Międzyzdroje
| Międzyzdroje (Misdroy) | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Kamień Pomorski | |
| Gmina: | Międzyzdroje | |
| Fläche: | 4,51 km² | |
| Geographische Lage: | 53° 55′ N, 14° 27′ O | |
| Einwohner: | 4893 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Postleitzahl: | 72-510 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 91 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZKA | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK 3: Deutschland/Świnoujście ↔ Jakuszyce/Tschechien | |
| DW 102: Międzyzdroje → Trzebiatów–Kołobrzeg | ||
| Eisenbahn: | Szczecin Dąbie–Świnoujście | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadt- und Landgemeinde | |
| Gminagliederung: | 4 Ortschaften | |
| 3 Schulzenämter | ||
| Fläche: | 117,17 km² | |
| Einwohner: | 6028 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 51 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 3207043 | |
| Verwaltung (Stand: 2023) | ||
| Bürgermeister: | Mateusz Bobek | |
| Adresse: | ul. Książąt Pomorskich 5 72-500 Międzyzdroje | |
| Webpräsenz: | www.miedzyzdroje.pl | |
| Jahr | Anzahl Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 72 | [9] |
| 1867 | 805 | am 3. Dezember, in rund 140 Wohngebäuden[10][11] |
| 1871 | 846 | am 1. Dezember, davon 837 Evangelische, vier Katholiken und fünf Juden[10] |
| 1905 | 2115 | evangelische Einwohner[12] |
| 1925 | 3722 | [13] |
| 1933 | 4065 | [13] |
| 1939 | 4129 | [13] |
Entwicklung der Gästezahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehenswürdigkeiten
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Bauwerke
- Seebrücke an der etwa 2 km langen Strandpromenade: Eine erste hölzerne Seebrücke war in Misdroy 1885 errichtet worden; sie und ihre 1906 bzw. 1920 erbauten Nachfolger sind nicht erhalten. Gegenwart: 395 m lange und 17,5 m breite Stahlbetonanlage mit Eingangsbau und Anlegemöglichkeiten für Schiffe, errichtet unter maßgeblicher Beteiligung der deutschen Reederei „Adler-Schiffe“ in zwei Bauabschnitten, zunächst von 1994 bis 1996 auf einer Länge von 120 Metern, 2004 um 275 Meter verlängert.
- Pfarrkirche, neugotischer Backsteinbau mit achteckigen Turm, errichtet von 1860 bis 1862 als evangelische Kirche nach Entwurf von Friedrich August Stüler (nach Kriegsende enteignet und seither von der polnischen katholischen Gemeinde genutzt).
Sonstiges
- Östlich der Stadt befindet sich der Wisentpark Międzyzdroje, eine Schauanlage im Wald mit Wisenten, Rotwild und Wildschweinen. Nicht zugänglich ist Besuchern die Wisentzuchtstation, die enge Beziehungen zu den deutschen Wisentgehegen auf dem Damerower Werder bei Waren (Müritz) und in Prätenow auf Usedom unterhält. Wichtig ist diese Verbindung für die Kreuzung der Bestandsgruppen zwecks Vermeidung von Inzucht in den Gehegegruppen.
- Der Kaffeeberg ist ein beliebter Aussichtspunkt und liegt im Osten von Międzyzdroje. Der Eingang zum Kaffeeberg führt durch ein Tor aus Holzstämmen. Vom Aussichtspunkt führen Treppen am Kliff zum Strand.
Kultur
- In Międzyzdroje finden regelmäßig polnische Filmfestivals statt. In der Nähe der Strandpromenade befindet sich der polnische Walk of Fame, auf dem sich polnische Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem Handabdruck in Bronze verewigt haben.
- Steilküste nach Osten
- Wisentgehege im Nationalpark Wollin
- Seebrücke am Abend
- Treppe vom Misdroyer Strand zum Kaffeeberg und in den Nationalpark
- Eingang zum Kaffeeberg
- Wanderweg zum Kaffeeberg
- Aussicht vom Kaffeeberg
- Zustand der Treppe nach einem Sturm im Dezember 2018
Städtepartnerschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Patengemeinden der Stadt Międzyzdroje sind das deutsche Ostseebad Timmendorfer Strand sowie Sellin auf Rügen.
Gmina Międzyzdroje
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Międzyzdroje umfasst ein Gebiet von 117 km² mit 6500 Einwohnern. Nordöstlich der Stadt, an der Nationalparkküste, befinden sich die Siedlungen Biała Góra (Weißer Berg) und Jaromin (Jordansee, 2010 in Grodno umbenannt).
Zur Gmina Międzyzdroje gehören neben dem Küstenort Międzyzdroje und seinen Siedlungen noch drei weitere eigenständige Ortschaften. Am Fuß der Misdroy-Lebbiner Endmoränen und an den Ufern der zum Stettiner Haff gehörenden Vietziger Seen (Wicko Wielkie und Wicko Małe) liegen
- Zalesie Wicko mit den Ortsteilen Zalesie (Laatzig) und Wicko (Vietzig).
- Lubin (Lebbin) ganz im Süden der Gmina, im Nationalpark Wollin auf einer Anhöhe von bis zu 90 Meter gelegen, eines der schönsten und bekanntesten Wanderziele mit dem Aussichtspunkt auf den Lebbiner Bergen.
- Direkt an Lubin grenzt in einer sumpfreichen Talsohle die Ortschaft Wapnica (Kalkofen) mit einem Bootsanlegeplatz und dem bekannten Ausflugsziel Jezioro Turkusowe (Türkissee), sowie seinen Waldsiedlungen Kępa und Trzciągowo.
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 2002 | 6 576 | Volkszählung |
| 2011 | 6 731 | Volkszählung |
| 2021 | 6 165 | Volkszählung |
| 2023 | 6 023 | [18] |
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der wichtigste Wirtschaftszweig in Międzyzdroje ist der Tourismus. Das Seebad ist mit seinem feinsandigen Strand, der belebten Promenade, der abwechslungsreichen Steilküstenlandschaft und diversen Sehenswürdigkeiten vor allem ein beliebtes Sommerziel. Im Jahr 2013 wurden 600.000 Übernachtungen gezählt.[17]
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Misdroy befindet sich eine Zweigstelle des Staatsarchivs Stettin.[19]
Die Universität Stettin verfügt über eine Naturforschungsstation in Misdroy.[20]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An das Straßennetz ist die Stadt über die Landesstraße DK 3 angebunden, die den Ort im Südwesten tangiert. Die Stadt hat einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Szczecin–Świnoujście (Stettin–Swinemünde), die parallel zu der genannten Landesstraße verläuft. Nach Usedom im Westen wurde im Juni 2023 mit dem Swinetunnel eine neue Verkehrsanbindung in Betrieb genommen – bis dahin musste die Świna bei Karsibór (zu Świnoujście) mit der Fähre überquert werden.[21]
Fahrradfahrer können beidseitige Randstreifen der Landesstraße nutzen oder über den sicheren, aber weitgehend unbefestigten und unbeleuchteten Waldweg entlang der Küste z. B. nach Świnoujście gelangen. Dieser Weg ist Bestandteil des internationalen Ostseeküsten-Radwegs EV10.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Else Preussner (1876–1954), deutsche Malerin und Illustratorin
- Carl Köhn (1889–1975), deutscher Politiker (BHE) und Mitglied des Niedersächsischen Landtages
- Albert Sauer (1898–1945), Lagerkommandant des KZ Mauthausen
- Werner von Ekesparre (1919–1998), deutscher Kinderchirurg und Privatdozent
- Hans Heinrich Noebel (1921–2016), deutscher Diplomat
- Egon von Gayl (* 1928), deutscher Verwaltungsbeamter
- Günter Stahnke (1928–2018), deutscher Regisseur
- Dieter Kaufmann (* 1941), deutscher Prähistoriker, ehemaliger Direktor des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale)
- Lothar Elias Stickelbrucks (* 1943), deutscher Kameramann
- Joachim von Harbou (* 1944), deutscher Jurist und ehemaliger Bankvorstand
- Grischa Huber (1944–2021), deutsche Schauspielerin
Personen, die in der Stadt gewirkt haben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Carl Hunnius (1873–1964), Theologe, gründete und leitete die Baltenschule Misdroy
- Magda Trott (1880–1945), deutsche Jugendbuchautorin („Pucki“), lebte im Haus Neue Lindenstraße 21
- Britta Wuttke (* 1940), Ärztin und Schriftstellerin (Homunkulus z Tryptyku); lebte im Haus Concordia, wurde 2010 zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt[22]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erwin Rosenthal: Seebad Misdroy. Die Entwicklung eines Badeortes. Rhinoverlag, Ilmenau 2010, ISBN 978-3-939399-15-5.
- Kurt Schleifer und Fritz Seefeldt: Chronik des Ostseebades Misdroy. Eutin 1968.
- August Zöllner: Ostseebad Misdroy im Wandel der Zeiten. Gollnow i. P. 1931.
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1. Anklam 1865, S. 449–653 und S. 673–674; books.google.de
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. I. Teil. Stettin 1779, S. 269, Ziffer 11; Textarchiv – Internet Archive.
- Georg Wilhelm von Raumer: Die Insel Wollin und das Seebad Misdroy. Historische Skizze. Berlin 1851 (Online).
- Edwin Müller: Swinemünde, Heringsdorf – Misdroy. Führer für Badegäste und Touristen durch die Haupt-Seebäder der Inseln Usedom und Wollin. Berlin / Stettin 1869, S. 67 ff.; books.google.de
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizieller Webauftritt von Misdroy (polnisch)
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
- ↑ Georg Wilhelm von Raumer: Die Insel Wollin und das Seebad Misdroy. Historische Skizze. Berlin 1851, S. 354–367; books.google.de
- ↑ Georg Wilhelm von Raumer: Die Insel Wollin und das Seebad Misdroy. Historische Skizze. Berlin 1851, S. 367 ff.; books.google.de
- ↑ Edwin Müller: Swinemünde, Heringsdorf – Misdroy, Führer für Badegäste und Touristen durch die Haupt-Seebäder der Inseln Usedom und Wollin. Ansichten, Spezialkarten und Pläne. W. Lobeck, Berlin 1869.
- ↑ Josef Seegen: Handbuch der allgemeinen und speciellen Heilquellenlehre, zweite neu bearbeitete Auflage. Braumüller, Wien 1862 (Volltext online).
- ↑ Westermanns Monatsheft Atlas – Welt und Wirtschaft. Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1958, S. 80.
- ↑ Gerhard Brugmann: Misdroy, Wyk, Hemmelmark. Drei christlich-konservative Internate. Verlag Chronos, Berlin 2001. ISBN 3-931054-07-1
- ↑ Touristenkarte – Insel Wollin und Umgebung, Warschau 2012.
- ↑ Alexander August Mützell, Leopold Krug (Hrsg.): Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Dritter Band. Kr-O. Bei Karl August Kümmel, Halle 1822, S. 205 (Digitalisat – Z. 1993).
- 1 2 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt vom Königlichen Statistischen Bureau. In: Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Band III, 1874, ZDB-ID 2059283-8, S. 16 f. (Digitalisat – Z. 44).
- ↑ Edwin Müller: Swinemünde, Heringsdorf – Misdroy. Führer für Badegäste und Touristen durch die Haupt-Seebäder der Inseln Usedom und Wollin. Berlin / Stettin 1869, S. 88–89; books.google.de
- 1 2 Misdroy. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 13: Lyrik–Mitterwurzer. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 895 (Digitalisat. zeno.org).
- 1 2 3 Michael Rademacher: Usedom. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- 1 2 Raumer (1851), S. 367.
- ↑ Meyers Reisebücher: Ostseebäder und Städte der Ostseeküste. Vierte Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1910, S. 124.
- 1 2 Meyers Reisebücher: Deutsche Ostseeküste. Teil II: Rügen und die pommersche Küste. 2. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1924, S. 149.
- 1 2 Tourismuszahlen der polnischen Ostseeküste. BalticPortal, 29. August 2014.
- ↑ Misdroy: Guide für Urlaub an der Polnischen Ostsee. In: Polnische Ostsee. Abgerufen am 1. September 2025.
- ↑
- ↑
- ↑ Swinetunnel ist eröffnet: Usedom und Wollin direkt verbunden. NDR, 23. Juni 2023, abgerufen am 15. Juli 2023.
- ↑ miedzyzdroje.pl.





