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Martin Fincke

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Martin Fincke (* 30. Oktober 1937 in Frankfurt am Main; † 18. November 2025[1]) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer. Bis zu Emeritierung im Jahr 2008 war er Lehrstuhlinhaber in Passau.

Martin Fincke, Sohn von Elisabeth Fincke, geborener Vömel, und des Pfarrers Ernst Fincke, besuchte von 1943 bis 1947 die Grundschule Aufenau und von 1947 bis 1958 ein Gymnasium in Frankfurt am Main, das er mit dem Abitur abschloss. Von 1958 bis 1963 studierte er Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft in Germersheim (Russisch-Studien), Tübingen, Bonn, Frankfurt am Main, München und an der Cornell University (USA). Er hatte Arbeits- und Studienaufenthalte in Israel (Fulbright), Texas und Kanada.

Nach dem ersten juristischen Staatsexamen 1963 war er von 1963 bis 1967 Referent für Sowjetrecht am Münchner Institut für Ostrecht und Assistent am Institut für Strafrecht der Universität. Nach der Promotion zum Dr. jur. 1966 beim Strafrechtslehrer Reinhart Maurach, dem zweiten juristischen Staatsexamen 1966 und der Habilitation 1974 an der Münchner Juristischen Fakultät für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Ostrecht, wo er seine Lehrtätigkeit begann, wurde er 1976 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor an die Universität Bielefeld berufen. Von 1974 bis 1978 vertrat er Lehrstühle in Berlin, Regensburg und Bielefeld. 1978 erfolgte die Ernennung zum Professor für Strafprozess- und Ostrecht an der Universität Passau. 2006 wurde er emeritiert.[2]

Martin Fincke war ab 1962 verheiratet mit Alice Fincke und hatte mit ihr die drei Kinder Andreas, Schoschana und Vera. Nach dem Tod seiner Frau heiratete er später wieder. Im November 2025 starb er.[3]

  • 1999 Ehrenprofessor der Universität Krasnojarsk[2]
  • 2002 Ehrendoktorwürde der Universität St. Petersburg (für seinen Einsatz für eine Rechtsreform in Russland)[2]
  • 2003 Preis des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst (für Verdienste um die Internationalisierung der bayerischen Hochschulen)[2]

Schriften (Auswahl)

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  • Die aufsichtliche Überprüfung rechtskräftiger Strafurteile im Sowjetrecht. 1966.
  • Das Verhältnis des Allgemeinen Teils zum Besonderen Teil des Strafrechts. De Gruyter, 1975.
  • Arzneimittelprüfung, strafbare Versuchsmethoden. „Erlaubtes“ Risiko bei eingeplantem fatalen Ausgang. Heidelberg 1977, ISBN 3-8114-0577-2.
  • als Herausgeber: Handbuch der Sowjetverfassung. Berlin 1983, ISBN 3-428-05273-0.
  • Fincke, Martin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 304.

Einzelnachweise

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  1. Uni Passau: Zwei Todesfälle erschüttern den Lehrstuhl für Strafrecht. In: Bürgerblick. Abgerufen am 25. November 2025.
  2. 1 2 3 4 Nachruf Professor Dr. Dr. h.c. Martin Fincke - Universität Passau. In: jura.uni-passau.de. 3. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025.
  3. Nachruf der Universität Passau (mit einem Foto Finckes von Barbara Fincke-Melke).