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Matthias Bath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gedenktafel, Berlin-Rummelsburg, Hauptstraße 8

Matthias Bath (* 1956 in West-Berlin) ist ein deutscher rechtsextremistischer Aktivist, Referent, Autor und ehemaliger Staatsanwalt sowie ehemaliger Fluchthelfer an der Berliner Mauer.

Ab 1975 fungierte Bath als Fluchthelfer an der Berliner Mauer. Im April 1976 wurde er am Grenzübergang Helmstedt-Marienborn von Grenztruppen der DDR festgenommen und in die zentrale Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen verbracht. Im September desselben Jahres verurteilte ihn das Bezirksgericht Frankfurt (Oder) zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Seine Haft im Gefängnis Rummelsburg endete 1979, als Bath und drei wegen Spionage in der DDR einsitzende Häftlinge gegen die Freilassung des MfS-Agenten Heinrich Burger nach West-Berlin zurückkehren durften.[1] Im Jahr 2003 war er zweiter Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Bath studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und promovierte 1988 mit der Dissertation Notwehr und Notstand bei der Flucht aus der DDR. Er blieb weiterhin in Berlin und trat eine Stelle als Staatsanwalt an.

Mitgliedsliste des Hoffmann-von-Fallersleben Bildungswerks zum Jahr 1990, erstellt 1992. Mitglied 01: Dr. Bath, Matthias, Berlin
Liste der Gründer der neofaschistischen Hoffmann-von-Fallersleben-Bildungswerkes

Nach Stationen bei Junger Union und CDU radikalisierte er sich in den 1980er Jahren weiter und wechselte zu den Republikanern. Für seinen Landesverband stellte er die Dokumentationen Die Republikaner in der DDR und Ost-Berlin: Dokumente der Unterdrückung (1990) zusammen. Wie 2020 bekannt wurde, war Bath Gründungsmitglied der rechtsextremen Tarnorganisation Hoffmann-von-Fallersleben-Bildungswerk.[2] Eine zeitgenössische Liste führt ihn unter der Parteimitgliedsnummer „01“.

Er war Referent der 38. Politische Akademie der rechtsextremen Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik, die vom 17. bis 19. Oktober 2003 in Riegersburg stattfand.[3]

Er war mehrfach Referent in der Bibliothek des Konservatismus. Am 1. Oktober 2013 stellte er sein Buch Danebrog gegen Hakenkreuz – Der Widerstand in Dänemark 1940–1945 vor, am 16. April 2015 referierte er unter dem Titel Revolutionäre für Deutschland – Die „Neue Rechte“ in West-Berlin 1965–1985.

Am 18. November 2015 nahm er zusammen mit Hans-Jürgen Papier, Rainer Schröder, Falco Werkentin und Hans-Hermann Lochen an der Podiumsdiskussion Gescheitert? – Die juristische Aufarbeitung des SED-Unrechts des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Berlin in Kooperation mit dem Forum Recht und Kultur im Kammergericht und der Robert-Havemann-Gesellschaft teil.[4]

Am 9. August 2016 referierte er in der Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus zum Thema Berlin – Eine Biografie. Die geteilte Stadt.

Nach seiner Mitgliedschaft in der FDP, wo er im Landessatzungsausschuss der FDP Berlin tätig war,[5] war er von 2016 bis 2019 Kandidat und Vorstandsmitglied der AfD in Berlin-Reinickendorf.[6]

Er ist Unterstützer,[7] Interviewpartner[8] und Autor[9] der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit.

Außerdem war er Autor der Zeitschrift Mut.[10]

Matthias Bath ist, seit der Gründung des am 20. Oktober 2021 eingetragenen Vereins „Freunde der Staatsreparatur e.V.“, zusammen mit dem Vorsitzenden Andreas Wild und Peter Feist, Mitglied im Vorstand des Vereins, der sich als gemeinnützig bezeichnet.[11] Der Verein betreibt seit der Gründung einen neofaschistischen Veranstaltungsort mit dem Namen „Staatsreparatur“ in Berlin-Lichterfeld-Ost und hat 2019 / 2020 auch regelmäßig die Zeitschrift „Trend...neuer Zeitgeist - Magazin für Mitglieder und Freunde der AfD“ herausgegeben.[12] Im der „Staatsreparatur“ finden seitdem regelmäßig neofaschistische Veranstaltungen statt. Die Örtliche SPD berichtet kritisch über den Veranstaltungsort und hat zusammen mit anderen Organisationen am Freitag, den 12. Juli 2024 gegen den Vortag von Martin Sellner demonstriert.[13][14][15][16][17][18]

Commons: Matthias Bath – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. DDR: Vorleistung für Burger. In: Der Spiegel. Nr. 30, 1979 (online).
  2. Gareth Joswig: DPolG-Chef mit rechter Vergangenheit: Mitgliedsnummer 11. In: taz. Berlin 20. Juli 2020 (taz.de [abgerufen am 4. September 2021]).
  3. Maik Baumgärtner: Österreich: Braune Tagung mit Berliner Gästen. blog.schattenbericht.de, 19. Oktober 2010.
  4. Veranstaltungsreihe 2015: Vor 25 Jahren: Deutsche Einheit und Ende des Kalten Krieges. Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Berlin; abgerufen am 31. Oktober 2017.
  5. Die Satzungen des Landesverbandes Berlin und der Bundespartei. (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) FDP Berlin.
  6. Wahl in Berlin: Wie sich die AfD nach rechts außen vernetzt Von Maria Fiedler, Frank Jansen Matthias Meisner, Tagesspiegel 13. September 2016
  7. Danke. jungefreiheit.de, 17. Februar 2006.
  8. jungefreiheit.de (Memento vom 22. September 2016 im Internet Archive)
  9. jungefreiheit.de
  10. mut-verlag.de
  11. https://staatsreparatur.de/freunde-der-staatsreparatur/
  12. https://staatsreparatur.de/trend-co/
  13. Re-migration? Nein, Danke! Wir bleiben hier! Demonstration gegen Rechtsextremismus & „Re-Migration“ in Lichterfelde Ost, Aufruf zur Demonstration gegen Rechtsextremismus & „Re-Migration“ am 12. Juli in Steglitz-Zehlendorf
  14. Rechtsextremist Martin Sellner will in Berlin sprechen, von Christoph Hasselbach, Deutsche Welle 11. Juli 2024
  15. Brutal Berlin Beim Vortrag von Martin Sellner: Ein Abend in der Staatsreparatur, Berliner Zeitung 12. Juli 2024 ,
  16. Protest gegen rechtsextreme Veranstaltung in Lichterfelde
  17. Rechtsextremer hält „Remigrations“-Vortrag: Hunderte demonstrieren gegen Auftritt von Martin Sellner in Berlin, von Ken Münster und Madlen Haarbach, Tagesspiegel, 12. Juli 2024
  18. Protest gegen Martin Sellner in Berlin„Remigriert euch ins Knie!“ von Darius Ossami, taz 13. Juli 2024