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Matthias Mader

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Matthias Mader (* 1966 in Deutschland) ist ein deutscher Musikjournalist, Sachbuchautor und Verleger. Sein publizistisches Arbeitsgebiet umfasst Heavy Metal, Hard Rock, die New Wave of British Heavy Metal sowie den US-amerikanischen Hardcore Punk. Er war Mitbegründer des Magazins Iron Pages.

Verlagstätigkeit

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Das Magazin Iron Pages, wofür Mader durchgehend als Chefredakteur fungierte, erschien erstmals 1986 und wurde im Jahr 2000 eingestellt.[1][2] Der Titel wurde anschließend als Webzine weitergeführt.[3] In der Forschungsliteratur zur Heavy-Metal-Geschichte wird Iron Pages als West-Berliner Szene-Magazin angeführt, unter anderem im Zusammenhang mit Berichterstattung über die Metal-Szene der DDR.[4][5]

Aus dem Magazin ging der I.P. Verlag Jeske/Mader mit Sitz in Berlin-Lichterfelde hervor, dessen Gesellschafter Otger Jeske und Matthias Mader sind,[6] die zugleich für die Redaktion verantwortlich sind. Der Verlag tritt im Buchhandel unter der Marke „Iron Pages“ beziehungsweise „Iron Pages Books“ auf und wurde nach dem eingestellten gleichnamigen Fanzine benannt.[7] Zum Programm gehören neben Titeln Maders auch Werke anderer Verfasser, darunter Malc Macmillans 800-seitige The N.W.O.B.H.M. Encyclopedia (The New Wave of British Heavy Metal), Mick Walls Run to the Hills, Neil Daniels’ Iron Maiden – Die ultimative inoffizielle Bildbiografie sowie David E. Gehlkes Damn the Machine – The Story of Noise Records.[8] Die Reihe Iron Pages Books wird in bibliografischen Verzeichnissen als von Jeske und Mader herausgegebene Serie geführt.[9] Ferner erschienen im Verlag mehrere Chroniken zum Eishockeyclub EHC Eisbären Berlin, bei denen Mader als Mitautor genannt wird.[10] Im April 2013 übernahm Mader die Betreuung der auf Metal spezialisierten Abteilung „Metal Dungeon“ des Berliner Schallplattenladens Dodo Beach in Schöneberg.[11]

Autorentätigkeit

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Das Autorenverzeichnis des Magazins Rock Hard führt Mader als freien Mitarbeiter, wobei als Beitrittsdatum der 13. September 2013 angegeben ist.[12] Zum 40-jährigen Bestehen der Zeitschrift wurde Mader 2023 in der Serie Die Gesichter hinter Rock Hard vorgestellt.[13] Seit 2014 erscheint dort seine Serie The Early Days Of Iron Maiden, in der die Frühzeit der Band anhand von Zeitzeugengesprächen dargestellt wird. Bis November 2024 umfasste die Reihe 17 Beiträge mit Gesprächspartnern wie Paul Di’Anno, Paul Mario Day, Thunderstick, Dennis Wilcock, Terry Rance und Wil Malone.[14] Im Oktober 2018 führte das Magazin ein Autoreninterview mit Mader zur Konzeption der Serie.[15]

Sein Themenspektrum bei Rock Hard reicht von Interviews und Titelgeschichten über historische Rückblicke und Konzertberichte bis zu Platten- und Buchbesprechungen. In größerem Umfang wurden Iron Maiden, Judas Priest, Deep Purple, Blue Öyster Cult, Hawkwind und Raven behandelt. Überblicke boten Artikel über das Jahr 1978, den belgischen Heavy Metal, den deutschen Thrash Metal und eine Ausstellung über Heavy Metal in der DDR.[12] An der Titelstrecke zum Proto Metal in Heft 451 war er mit Frank Schäfer und Andreas Schiffmann beteiligt. Der Beitrag umfasste 24 Seiten und einen Kanon von 68 Tonträgern.[16] In der Rubrik Band und Verein verfasste er Beiträge zu Judas Priest und West Bromwich Albion[17] sowie ein Gespräch mit Brian Slagel.[18] Ein Interview mit Beki Bondage von Vice Squad dokumentiert die Band.[19]

Buchveröffentlichungen

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1995 erschien NWoBHM: New Wave of British Heavy Metal: The Glory Days, verfasst mit Otger Jeske und Manfred Kerschke. Verlagsangaben bezeichnen den Band als erstes Buch über die New Wave of British Heavy Metal.[20] Dieser Band galt bis zum Erscheinen von Malc Macmillans The N.W.O.B.H.M. Encyclopedia 2001 als Standardwerk zu diesem Thema.[21] 1998 gaben Mader, Jeske und Arno Hofmann das Lexikon Heavy Metal made in Germany heraus, zu dem Mader Beiträge über Accept und Blind Guardian verfasste.[22] Ebenfalls im Verlagsprogramm nachgewiesen ist US Metal Vol. 1.[7]

Der Hardcore-Punk-Szene widmete Mader mehrere Bände. New York City Hardcore – The Way It Was ... erschien 1999 beim Iron Pages Verlag. 2003 folgte This is Boston not New York – Eine Hardcore Punk Enzyklopädie unter Mitwirkung des Illustrators David Neckenig und des Fotografen Tobias Thiem. Eine dritte Auflage erschien 2010.[23] Das Buch wurde unter anderem im Fanzine Trust besprochen.[24] 2011 erschien die Fortsetzung New York City Hardcore Vol. 2 – The Sound of the Big Apple mit 288 Seiten.[23]

Zu den Bandmonografien zählt Burning Ambition – Das Iron Maiden Fanbuch, von dem 2010 eine zweite Auflage erschien. 2004 folgte Over the Top – Das Motörhead Fanbuch mit 192 Seiten.[20] In einer Rezension wird darin die Fortsetzung des mit Burning Ambition etablierten Fanbuchkonzepts gesehen, wobei im Gegensatz zu der im selben Verlag erschienenen Autobiografie White Line Fever nicht Lemmy Kilmister allein, sondern Motörhead als Band im Mittelpunkt steht.[25] 2007 erschien Der stählerne Weg von Judas Priest mit 256 Seiten, davon 32 vierfarbig. Das Buch entstand ohne Mitwirkung der Band oder ihres Managements.[26] Mader griff auf Interviews zurück, die er für Iron Pages geführt hatte, sowie für die Zeit vor 1986 auf Beiträge anderer Autoren. Ergänzt wird die Darstellung durch Bibliografie, Diskografie und eine Auflistung bekannter Konzerte zwischen 1969 und 2006.[27] 2012 erschien eine Hörbuchfassung.[28] Ebenfalls 2007 wird Mader neben Otger Jeske bei der deutschsprachigen Ausgabe der Saxon-Autobiografie Never Surrender von Biff Byford genannt.[29] 2009 erschien unter Maders Namen Dawn of the Metal Gods: My Life in Judas Priest and Heavy Metal mit 224 Seiten.[20]

Thorsten Beermann bezeichnete Mader in seiner Rezension bei Stormbringer 2012 als den bis dahin einzigen deutschsprachigen Autor, der Judas Priest in einer Bandbiografie behandelt hat. Darin merkte er an, Mader habe für das Buch keine eigenen Interviews mit den Bandmitgliedern geführt und sich ausschließlich auf die überwiegend deutschsprachige Musikpresse gestützt.[28] In einer Rezension im BurnYourEars Webzine wird hervorgehoben, dass Maders Darstellung ab dem Album Turbo (1986) detailreicher und persönlicher wird. Zurückgeführt wird dies auf seinen regelmäßigen Kontakt zur Band, den er seit 1986 als Chefredakteur von Iron Pages unterhielt.[27] Besprechungen des Buches erschienen außerdem bei RockTimes und im Fanzine Trust.[26][24]

Maders Bücher werden in Hochschulschriften und Nachschlagewerken als Belege verwendet, so in einer an der Hochschule Merseburg veröffentlichten Arbeit zur Rolle der Frau in den Jugendkulturen Punk und Hardcore, die drei seiner Titel anführt,[30] sowie im Songlexikon der Universität Freiburg[31] und in einer Untersuchung zur westdeutschen Power-Metal-Szene.[32]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Buchbesprechungen: Der stählerne Weg von Judas Priest von Matthias Mader. Welcome to Hell – Das Metalradio, abgerufen am 13. August 2026.
  2. ↑ Ausgabendetails zu Der stählerne Weg von Judas Priest. Buch-Sammler.de, abgerufen am 13. August 2026.
  3. ↑ Internet-Magazin Iron Pages. Abgerufen am 13. August 2026.
  4. ↑ Wolf-Georg Zaddach: Heavy Metal in der DDR: Szene, Akteure, Praktiken. transcript, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4430-2, Teil II: Heavy und Extreme Metal in der DDR, Kap. 1.2.1 Berlin – Zentrum der Szene?, S. 96–100.
  5. ↑ Dominik Irtenkauf: Mythosmaschine Metal: Viel Lärm um nichts? Zur Bedeutung des Erzählens im Metal-Szenen-Diskurs aus der Sicht der Narratologie. In: Florian Heesch, Anna-Katharina Höpflinger (Hrsg.): Methoden der Heavy Metal-Forschung: Interdisziplinäre Zugänge. Waxmann, Münster 2014, ISBN 978-3-8309-3064-8, Teil I: Philosophische und hermeneutische Methodenreflexion, S. 47–60.
  6. ↑ Kontakt zur I.P. Verlag Jeske/Mader GbR. Abgerufen am 30. August 2026.
  7. 1 2 US Metal Vol.1. Iron Pages Books, I.P. Verlag Jeske/Mader, abgerufen am 30. August 2026.
  8. ↑ Christa Titus: Journalist David E. Gehlke Explores the History of Noise Records. Billboard Media, 19. April 2017, abgerufen am 30. August 2026.
  9. ↑ Sascha Hendel: Iron pages books. book-info.com, 30. August 2026, abgerufen am 30. August 2026.
  10. ↑ Klaus Wolf: Abschiedsspiel. Berliner Zeitung, 18. April 2008, abgerufen am 30. August 2026.
  11. ↑ Grand Opening: Dodo Beach & Dodos Metal Dungeon in Berlin. Plattenladenwoche, 15. April 2013, abgerufen am 30. August 2026.
  12. 1 2 Matthias Mader bei Rock Hard. Abgerufen am 30. August 2026.
  13. ↑ Die Gesichter hinter Rock Hard: Matthias Mader. Rock Hard, 23. September 2023, abgerufen am 30. August 2026.
  14. ↑ Iron Maiden – Übersicht über die "The Early Days Of Iron Maiden"-Serie. Rock Hard, 11. November 2024, abgerufen am 30. August 2026.
  15. ↑ Iron Maiden – Autoreninterview mit Matthias Mader zur Serie "The Early Days Of Iron Maiden". Rock Hard, abgerufen am 30. August 2026.
  16. ↑ Rock Hard Vol. 451. Rock Hard, 20. Dezember 2024, abgerufen am 30. August 2026.
  17. ↑ Judas Priest – Band und Verein: Judas Priest / West Bromwich Albion – Tradition verpflichtet. Rock Hard, 27. März 2024, abgerufen am 30. August 2026.
  18. ↑ Brian Slagel – Die Ursuppe des Underground-Metal. Rock Hard, 24. Januar 2018, abgerufen am 30. August 2026.
  19. ↑ Rock Hard Magazine Beki Interview with Matthias Mader. Vice Squad UK Punk Band, 12. November 2025, abgerufen am 30. August 2026.
  20. 1 2 3 Gesamttitelverzeichnis der bisher im Verlag publizierten Bücher (chronologisch nach ISBN sortiert). Iron Pages Books, I.P. Verlag Jeske/Mader, abgerufen am 30. August 2026.
  21. ↑ The N.W.O.B.H.M. Encyclopedia. Iron Pages Books, I.P. Verlag Jeske/Mader, abgerufen am 30. August 2026.
  22. ↑ Heavy Metal made in Germany. Iron Pages Books, I.P. Verlag Jeske/Mader, abgerufen am 30. August 2026.
  23. 1 2 Books by Matthias Mader. Goodreads, abgerufen am 30. August 2026.
  24. 1 2 This Is Boston – Eine Hardcore Punk Enzyklopädie – Matthias Mader. Trust, 12. August 2008, abgerufen am 30. August 2026.
  25. ↑ Ulrich Alexander Goetz: Mader, Matthias – Over the Top – Das Motörhead-Fanbuch. Buchwurm.org, 16. April 2005, abgerufen am 30. August 2026.
  26. 1 2 Matthias Mader: Der stählerne Weg von Judas Priest. Rocktimes, 21. Februar 2008, abgerufen am 30. August 2026.
  27. 1 2 Matthias Mader – Der stählerne Weg von Judas Priest. BurnYourEars Webzine, 1. November 2007, abgerufen am 30. August 2026.
  28. 1 2 Thorsten Beermann: Judas Priest – Der stählerne Weg. Stormbringer, 17. September 2012, abgerufen am 30. August 2026.
  29. ↑ Saxon – Der Adler ist gelandet. Iron Pages Books, I.P. Verlag Jeske/Mader, abgerufen am 30. August 2026.
  30. ↑ Thomas Lichtenberger: Die Rolle der Frau in den Jugendkulturen Punk und Hardcore: An Beispielen der mitteldeutschen Szene. Merseburg 2014 (uni-halle.de [PDF]).
  31. ↑ Songlexikon. Encyclopedia of Songs. Universität Freiburg, abgerufen am 30. August 2026.
  32. ↑ Jan-Peter Herbst: The formation of the West German power metal scene and the question of a ‘Teutonic’ sound. In: Metal Music Studies. Jg. 5, Nr. 2. Bristol 2019, S. 201–223, doi:10.1386/mms.5.2.201_1.