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Modul (Zahnrad)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Modul (Technik))
Kämmendes Zahnradpaar, Beispiel für ein Zahnrad:
Modul 2 mm, Anzahl Zähne 24
→ Teilkreisdurchmesser 48 mm
→ Kopfkreisdurchmesser 52 mm
und Kopfhöhe 2 mm
→ Fußkreisdurchmesser 44 mm
und Fußhöhe 2 mm
→ Zahnteilung 6,283 mm

Der Modul (plural Moduln) ist eine Maßzahl für die Zahngröße bei Zahnrädern. Er beträgt die halbe Höhe der Zähne eines Zahnrades und gleicht damit beiden lichten Abständen zwischen Fuß-, Teil- und Kopfkreis mit ihren Durchmessern und

Geometrische Grundlagen

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Größe und Einheit

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Der Modul hat wie der Teilkreisdurchmesser die Größe Länge, die i. d. R. in der Einheit Millimeter angegeben wird. Obwohl es sich um keine relative Größe handelt, ist der Modul nicht direkt messbar, da der Teilkreis nicht sichtbar ist.

Größenunabhängige Zahnproportionen

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Die Bestimmungsgrößen für die Zahnform, wie zum Beispiel Kopf- und Fußhöhe, Fußrundungsradius oder Kopfkantenbruch, werden relativ zum Modul angegeben. Dadurch genügt eine einzige, normative Definition für alle Moduln. Für die Nutzung als reale Größe am verzahnten Bauteil sind sie entsprechend dem Modul umzurechnen.

Unkorrigierte Zahnräder

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Alle Angaben gelten nur für Zahnräder ohne Profilverschiebung, d. h. unkorrigierte Zahnräder.

Maßzahl für die Zahnradgröße

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Mit der zum Übersetzungsverhältnis passend gewählten Zähnezahl und dem Modul ist der Teilkreisdurchmesser bestimmt.

Der Modul ist keine Maßzahl für die Zahnproportion bei Zahnrädern. Vielmehr sind die Zähne eines Zahnrades unabhängig vom gewählten Modul stets gleich proportioniert, also geometrisch ähnlich:

Der Modul ist damit indirekt auch eine Maßzahl für die Zahnradgröße: über die jeweils gewählte, ganzzahlige Anzahl der Zähne ergeben sich die konkreten Durchmesser und

  • Kopfkreisdurchmesser und Kopfhöhe
  • Fußkreisdurchmesser und Fußhöhe

Kleine Zahnräder

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Bei der Herstellung kleiner Zahnräder besteht die Gefahr des Unterschnitts, dem ungewollten Wegschneiden eines Teils der Zahnflanke durch Wälzfräsen oder Wälzhobeln. Dieser Gefahr kann durch Profilverschiebung begegnet werden. Dadurch ändern sich bei gegebenem Modul sowohl Wälzkreis-, als auch Kopfkreis- und Fußkreisdurchmesser. Die Kongruenz von Teil- und Wälzkreis geht dabei verloren.

Bei innenverzahnten Hohlrädern ist die Zähnezahl als negativer Wert einzusetzen, sodass sich negative Durchmesser ergeben. Der Fußkreisdurchmesser eines Hohlrades ist betragsmäßig größer als der Kopfkreisdurchmesser.

Zahnteilung

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Die Zahnteilung (auch Umfangsteilung oder kurz Teilung) ist die Bogenlänge auf dem Teilkreis zwischen zwei gleichen Punkten von zwei benachbarten Zähnen, also die Summe aus Zahn- und Zahnlückenbreite. Diese Referenzpunkte liegen auf dem Teil-, also weder auf dem Kopf- noch dem Fußkreis.

Bei Zahnstangen liegt die Zahnteilung an jedem beliebigen Ort der Zahnoberflächen vor, da alle Zähne parallel zueinander stehen. Der Faktor zum Modul bleibt auch hier überall gleich. Für die Länge von Zahnstangen gilt:

Kämmende Zahnradpaare

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Zahnradgrößen

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Bei der Zahnraddimensionierung ergibt sich über den gewählten Modul zugleich auch die Zahngröße für alle kämmenden Zahnräder und Zahnstangen. Für diese Zahnräder ergeben sich über die jeweils gewählte, ganzzahlige Anzahl der Zähne deren konkrete Durchmesser und für Zahnstangen deren konkrete Längen

Es können nur Zahnräder und Zahnstangen des gleichen Moduls miteinander kämmen, also kombiniert werden.

Achsabstand

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Der kleinstmögliche Achsabstand kämmender Zahnradpaare beträgt:

Beträgt der Achsabstand kämmender Zahnräder genau , so sind die jeweiligen Wälz- und Teilkreise kongruent.

Fertigungstoleranzen

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Für störungsfreies Kämmen von Zahnradpaaren muss den Fertigungstoleranzen Rechnung getragen werden.

  • ein üblicher Wert für die Kopfhöhe ist der Modul:
  • das Kopfspiel findet Berücksichtigung, indem der Fußkreis verkleinert wird, um nicht Gefahr zu laufen, mit dem Kopfkreis des kämmenden Zahnrades zu kollidieren. Dazu wird die Fußhöhe geringfügig größer als der Modul gewählt; nach DIN 780 beträgt der Zuschlag dafür

Für die drei Kreisdurchmesser bedeutet das:

Achsabstandstoleranz

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In Grenzen ermöglicht die Evolventenverzahnung im Gegensatz zu anderen Verzahnungsarten auch unabhängig von Profilverschiebungen eine Veränderung des Achsabstandes kämmender Zahnräder. Entsprechend ändern sich bei gegebenem Modul nur die beiden Wälzkreisdurchmesser. Die Kongruenz der jeweiligen Teil- und Wälzkreise geht dabei verloren.

Um die Auswahl zueinander passender Zahnräder zu vereinfachen und um standardisierte Werkzeuge verwenden zu können, sind in der DIN 780 zwei Vorzugsreihen definiert. Dabei ist nach Angaben der Norm die Reihe I der Reihe II vorzuziehen.

DIN 780, Reihe I DIN 780, Reihe II
Modul
[mm]
Zahnteilung , gerundet auf 3 Stellen
[mm]
Modul
[mm]
Zahnteilung , gerundet auf 3 Stellen
[mm]
0,050 0,157 0,055 0,173
0,060 0,188 0,070 0,220
0,080 0,251 0,090 0,283
0,100 0,314 0,110 0,346
0,120 0,377 0,140 0,440
0,160 0,503 0,180 0,565
0,200 0,628 0,220 0,691
0,250 0,785 0,280 0,880
0,300 0,942 0,350 1,100
0,400 1,257 0,450 1,414
0,500 1,571 0,550 1,728
0,600 1,885 0,650 2,042
0,700 2,199 0,750 2,356
0,800 2,513 0,850 2,670
0,900 2,827 0,950 2,985
1,000 3,142 1,125 3,534
1,250 3,927 1,375 4,320
1,500 4,712 1,750 5,498
2,000 6,283 2,250 7,069
2,500 7,854 2,750 8,639
3,000 9,425 3,500 10,996
4,000 12,566 4,500 14,137
5,000 15,708 5,500 17,279
6,000 18,850 7,000 21,991
8,000 25,133 9,000 28,274
10,000 31,416 11,000 34,558
12,000 37,699 14,000 43,982
16,000 50,265 18,000 56,549
20,000 62,832 22,000 69,115
25,000 78,540 28,000 87,965
32,000 100,531 36,000 113,097
40,000 125,664 45,000 141,372
50,000 157,080 55,000 172,788

Die Maßzahlen der genormten Moduln sind für die primäre Größe Modul rational. Die Zahnteilung ist dagegen reell, da hier die reelle Kreiszahl einfließt. Der Unterschied zwischen rationalen und reellen Zahlen wird von der Fertigungsgenauigkeit verdeckt und ist daher ohne praktische Bedeutung.

Arten des Moduls

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Normalmodul

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Modul im Normalschnitt, einer zu den Flankenlinien senkrechten Fläche der Verzahnung. Die Normalschnittfläche ist räumlich gekrümmt.

Stirnmodul

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Modul in einem Stirnschnitt, einer zur Stirnfläche des Zahnrades bzw. zur Radachse senkrechten Fläche. Bei geradverzahnten Stirnrädern ist der Stirnschnitt gleich dem Normalschnitt. Allgemein ist die obige Definition auf diesen Schnitt bezogen. Bei schrägverzahnten Stirnrädern mit Schrägungswinkel ergibt sich der Stirnmodul zu

Für geradverzahnte Zahnräder gilt:

Axialmodul

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Modul in einem Axialschnitt, einer die Zahnradachse enthaltenden Ebene:

Für geradverzahnte Stirnräder gilt:

Die Verwendung des Axialmoduls ist hier nicht sinnvoll.

Alternative Notation

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Im Bereich des angloamerikanischen Maßsystems wurde historisch der Kehrwert des Moduls angegeben, in der Einheit 1/inch, und als „Diametral Pitch“ bezeichnet:

Den Kehrwert zu verwenden entspricht der Angabe der Gewindesteigung als Zahl der Windungen pro inch Schraubenlänge. Der „Diametral Pitch“ wird zu Gunsten des Moduls in Ländern mit angloamerikanischem Maßsystem nicht mehr ausschließlich gebraucht. Ein Zwischenschritt ist der „English Module“, ein Modul in inch statt in mm.