Moincêr hatte bei der Volkszählung des Jahres 2010 eine Bevölkerung von 2193Personen.[1] Die Bevölkerungszählung des Jahres 2000 hatte eine Gesamtbevölkerung von 1944Personen in 443Haushalten ergeben, davon 965Männer und 979Frauen.[2]
Der ladakhische Fürst Sen-ge Nam-gyal (Sangs gyas rnam rgyal; r.1590–1640) war von der ruhestiftenden Organisation Bhutans[3] durch Shabdrung Ngawang Namgyel beeindruckt.[4] Er überließ jenem Herrscher acht Dörfer, deren Abgaben die Unterstützung bhutanischer Pilger zum Kailash sichern sollte.
Endgültig festgeschrieben wurde Abtretung im Friedensvertrag von Temisgang 1684. Ein nomineller Tribut war alle drei Jahre an Tibet abzuliefern. Zuvor hatten die Moguln den Fürsten von Ladakh gegen den 5. Dalai Lama, der 1681 in Leh eingefallen war, unterstützt.
Als erster Europäer erwähnte der im Juli 1812 durchgereiste William Moorecroft den Ort.[5] Die an Kashmir 1853 abgelieferte Steuersumme betrug 56Rupien.[6] Er beschrieb auch das „Dorf“ Darchen Labrang als aus vier Lehmziegelhäusern und 28Zelten bestehend.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts erhoben sowohl Bhutan als auch Kashmir Ansprüche. Tibet wollte nur zugestehen, dass es sich nur um in ausländischem Besitz stehende Landgüter handle. Der britische Tibetfeldzug (1903/4) stärkte auch die Position der indischen Fürsten. Die nach Kashmir abgelieferte Steuer erreichte 1905 297Rs. Der indische Bericht zur Volkszählung 1921 nennt 44Häuser in denen 87Männer und 73Frauen lebten. Der an Tibet fällige Tribut hatte zu dieser Zeit die Form von gewissen Frondiensten und Naturalabgaben angenommen.
Während der Verhandlungen zum sino-indischen Freundschaftsvertrag 1954 (“Five Principles of Peaceful Coexistence”), in Indien “Panchsheel Agreement” genannt, der, auf acht Jahre geschlossen, kurz vor dem Krieg 1962 auslief, war Nehru bereit auf die dortigen Rechte zu verzichten. Die chinesische Seite, akzeptierte dies, war aber zu dieser Zeit noch nicht vollkommener Herrscher über Tibet, so dass aus Minsar bis 1959 Steuern an die Regierung von Jammu und Kashmir abgeliefert wurden. Kushok Bakula Rinpoche, Minister in der Regierung des Staates besuchte den Ort noch 1954.[7] Die bhutanische Regierung bekräftigte ihre Ansprüche durch diplomatische Noten an China im Sommer 1959.
Im Jahre 1966 errichtete die Regierung der Volksrepublik den Bezirk Moincêr (门士区).[1]
Die alten Rechte, seit 1962 de facto nicht mehr bestehend, werden seit Beginn des jüngsten Grenzstreits 2013 zwischen den Mächten in Indien wieder verstärkt thematisiert.
↑Vgl. Aris, Michael; The Raven Crown: The Origins of Buddhist Monarchy in Bhutan; London 1984 (Serindia Publications)
↑Weitergehend zur Verbindung beider Herrscherhäuser: Schuh, Dieter; Frühe Beziehungen zwischen dem ladakhischen Herrscherhaus und der südlichen ’Brug-pa Schule; Archiv für zentralasiatische Geschichtsforschung, 1983, Heft 2
↑Reisebericht: A Journey to Lake Manasarovara in Un des, a Province of little Tibet; Asiatick Researches, Vol.12 (1816), S.375–534.
↑Government of India, Ministry of External Affairs; Report of the Officials of the Government of India and the People’s Republic of China on the Boundary Question; MEA 29. Feb. 1961, S.59.