird zur Steuerkopflenkung gezählt. Die Radnabenlenkung zählt im weitesten Sinne zur Gruppe der Achsschenkellenkung.[3] Sie wurde bisher bei der Yamaha GTS 1000 und Italjet Dragster eingebaut.

Systemvergleich

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift Motorrad unterzog 1993 die damals verfügbaren fünf Vorderradaufhängungen hinsichtlich des Bremsnickverhaltens, des Eintauchens bei einer hohen Verzögerung sowie der ungefederten Massen, einem Vergleichstest mit folgenden Messergebnissen.[4]

Radnabenlenkung Achsschenkellenkung Teleskopgabel Telelever Hossack-Gabel
Bremsnickausgleich 58 % 47 %   − 6 % 78 % 72 %
Eintauchen bei 8 m/s² Bremsverzögerung 14,5 mm 26 mm 45,5 mm 14,5 mm 10 mm
Lenkeinschlag 19° 27° 37° 32° 25°
Ungefederte Masse (Vorderrad) 22,6 kg 31,6 kg 21,5 kg 20,3 kg 18,5 kg
  • Helmut Werner Bönsch: Fortschrittliche Motorrad-Technik. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-613-01054-2.
  • Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik: Grundlagen und Konzepte von Motor, Antrieb und Fahrwerk. 7. Auflage. Vieweg Verlag, Braunschweig 2010, ISBN 978-3-8348-0698-7.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Heinz M. Hiersig: VDI-Lexikon Maschinenbau. Springer Verlag, 1. Auflage 1995, ISBN 978-3-540-62133-1, S. 649
  2. ↑ Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik. S. 328
  3. ↑ Vgl. Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik. S. 328–330.
  4. ↑ MOTORRAD. Nr. 18, 21. August 1993, S. 14–24.