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Mingus!

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Mingus!
Studioalbum von Gebhard Ullmann’s Ta Lam 11

Veröffent-
lichung

2011

Aufnahme

24./25. März 2010

Label(s)

Jazzwerkstatt

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

8

Länge

1:01:30

Besetzung

Produktion

Gebhard Ullmann, Ulli Blobel

Studio(s)

RBB Studios, Berlin

Chronologie
The Ullmann/Swell 4: News? No News!
(2010)
Mingus! BassX3 (Chris Dahlgren, Clayton Thomas, Gebhard Ullmann): Transatlantic
(2012)

Mingus! ist ein Musikalbum von Gebhard Ullmann’s Ta Lam 11. Die am 24. und 25. März 2010 in den RBB Studios in Berlin entstandenen Aufnahmen mit Kompositionen von Charles Mingus erschienen 2011 auf dem deutschen Label Jazzwerkstatt.

Mingus! war die vierte und letzte Veröffentlichung des Tá Lam-Projekts nach 20 Jahren seines Bestehens, das Debütalbum Tá Lam war 1993 erschienen. Tá Lam 11 besteht aus zehn Holzbläsern aus Berlin und dem Schweizer Akkordeonisten Hans Hassler, wobei die vier Bassklarinettisten und Hassler auch Funktionen einer Rhythmusgruppe übernehmen. Der Saxophonist Gebhard Ullmann hat sechs Mingus-Kompositionen – darunter „Eclipse“, „Fables of Faubus“ und „Wednesday Night Prayer Meeting“ – für zehn Saxophone und Klarinetten sowie ein Akkordeon arrangiert; die weiteren drei Arrangements stammen von den Bandmitgliedern Michael Thieke und Benjamin Weidekamp.

  • Tá Lam 11 – Mingus! (Jazzwerkstatt JW 105)[1]
  1. Canon (Arrangement – Gebhard Ullmann) 5:57
  2. Wednesday Night Prayer Meeting/Boogie Stop Shuffle (Arrangement – Gebhard Ullmann) 8:28
  3. Fables of Faubus (Arrangement – Gebhard Ullmann) 12:58
  4. Eclipse (Arrangement – Michael Thieke) 7:09
  5. Jelly Roll (Arrangement – Gebhard Ullmann) 6:50
  6. Self-Portrait in Three Colors (Arrangement – Gebhard Ullmann) 7:23
  7. Nostalgia in Times Square (Arrangement – Benjamin Weidekamp) 8:24
  8. Reincarnation of a Lovebird (Arrangement – Benjamin Weidekamp) 4:21

Die Kompositionen stammen von Charles Mingus.

Charles Mingus 1976

Das Album erhielt durchweg positive Kritiken seitens der Jazzkritik, darunter eine Fünf-Sterne-Rezension im Down Beat von Redakteur John Ephland.

„Was der Kontrabassist und Bandleader Charles Mingus komponierte, sollte stets in Bewegung bleiben, und Gebhard Ullman habe in Mingus’schem Geist und doch völlig anders nun acht Stücken Mingus’ „ihren Atem und den Strom der vibrierenden Luft verliehen“, lobt Werner Stiefele in Rondo. Die Doppelnummer „Wednesday Night Prayer Meeting / Boogie Stop Shuffle“ vereine – ähnlich wie bei Mingus – die Kraft von Gospel und Blues; doch stärker als bei Mingus würden die „Fables of Faubus“ von den Unsicherheiten und Ängsten erzählen, sowie der schlussendlichen Freude jener schwarzen Jugendlichen, die 1957 in Little Rock unter dem Schutz der Bundespolizei das Ende der Rassentrennung in den Schulen gegen Orval Faubus, den Gouverneur von Arkansas, durchsetzten. „Jelly Roll“ wiederum gelinge als „heiter-wimmelige Hommage“ an einen der größten Komponisten des frühen Jazz, Jelly Roll Morton, und das „Self Portrait in Three Colors“ werde zu einem empfindungsreichen Stimmungsgemälde. Dass die Formation auf Piano, Bass und Schlagzeug verzichtet und als Harmonieinstrument lediglich ein von Hans Hassler gespieltes Akkordeon einsetze, würde den eigenwillig mystischen Charakter dieser Neuerschaffung der Mingus’schen Musik verstärken“.[2]

Indem Ullman die Kompositionen von Mingus für ein Ensemble neu arrangiert, das dieser nie erdacht hätte – zehn Blasinstrumente und ein Akkordeon, bewusst ohne Bassisten –, würde er diesen bekannten Stücken neues klangliches Leben verleihen, meint Ken Waxman (JazzWord). Die vibrierenden Texturen des Schweizer Akkordeonisten Hans Hassler bildeten zusammen mit den Klangfarben der deutschen Blasinstrumentenspezialisten eine einzigartige Einheit. Die Akkordeon-Füllungen würden nicht nur Kontinuität schaffen, indem sie die sonst fehlende Rhythmusgruppe ersetzen, sondern ihre charakteristischen Töne betonten auch die Verbindung zwischen diesem handbetriebenen Instrument und den anderen Blasinstrumenten.[3]

Obwohl sich fast jedes Ensemblemitglied andernorts als hochkarätiger Saxophonist bewiesen habe, seien die Soli bewusst kurz gehalten, so Waxman weiter. Auch darin unterscheide sich Mingus von neokonservativen Nachahmungen, bei denen die Holzbläser einzeln versuchen, die mitreißenden Originallinien von beispielsweise Booker Ervin oder John Handy zu erreichen. Stattdessen würden Harmonien und Klangfarben im Vordergrund stehen, was eher an das World Saxophone Quartet oder das ROVA in größerem Maßstab erinnere. Selbst Ullman stelle sich nicht in den Vordergrund.[3]

Einzelnachweise

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  1. Tá Lam 11 – Mingus! In: Discogs. Abgerufen am 11. April 2026 (englisch).
  2. Werner Stiefele: Mingus! Tá Lam 11. In: Rondo. 20. August 2011, abgerufen am 12. April 2026.
  3. 1 2 Ken Waxman: Tá lam 11: Mingus! In: Jazz Word. 15. Februar 2012, abgerufen am 11. April 2026 (englisch).