Marrukiner
Die Marrukiner (lateinisch Marrucini) waren ein antiker italischer Volksstamm in Mittelitalien, der im Gebiet der heutigen Abruzzen siedelte.[1] Sie gehörten zur Gruppe der sabellischen Völker, die in der vorromanischen Zeit weite Teile des Apenninraums und Süditaliens bewohnten.[2]
Siedlungsgebiet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Siedlungsgebiet der Marrukiner lag östlich des zentralen Apennins zwischen den Flusstälern des Aterno und des Sangro. Es erstreckte sich bis in die Nähe der Adriaküste und umfasste ein überwiegend gebirgiges und hügeliges Terrain, das durch kleinere fruchtbare Täler unterbrochen wurde.[1] Die wichtigsten Siedlungen lagen vermutlich in der Nähe späterer römischer Städte in der Region.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Marrukiner traten ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. in den Quellen im Zusammenhang mit der Ausdehnung der Römischen Republik deutlicher hervor.[3] Wie andere italische Völker wurden sie im Verlauf der römischen Expansion in ein Bündnissystem eingebunden, in dem sie als socii verpflichtet waren, militärische Unterstützung zu leisten.[4]
Im Bundesgenossenkrieg (91–88 v. Chr.), einem Aufstand mehrerer italischer Verbündeter gegen Rom, schlossen sich die Marrukiner den Aufständischen an.[5] Nach der römischen Niederschlagung des Aufstands erhielten die beteiligten Gemeinden schrittweise das römische Bürgerrecht, wodurch die Marrukiner vollständig in das römische Staatswesen integriert wurden.[3]
Kultur und Gesellschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Marrukiner werden in der Forschung der sabellischen Kulturgruppe zugerechnet und stehen in enger Verbindung zu benachbarten Völkern wie den Vestinern und Selignern.[2] Ihre Gesellschaft war vermutlich stark ländlich geprägt, wobei Landwirtschaft und Viehzucht die wirtschaftliche Grundlage bildeten.[6]
Die Sprache der Marrukiner gehörte zum oskisch-umbrischen Zweig der italischen Sprachen. Sie ist nur fragmentarisch überliefert und hauptsächlich durch Inschriften bekannt.[7]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Marrucini. In: Encyclopaedia Britannica.
- 1 2 Marrucini. In: Treccani.
- 1 2 E. T. Salmon: Samnium and the Samnites. Cambridge University Press, Cambridge 1967.
- ↑ T. J. Cornell: The Beginnings of Rome. Routledge, 1995, ISBN 978-0-415015967.
- ↑ Social War. In: Encyclopaedia Britannica.
- ↑ Marrucini. In: Italy Heritage.
- ↑ Helmut Rix: Sabellische Texte. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2002, ISBN 978-3-8253-0853-7.