Mathesiusit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt nach der c-Achse prismatisch bis nadelig gestreckte Kristalle von etwa 0,2mm Größe. Diese sind typischerweise zu radialstrahligen oder fächerförmigen Mineral-Aggregaten vereinigt. Die Oberflächen der gelblichgrünen und durchsichtigen bis durchscheinenden Kristalle zeigen einen glasähnlichen Glanz.
Entdeckt wurde Mathesiusit im Geschieber-Gang auf der fünften Ebene der Grube Einigkeit (auch Einigkeitschacht; tschechisch Důl Svornost), einem ehemaligen Uranerzbergwerk bei Jáchymov (deutsch Sankt Joachimsthal) im tschechischen Okres Karlovy Vary (deutsch Bezirk Karlsbad, Nordwestböhmen). Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch ein Mineralogenteam, bestehend aus Jakub Plášil, František Veselovský, Jan Hloušek, Radek Škoda, Milan Novák, Jiří Sejkora, Jiří Čejka, Pavel Škácha und Anatoly V. Kasatkin. Benannt wurde das neu entdeckte Mineral zu Ehren des in Sankt Joachimsthal geborenen deutschen Pfarrers und lutherischen Reformators Johannes Mathesius (1504–1565). Dieser war ein Freund der Naturwissenschaften (insbesondere der Mineralogie) und gab als eines seiner wichtigsten Werke unter anderem „Sarepta oder Bergpostil“ heraus.[4]
Das Typmaterial (Holotyp) des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlungen der Abteilung für Mineralogie und Petrologie des Nationalmuseums in Prag unter der Katalognummer P1P 7/2013 aufbewahrt.[4]
Außer an seiner Typlokalität in Tschechien konnte Mathesiusit bisher nur noch in einer Grube der North-Mesa-Minengruppe am Temple Mountain im San Rafael District (San Rafael Swell) des Emery Countys im US-Bundesstaat Utah gefunden werden (Stand 2021).[9]
P. A. Williams, F. Hatert, Marco Pasero, S. J. Mills:IMA Commission on new minerals, nomenclature and classification (CNMNC) Newsletter 17. New minerals and nomenclature modifications approved in 2013. In: Mineralogical Magazine. Band77, 2013, S.2997–3005 (englisch, rruff.info[PDF; 101kB; abgerufen am 8.Mai 2021]).
Jakub Plášil, František Veselovský, Jan Hloušek, Radek Škoda, Milan Novák, Jiří Sejkora, Jiří Čejka, Pavel Škácha, Anatoly V. Kasatkin:Mathesiusite, K5(UO2)4(SO4)4(VO5)(H2O)4, a new uranyl vanadate-sulfate from Jáchymov, Czech Republic. In: American Mineralogist. Band99, 2014, S.625–632 (englisch, rruff.info[PDF; 4,6MB; abgerufen am 8.Mai 2021]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789101112131415Jakub Plášil, František Veselovský, Jan Hloušek, Radek Škoda, Milan Novák, Jiří Sejkora, Jiří Čejka, Pavel Škácha, Anatoly V. Kasatkin:Mathesiusite, K5(UO2)4(SO4)4(VO5)(H2O)4, a new uranyl vanadate-sulfate from Jáchymov, Czech Republic. In: American Mineralogist. Band99, 2014, S.625–632 (englisch, rruff.info[PDF; 4,6MB; abgerufen am 8.Mai 2021]).
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Mathesiusite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 201kB; abgerufen am 8.Mai 2021]).
↑Mathesiusite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 8.Mai 2021(englisch).