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Michèle Stephenson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Michèle Stephenson ist eine haitianisch-kanadische Filmemacherin, Produzentin, Künstlerin und Autorin, deren Arbeiten dokumentarische, essayistische und immersive Formen aufweisen.[1] Ihre Filme befassen sich mit Themen wie Rassismus, Migration, Bildung, staatenlose Menschen, schwarze Kultur und der Geschichte der afrikanischen Diaspora in Nordamerika und der Karibik.[2]

Stephenson wurde in Haiti geboren und wuchs in New York sowie in den Eastern Townships in Québec auf.[1] Sie studierte an der McGill University, erwarb einen Masterabschluss in internationalen Beziehungen an der Carleton University in Ottawa und schloss 1995 ein Jurastudium an der Columbia Law School ab.[1] Vor ihrer Laufbahn als Filmemacherin arbeitete sie in Westafrika für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, absolvierte ein Praktikum bei einer Frauenrechtsorganisation in Brasilien und engagierte sich bei der Organisation Witness in der videobasierten Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen.[1] Nach dem Jurastudium war sie als Referendarin bei Bundesrichter Jack B. Weinstein und anschließend als Anwältin bei Patterson Belknap Webb & Tyler tätig, bevor sie sich dem unabhängigen Film zuwandte.[1] Stephenson arbeitet häufig mit ihrem Ehemann und Filmpartner Joe Brewster zusammen.[1]

Bekannt wurde Stephenson durch den mit Joe Brewster gedrehten Dokumentarfilm American Promise, für den beide über 13 Jahre hinweg ihren Sohn Idris und dessen Freund Seun begleiteten, nachdem beide als Fünfjährige an der Dalton School in Manhattan eingeschult worden waren.[3] Der Film thematisiert aus familiärer Sicht Themen wie Rassismus, soziale Herkunft und Bildungschancen und wurde 2013 beim Sundance Film Festival gezeigt, wo er den U.S. Documentary Special Jury Award erhielt.[4] In Stateless befasste sie sich mit der Entrechtung von Menschen haitianischer Abstammung in der Dominikanischen Republik, wobei der Film zeitgenössische politische Kämpfe mit der Geschichte des Massakers von 1937 vergleicht und bei Hot Docs den Special Jury Prize – Canadian Feature erhielt.[2] Mit Going to Mars: The Nikki Giovanni Project schufen Stephenson und Brewster ein filmisches Porträt der Dichterin Nikki Giovanni, das Archivmaterial, Lesungen, Interviews und eine an Gedichtstrophen orientierte Erzählform kombiniert.[5] Der Film gewann 2023 den Grand Jury Prize in der US-Dokumentarfilmsektion des Sundance Film Festival.[6] Im Jahr 2024 wurde Going to Mars: The Nikki Giovanni Project mit dem Emmy in der Kategorie Exceptional Merit in Documentary Filmmaking ausgezeichnet.[7] Bei den 96. Academy Awards wurden sowohl Going to Mars: The Nikki Giovanni Project in der Kategorie Dokumentarfilm als auch der von Brewster und Stephenson gedrehte Kurzfilm Black Girls Play: The Story of Hand Games in der Kategorie Dokumentar-Kurzfilm in der engeren Auswahl berücksichtigt.[8] 2018 erhielt Stephenson den Anonymous Was A Woman Award als Künstlerin im Bereich Film.[9] Ihr Dokumentarfilm True North behandelt die Proteste schwarzer Studierender an der Sir George Williams University in Montreal im Jahr 1969 und ordnet sie in die Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei, Migration und antirassistischer Mobilisierung in Kanada ein.[10]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Michèle Stephenson ’95: Storytelling Through the Lens of Human Rights. In: Columbia Law School. 10. August 2023, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  2. 1 2 Michèle Stephenson on ‘Stateless’ and the Battle of Narratives. In: POV Magazine. 28. Mai 2020, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  3. Two Boys’ Schooling, for 13 Years of It. In: The New York Times. 17. Oktober 2013, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  4. A Decade Later, Joe Brewster and Michèle Stephenson Reflect On “American Promise”. In: Sundance Institute. 18. Oktober 2022, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  5. “Going to Mars: The Nikki Giovanni Project” Imagines New Heights in Equality. In: Sundance Institute. 10. Dezember 2024, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  6. ‘A Thousand and One’ wins Sundance grand jury prize. In: Associated Press. 27. Januar 2023, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  7. Going To Mars: The Nikki Giovanni Project. In: Television Academy. Abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  8. 96th Oscars® Shortlists in 10 Award Categories Announced. In: Academy of Motion Picture Arts and Sciences. 21. Dezember 2023, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  9. Here Are the 10 Female Artists Over 40 Who Have Won the $250,000 Anonymous Was a Woman Awards. In: artnet News. 11. Dezember 2018, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).
  10. True North review – students take stand against racism in highly charged account of protest in 60s Canada. In: The Guardian. 19. Mai 2026, abgerufen am 25. Mai 2026 (englisch).