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Messerangriff in Morges 2020

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Messerangriff in Morges war ein dschihadistisch motivierter Anschlag, der sich am Abend des 12. September 2020 in Morges im Kanton Waadt, Schweiz, ereignete. Beim Angriff wurde ein zufällig ausgewählter Mann in einem Dönerrestaurant tödlich mit einem Messer angegriffen. Das Opfer war ein 29-jähriger portugiesischer Staatsangehöriger.

Der Täter ist ein türkisch-schweizerischer Doppelbürger, der als IS-Sympathisant in Erscheinung getreten ist. Er war den Schweizer Sicherheitsbehörden vor der Tat als Islamist bekannt und wurde wegen möglicher Verbindungen zum Terrorismus beobachtet. Nach seiner Festnahme erklärte der Beschuldigte gemäss den Ermittlungsbehörden, im Namen des Dschihadismus gehandelt zu haben. Die Schweizer Behörden stuften die Tat als terroristisch motivierten Angriff ein.[1]

Am Abend des 12. September 2020 griff der Täter in einem Dönerrestaurant nahe dem Bahnhof von Morges einen ihm unbekannten Mann mit einem Messer an und verletzte ihn tödlich. Das Opfer befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit seiner Freundin im Restaurant. Nach der Tat flüchtete der Täter vom Tatort, wurde jedoch am folgenden Tag von der Waadtländer Kantonspolizei festgenommen.

Beim Täter handelt es sich um einen türkisch-schweizerischen Doppelbürger, der den Schweizer Sicherheitsbehörden bereits vor der Tat als Islamist bekannt und wegen möglicher Verbindungen zum Terrorismus überwacht wurde. Vor dem Angriff versuchte er bereits 2019 in Prilly einen Anschlag im Namen des Islamischen Staates zu verüben, wobei es zu einer gescheiterten Brandstiftung an einer Tankstelle kam.[2]

Während der Ermittlungen erklärte der Beschuldigte gemäss den Behörden, im Namen des Dschihadismus gehandelt zu haben. Die Bundesanwaltschaft bezeichnete die Tat als „dschihadistisch motivierten Angriff“, der als Vergeltung für Opfer des Krieges zwischen der internationalen Koalition und der Terrororganisation Islamischer Staat gedacht gewesen sei.

Gerichtsverfahren

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Im Juni 2022 erhob die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den Beschuldigten wegen eines terroristisch motivierten Messerangriffs. Psychiatrische Gutachter diagnostizierten zuvor beim Täter Schizophrenie und attestierten ihm eine verminderte Schuldfähigkeit.

Am 10. Januar 2023 verurteilte das Bundesstrafgericht den Täter trotzdem zu 20 Jahren Freiheitsstrafe. Er wurde unter anderem wegen Mordes, versuchter Brandstiftung, Körperverletzung, Drohung, Propaganda für den sogenannten Islamischen Staat sowie Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen. Das Gericht wertete die Tat als dschihadistisch motivierten Terrorakt. Von der Freiheitsstrafe wurden die bereits in Untersuchungshaft verbrachten 1307 Tage abgezogen. Zusätzlich ordnete das Gericht eine stationäre therapeutische Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung an.[3]

Kritik an den Behörden

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Im März 2023 veröffentlichte die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft einen Bericht zu dem Messerangriff in Morges und dem Messerangriff in Lugano 2020. Darin kritisierte sie die Zusammenarbeit zwischen Bundes- und Kantonsbehörden sowie verschiedene Abläufe im Umgang mit terrorverdächtigen Personen.

Die Aufsichtsbehörde kritisierte, dass die Bundesanwaltschaft trotz Meldungen über Verstösse des späteren Täters gegen Ersatzmassnahmen nicht reagiert habe. Zudem habe es an ausreichender Koordination und einer umfassenden Gefährlichkeitsbeurteilung zwischen den beteiligten Behörden gefehlt. Sie empfahl deshalb die Schaffung besserer Koordinationsmechanismen im Bereich der Terrorismusbekämpfung. Die Bundesanwaltschaft kündigte daraufhin organisatorische Änderungen und die Umsetzung der Empfehlungen an.[4]

Einzelnachweise

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  1. Jihad-Mord von Morges: Der Täter plante weitere Messer-Attacken. In: NZZ. 12. November 2022, abgerufen am 30. Mai 2026.
  2. Anklage gegen 28-Jährigen IS-Anhänger eingereicht. In: Der Bund. Abgerufen am 30. Mai 2026.
  3. Urteil gegen IS-Sympathisant – 20 Jahre Haft für Täter von Morges. In: SRF News. 10. Januar 2023, abgerufen am 30. Mai 2026.
  4. Terror-Verdacht bei Attentaten – Rüge für die Behörden in den Fällen Morges und Lugano. In: SRF News. 7. März 2023, abgerufen am 30. Mai 2026.